Wirtschaft

«20'000 Arbeitsplätze gehen verloren»

Aktualisiert am 22.04.2012 269 Kommentare

Sergio Ermotti fährt schweres Geschütz auf: In einem Interview bezeichnet der UBS-Chef den Steuerstreit als Wirtschaftskrieg. Die USA und die EU würden versuchen, den Finanzplatz Schweiz in die Knie zu zwingen.

Düstere Zukunftsprognosen: UBS-Chef Sergio Ermotti sieht Tausende von Arbeitsplätzen auf dem Schweizer Finanzplatz in Gefahr.

Düstere Zukunftsprognosen: UBS-Chef Sergio Ermotti sieht Tausende von Arbeitsplätzen auf dem Schweizer Finanzplatz in Gefahr.
Bild: Reuters

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Im Interview mit der «SonntagsZeitung» findet UBS-Chef Sergio Ermotti klare Worte für die momentane Lage im Steuerstreit: Die Schweiz befinde sich im Wirtschaftskrieg. Seit 2008 werde sie von aussen attackiert, mit dem Ziel, den Schweizer Finanzplatz in die Knie zu zwingen. Konkret gehe es darum, den beiden international erfolgreichen Grossbanken zu schaden – also der UBS (UBSN 17.92 0.56%) und der Credit Suisse. (CSGN 28.81 -1.50%)

Daran haben laut Ermotti aber nicht nur die USA und die EU ein Interesse, sondern auch die Konkurrenten von UBS und CS. «Unsere Banken verwalten 2,2 Billionen Franken ausländische Vermögen. Da wollen sich einige Konkurrenzbanken und ausländische Finanzplätze zusätzliche Marktanteile verschaffen», sagt er im Interview.

Rund 20 Prozent der Jobs gehen verloren

Für die Zukunft malt Ermotti im Interview schwarz: Er rechnet damit, dass durch die Abgeltungssteuer 20 bis 25 Prozent der Vermögen abfliessen werden. Zudem würden die Margen sinken.

Im Klartext: «Einzelne Banken werden Verluste machen, müssen Kosten senken, fusionieren oder werden übernommen. Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren auf dem Schweizer Finanzplatz rund 20 Prozent der Jobs, also 20'000 Arbeitsplätze, verloren gehen», sagt er.

Genfer Privatbank im Visier der Ermittler?

Wie die «SonntagsZeitung» weiter berichtet, könnte der Steuerstreit mit den USA zudem bald in die nächste Runde gehen. Laut einer Klageschrift, die der Zeitung vorliegt, soll nach der CS und zehn weiteren Banken erstmals ein Privatinstitut des Genfer Finanzplatzes ins Visier der US-Behörden geraten sein. Es soll sich um eine der grössten partnerschaftlich organisierten Privatbanken der Schweiz mit Hauptsitz in Genf handeln.

Auf diese Beschreibung würden laut «SonntagsZeitung» drei Finanzinstitute passen: Pictet & Cie, Lombard Odier & Cie sowie die deutlich kleinere Mirabaud & Cie. Letztere beiden Banken hätten dementiert, etwas mit der Sache zu tun zu haben. (fko)

Erstellt: 22.04.2012, 06:39 Uhr

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269 Kommentare

Bruno Ledermann

21.04.2012, 23:51 Uhr
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Endlich hat einmal jemand den Mut, die Wahrheit zu sagen. Im multidimensionalen Steuerstreit geht es ueberhaupt nicht um steuermoralische Probleme. Es geht NUR darum, den Finanzplatz Schweiz zu zerstoeren, damit die grossen Finanzimperialisten USA und England in Zukunft alleine dominieren koennen. Die enormen Staatsschulden dieser Laender muessen finanziert sein. "End of Story". Antworten


Ian John

22.04.2012, 00:13 Uhr
Melden 524 Empfehlung 0

Ja genau,
es geht darum, den Schweizer Finanzplatz in die Knie zu zwingen und die ausländischen Finanzplätze wollten sich zusätzliche Marktanteile verschaffen.
Fakt ist, dass UK und die USA ihre Steueroasen schuetzen und auf die Schweiz schiessen.
Es ist zum Beispiel bekannt, dass das grieschische Schwarzgeld in den letzten Jahren hauptsächlich Richtung UK geflossen ist.
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