ABB meistert Krisenjahr bravourös
7 Prozent weniger Gewinn: ABB 2009. (Bild: Keystone)
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Dank Aufträgen zum Aufbau neuer Energieinfrastruktur und massenhaft Bestellungen aus Schwellenländern sank der Konzerngewinn um nur sieben Prozent. Er belief sich auf 2,9 Milliarden Dollar und sank damit etwa gleich stark wie der Umsatz, der um 9 Prozent auf 31,8 Milliarden Dollar zurückging. Der Krise zum Trotz hat der Technologiekonzern sein Margenziel auch letztes Jahr erreicht. Ausgeglichen wurden die Umsatzeinbussen und der Preisdruck auf den Märkten mit einem Sparprogramm.
Dies kostete den Konzern zwar eine schöne Stange Geld, hat aber zu Einsparungen von jährlich 2 Milliarden Dollar geführt. «Durch unser schnelles Handeln haben wir in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten unsere Rentabilität dennoch bewahren können», sagte ABB- Chef Joe Hogan am Donnerstag vor den Medien in Zürich.
Der Konzern stehe durch die Restrukturierungen und das Sparprogramm sogar noch besser da als vor einem Jahr, meinte er weiter. 2010 setzt der Konzern sein Fitnessprogramm zur Steigerung der eigenen Effizienz deshalb fort. Insgesamt sollen die Kosten um eine weitere Mrd. Dollar sinken, wie am Donnerstag bekannt wurde.
Dass dies nicht einfach durch den Abbau von Arbeitsplätzen geschieht, hat bereits das letzte Jahr gezeigt: Zwar ist der Personalbestand leicht gesunken, mit einem Rückgang um 3000 auf weltweit über 117'000 Angestellte wurde indes nicht auf dem Buckel des Personals gespart.
Mehr Aufträge für Energietechniksparte
Spurlos ist die Rezession aber keineswegs an der ABB vorbeigezogen: Am stärksten niedergeschlagen hat sie sich in den Auftragsbüchern: Das von ABB letztes Jahr generierte Auftragsvolumen lag mit 31,0 Milliarden Dollar 19 Prozent unter dem Vorjahr, in Lokalwährungen gerechnet lag es immer noch 13 Prozent tiefer.
Anhand des Auftragseingangs im vierten Quartal zeigt sich, weshalb ABB dennoch relativ glimpflich durch das Wirtschaftstief hindurchgekommen ist. So stieg der Bestellungseingang aus aufstrebenden Schwellenländern wie China, Indien oder Russland stark an. Aus solchen Märkten stammen mittlerweile mehr als die Hälfte aller Aufträge (51 Prozent).
Zudem hat sich auch das Verhältnis zwischen der Auftragslage der beiden Standbeine Energietechnik und Automation verschoben. Durch die vielen Investitionen in Energieinfrastruktur hat die Zahl solcher Aufträge zugenommen, derweil jene für Produktionsautomationen rezessionsbedingt deutlich zurückgingen.
Die gute Positionierung in den aufstrebenden Märkten und die Produktepalette sind es denn auch, welche ABB zuversichtlich für die Zukunft stimmen. Marketingchef Brice Koch meinte an der Bilanzmedienkonferenz, dass man glücklich sei, dass sich der Markt derzeit quasi auf die Stärken und das bestehende Produktesortiment der ABB hinbewege.
So rechnet der Konzern sich aus, in den nächsten Jahren erheblich von der steigenden Nutzung alternativer Energiequellen profitieren zu können. Und auch an der jetzt noch nicht einschätzbaren Entwicklung hin zu intelligenten Systemen zum Transport von Elektrizität, den so genannten Smart Grids, dürfte ABB in Kochs Augen teilhaben.
Aktie im Höhenflug
An der Börse teilte man die Zukunftsaussichten der ABB-Geschäftsführung offenbar. Nach Bekanntwerden der Ergebnisse, die leicht über den Einschätzungen der Analysten lagen, setzte die Aktie des Konzerns zu einem Höhenflug an. Anfang Nachmittag notierte sie über 6 Prozent höher als am Vorabend.
Dass das Rezessionsjahr ohne grossen Schrammen überstanden wurde, zeigt sich auch bei der Dividende: Der Verwaltungsrat schlägt vor, die Dividende im Vergleich zum Vorjahr um 3 Rappen auf 0.51 Franken je Aktie zu erhöhen. (oku/bru/sda)
Erstellt: 18.02.2010, 15:33 Uhr
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