Wirtschaft

Arthur Rutishauser
Mitglied der Chefredaktion


80 Steuerfahnder untersuchten 115 Stiftungsfälle von UBS-Kunden

Aktualisiert am 03.12.2012 80 Kommentare

Vor einem Monat wurden aufgrund einer Daten-CD deutschlandweit Hausdurchsuchungen bei UBS-Kunden durchgeführt. Nun nennt die Bochumer Staatsanwaltschaft Details dazu.

Deutsche Ermittler haben Kunden der grössten Schweizer Bank im Fokus: Daten-CDs sollen auch Angaben von UBS-Kunden enthalten.

Deutsche Ermittler haben Kunden der grössten Schweizer Bank im Fokus: Daten-CDs sollen auch Angaben von UBS-Kunden enthalten.
Bild: Keystone

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Das «Bochumer Ermittlungsverfahren gegen inländische Kunden der UBS» wurde eingeleitet aufgrund eines von der Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen erworbenen Datenträgers, der nähere Angaben zu rund 750 Stiftungen und 550 Fällen sonstiger Kapitalanlagen mit einem Anlagevolumen von insgesamt mehr als 3,5 Milliarden Franken enthält.

Nicht alle Betroffenen wurden überrascht, in 135 Fällen war bereits vor Aufnahme der Ermittlungen Selbstanzeige erstattet worden, sagt die Staatsanwaltschaft. Auf der Grundlage der Daten seien in den letzten Wochen rund 115 Stiftungsfälle untersucht worden. Dabei ist es unter anderem zu Hausdurchsuchungen gekommen. Betroffen waren Kunden aus Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen.

80 Steuerfahnder ausgeschwärmt

Beteiligt waren mehrere Staatsanwälte und rund 80 Steuerfahnder. Die betroffenen Kunden haben nach vorläufiger Berechnung der Staatsanwaltschaft durch das Verschweigen ihrer Vermögensanlagen bei der UBS und der darauf entfallenden Kapitalerträge Steuern in Höhe von etwa 204 Millionen Euro hinterzogen, wovon rund 130 Millionen Euro «strafbefangen» sein dürften.

Die «angesprochenen Personen» hätten bis auf wenige Ausnahmen den vorgeworfenen Sachverhalt zugegeben und bereits Abschlagszahlungen in Höhe von etwa 24 Millionen Franken auf die zu erwartende Steuernachforderung geleistet oder versprochen.

Ermittlungen gegen unbekannt

Im Rahmen der laufenden Ermittlungen wird auch der Frage nachgegangen, ob und inwieweit Mitarbeiter der UBS den inländischen Kunden Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet haben. Oberstaatsanwältin Cornelia Kötter sagte hierzu, die Staatsanwaltschaft hätte Ermittlungen gegen unbekannt eingeleitet.

Die grösste Schweizer Bank verweist auf Anfrage auf frühere Stellungnahmen. «Die UBS hat das Stiftungswesen ab 2009 vollkommen neu ausgerichtet und strikte Sorgfaltsregeln eingeführt», heisst es auf Anfrage bei der Medienstelle. Und: «Die Bank hat seit 2009 keine neuen Trusts und Stiftungen mehr für deutsche Kunden eröffnet.» (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.12.2012, 12:19 Uhr

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80 Kommentare

Albert Strasser

03.12.2012, 12:42 Uhr
Melden 359 Empfehlung 149

Dieses einseitige, armseligeTrauerspiel der deutschen Steuerfander ist fast nicht mehr zu ertragen. Die deutsche Doppelmoral zeigt sich am besten beim hochjubeln von ihren Halbgöttern, Vettel, Schumacher und Co. alles potenzielle Steurflüchtlinge. Schuld sind jedoch nur die schweizer Banken und nicht diese Helden, die in ihrem Heimatland keine Steuern zahlen wollen.
Albert Strasser
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Anton Burger

03.12.2012, 12:28 Uhr
Melden 252 Empfehlung 58

115 Verdachtsfälle von 1300 Kapitalanlagen, dabei 130 Mio strafbefangen von 3.5 Mia. Das sind 8.8% Verdachtsfälle (keine Angaben zu "Treffern") bzw. 3.7% der Anlagesumme. Und dies von einem vermeintlich "guten Datensatz". Fragt sich noch, wie viel davon am Schluss übrig bleibt, wenn die CH keine Rechtshilfe leistet. Haben solche Datensätze in DE gerichtliche Relevanz ohne Rechtshilfe? Antworten



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