3000 demonstrieren für «ihr» Bier

Aktualisiert am 04.09.2010

Gegen 3000 Personen haben in Freiburg gegen die Schliessung der Brauerei Cardinal demonstriert. Cardinal sei ein Teil der Freiburger Identität, rief SP-Präsident Christian Levrat der Menge zu.

1/6 3000 Menschen versammelten sich vor der Brauerei, um für «ihr» Bier einzustehen.

   

Die neuen Ideen der Cardinal-Mitarbeiter. (Quelle: TeleBärn)

Bildstrecke

Schliessung der Cardinal-Brauerei in Freiburg

Schliessung der Cardinal-Brauerei in Freiburg
Die traditionsreiche Brauerei Cardinal in Freiburg wird im Juni 2011 geschlossen. Das Bier wird aber weiterhin am Feldschlösschen-Hauptsitz in Rheinfelden produziert.

Artikel zum Thema

Cardinal gehöre zu Freiburg wie das Volkslied «Ranz des Vaches», wie das Volksfest «Bénichon» und wie der Eishockeyclub Gottéron, sagte der Freiburger Nationalrat Levrat und erntete dafür die lautstarke Unterstützung des Publikums.

Der Schliessungsentscheid zeuge von der Arroganz der Verantwortlichen gegenüber der Arbeitswelt. Je weiter weg die Entscheidzentren von der Produktion rückten, je schlechter gehe es den Arbeitnehmenden. «Die Entscheide sollen nicht in Kopenhagen oder Rheinfelden fallen, sondern hier», forderte Levrat.

Freiburger Bierkultur

Ans Mikrofon trat auch der Freiburger CVP-Nationalrat und ehemalige Freiburger Stadtpräsident Dominique de Buman. «Freiburg hat seit Jahrhunderten Bierkultur. Die Freiburger lieben ihr Bier und lieben diese Tradition», sagte de Buman.

Doch der multinationale Konzern Carlsberg zerstöre dies alles. Die Chefetage müsse begreifen, dass die Schliessung ein Fehler sei. Die Freiburger liebten ihr Bier, weil es ein Teil ihrer Kultur sei und vor Ort produziert werde.

Gelb soweit das Auge reicht

Dominierende Farbe an der lautstarken, aber friedlichen Kundgebung war gelb, die Markenfarbe von Cardinal. Mit gelben T- Shirts, Überkleidern, Küchenschürzen und Hüten, aber auch mit Plakaten und Transparenten rückten kurz nach dem Mittag die gegen 3000 Personen zur Kundgebung vor der Brauerei an.

Die Kundgebungsverantwortlichen der Gewerkschaft Unia zeigten sich hochzufrieden mit dem Aufmarsch. Schliesslich habe man erst vor 24 Stunden zur Kundgebung aufgerufen.

«Wir sind nicht am Ende, wir stehen am Anfang einer Bewegung», hielten Gewerkschaftsvertreter fest. Die Belegschaft habe Ideen, wie Cardinal in Freiburg erhalten werden könne. Nun stünden heikle Verhandlungen mit der Direktion an. Da brauche es die Unterstützung der Bevölkerung.

Geist von 1996 beschwören

Dass die Freiburgerinnen und Freiburger wie eine Eins hinter «ihrem» Bier stehen, haben sie 1996 schon einmal bewiesen. Damals wollten die Verantwortlichen die Brauerei schliessen. Tausende solidarisierten sich mit den Cardinal-Arbeitern und gingen für ihr Bier auf die Strasse. Die Verantwortlichen nahmen damals den Schliessungsentscheid zurück.

Die Rednerinnen und Redner beschworen denn auch diesen Geist von 1996. «Cardinal va résister une deuxième fois» (Cardinal wird auch ein zweites Mal Widerstand leisten), zeigte sich Armand Jaquier von der Gewerkschaft Unia überzeugt.

Ende August hatte die Feldschlösschen-Gruppe, zu der Cardinal gehört, die Schliessung bekannt gegeben. «Feldschlösschen» begründete den Schritt mit einem Entscheid des dänischen Mutterkonzerns Carlsberg. Dieser werde die bisher bei Feldschlösschen in Rheinfelden AG angesiedelte Produktion von alkoholfreiem Exportbier ins Ausland zu verlagern.

Von der Cardinal-Schliessung in Freiburg sind 75 Angestellte betroffen. 18 sollen frühpensioniert werden, den anderen will «Feldschlösschen» Stellen anbieten. Die Biermarke Cardinal soll künftig in Rheinfelden gebraut werden. (bru/tan/mrs/sda)

Erstellt: 04.09.2010, 16:09 Uhr

Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft

Telefonbuch

Marktplatz

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?

Ja, auf jeden Fall

 
15.1%

Nein, interessiert mich nicht

 
40.2%

Erst wenn die Geräte billiger geworden sind

 
35.1%

Ich habe schon einen

 
9.7%

3308 Stimmen

Gratis ePaper für «Bund»-Abonnenten