30 Prozent der Lebensmittel landen im Müll
Aktualisiert am 13.11.2011 149 Kommentare
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Das Fleischdebakel bei Coop hat bei den Konsumenten für viel Wirbel gesorgt. Viele fragen sich: Wie kann so etwas passieren? Damit geraten auch die Lebensmittel-Kontrollstellen des Kantons ins Visier der Kritik. Der Fall Coop zeige, dass die Kontrollen durch den Kanton ungenügend seien, sagt Konsumentenschützerin Sara Stalder gegenüber der «SonntagsZeitung».
Wie die Zeitung schreibt, werden nur wenig Frischetheken bei Grossverteilern kontrolliert. Laut dem Jahresbericht des Kantonalen Labors in Zürich wurden im letzten Jahr 13'561 Lebensmittelproben untersucht. Insgesamt erfüllten 1665 Proben die rechtlichen Vorgabe nicht und wurden beanstandet.
Kontrollen mehrheitlich bei Problemprodukten
Die Zahl scheint grösser als sie ist. Denn die Kantonschemiker testen vor allem Produkte, die schon als problematisch eingestuft werden. Die Statistik sehe daher weit ungünstiger aus als die Lebensmittel auf dem Markt, sagt das Labor gegenüber der «SonntagsZeitung». Im Weiteren handle es sich bei den beanstandeten Proben meistens um kleine Warenposten. Mängel bei Lebensmitteln, die in grossen Mengen verzehrt würden, seien sehr selten.
Auch Stadler sagt, es handle sich bei den bisherig bekannten Coop-Fällen eher um falsch deklarierte und damit überteuerte Ware, mit der Konsumenten getäuscht wurden, als um einen Lebensmittelskandal. Allgemein würden viel zu viele Lebensmittel trotz tadellosen Zustands weggeworfen.
Erste Selektion bei den Bauern
Tatsächlich landen gemäss Schätzungen der UNO-Welternährungsorganisation in der Schweiz jedes Jahr rund 250'000 Tonnen Nahrungsmittel – also etwa 30 Prozent der produzierten Esswaren – im Müll. Gemäss Coop-Sprecherin Susanne Sugimoto entsorgt Coop jährlich «zwischen 3 und 6 Prozent aller Lebensmittel» im Abfall. Bei der Migros landet «je nach Filiale zwischen 1 und 5 Prozent des Frischfleisches» im Müll, so Sprecher Urs Peter Naef in der «SonntagsZeitung».
Dabei findet eine erste Selektion bereits bei den Bauern statt. Denn Grossisten haben eine genaue Vorstellung davon, wie ihr Gemüse im Regal aussehen soll. Blumenkohl und Broccoli beispielsweise sollten 700 Gramm wiegen, ein Salatkopf 250 Gramm.
Doch nicht nur die Grossisten, sondern auch die Konsumenten selbst werfen oftmals tadellose Lebensmittel weg. Pro Person und Jahr landen im Durchschnitt 100 Kilogramm im Müll. Dies, obwohl gemässe UNO-Experten die meisten Lebensmittel auch nach dem Ablaufdatum problemlos geniessbar sind.
(wid)
Erstellt: 13.11.2011, 09:37 Uhr
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149 Kommentare
Was ich am ganzen Fleischskandal bei Coop am interessantesten finde: Die ganze Konkurrenz und vor allem der Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) sind alle mucksmäuschenstill. Die sind doch alle heilfroh, dass es nicht sie erwischt hat! Sonst wird jede Schwäche eines Konkurrenten jeweils sofort mit allen erdenklichen Marketingmethoden gnadenlos ausgenutzt- nur hier nicht. Antworten
Die Produktion "genormter" Lebensmittel, vor allem in der EU schafft Probleme in der III. Welt. Vom Poulet werden hier nur Brust und Schenkel verkauft, der Rest tiefgefroren eingelagert. Franz. Händler kaufen diesen Rest beinahe umsonst und verkaufen die Ware in Westafrika so billig das dort die Geflügelzüchter bankrott gehen und wieder auf Hilfe angewiesen sind. Wir "exportieren" Hunger. Antworten
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