Wirtschaft

Angeschlagene AIG zahlt 100 Millionen Boni

Aktualisiert am 03.02.2010 2 Kommentare

Der US-Versicherungsriese AIG will einem Zeitungsbericht zufolge 100 Millionen Dollar Boni an jene Manager auszahlen, die das Unternehmen an den Rand des Ruins führten.

Heute gibt es ein Geldregen: AIG-Manager werden für ihre riskanten Geschäfte belohnt.

Heute gibt es ein Geldregen: AIG-Manager werden für ihre riskanten Geschäfte belohnt.
Bild: Keystone

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Wie die «New York Times» unter Berufung auf informierte Kreise weiter meldete, sitzen die Empfänger des Geldregens in der Finanzproduktabteilung und damit in jener Sparte, deren riskante Geschäfte das Unternehmen an den Rand des Abgrunds gebracht haben. Die Boni hätten nach ursprünglicher Planung sogar noch um 20 Millionen Dollar höher ausfallen sollen. Das Geld solle heute ausgezahlt werden, hiess es weiter.

Die US-Regierung hatte den in der US-Immobilienkrise ins Wanken geratenen Versicherer mit Krediten in Höhe von 182,5 Milliarden Dollar gerettet und dafür 80 Prozent der Anteile übernommen.

AIG ( 28.99 -1.43%) war nach Beginn der Finanzmarktkrise mehrfach heftig in die Kritik geraten. So spendierte der Konzern einigen Managern kurz nach der staatlichen Rettungsaktion einen 440'000-Dollar-Aufenthalt in einem kalifornischen Luxushotel. Wenig später sorgte eine 86'000 Dollar teure Jagdpartie in England für Empörung.

Volcker wirbt für Einschnitte bei Banken

Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama, Paul Volcker, hat vor dem US-Kongress für drastische Einschnitte beim Geschäftsmodell der Grossbanken geworben. Der Staat dürfe hochriskante Geschäfte der Banken auf eigene Rechnung und ihre Beteiligung am spekulativen Handel nicht schützen, sagte Volcker. Obama will den Grossbanken Eigenhandel und Investitionen in Hedgefonds verbieten.

Der Vorschlag löste in der Branche einen Sturm der Entrüstung aus, weil er so weitreichend in die Arbeit der Banken eingreift.

Der ehemalige Notenbankchef Volcker räumte allerdings ein, dass die Reform die Debakel des Versicherungskonzerns AIG und Lehman Brothers nicht verhindert hätte. Ohne die vorgeschlagenen Beschränkungen werde es jedoch zu einer neuen Krise kommen, warnte er.

Volcker hatte bereits zuvor vor einem grossen Interessenkonflikt der Institute gewarnt, solange sie einerseits im klassischen Bankgeschäft mit Kundengeldern wirtschaften und andererseits über kühne Investitionen hohe Renditen erzielen wollen. Obama fordert nun eine strikte Trennung der beiden Bereiche.

Im Extremfall würde dies aber bedeuten, dass Grossbanken wie JPMorgan ihr halbes Geschäft abgeben oder Investmentspezialisten wie Goldman Sachs ihre Banklizenz wieder abgeben müssten. (bru/ddp)

Erstellt: 03.02.2010, 10:22 Uhr

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2 Kommentare

ruth leemann

03.02.2010, 10:39 Uhr
Melden

Der USA - Präsident Obama inkl. Vize predigt nur Wasser und wird immer unglaubwürdiger / untragbar. Antworten


Erich Richter

03.02.2010, 07:48 Uhr
Melden

Die AIG gehört dem amerikanischen Staat. Wenn also 100 Mio USD an Bonis ausgezahlt werden billigt das der Staat. Soviel zu Obamas Absichten die Bonis regulieren zu wollen. Nicht einmal im eigenen Haus funktioniert das. Antworten



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