16 Berner Vögele-Läden werden umgewandelt, einer nicht

Aus den Charles-Vögele-Läden werden OVS-Filialen – ausser in der Berner Spitalgasse.

Für die Mitarbeiter in den Filialen der untergehenden Kleidermarke soll sich nicht viel ändern.

Für die Mitarbeiter in den Filialen der untergehenden Kleidermarke soll sich nicht viel ändern. Bild: Alessandro Della Bella/Keystone

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Die altehrwürdige Kleidermarke Charles Vögele verschwindet – auch aus Bern. Der Laden an der Marktgasse in der Berner Altstadt schliesst nächsten Dienstag. Dann wird das violett-weisse Charles-Vögele-Schild abmontiert, der Laden umgebaut und die Kleider ausgetauscht, bis das Geschäft dann im September unter dem neuen Namen OVS (ausgesprochen: Oviesse) wieder eröffnet.

Derselbe Prozess findet in 15 weiteren Filialen im ganzen Kanton Bern statt: In Belp, Biel, Burgdorf, Heimberg, Interlaken, Köniz, Langenthal, Langnau, Lyss, Meiringen, Ostermundigen, St. Imier und in drei Filialen in Thun. Nicht aber in der Berner Spitalgasse, wo sich eine weitere Filiale befindet. Charles-Vögele-Sprecherin Nicole Borel spricht von einer «Ausnahme». Die Filiale werde nicht in ein OVS-Geschäft umgewandelt. Die Verhandlungen liefen aber noch. Verschwinde das Geschäft, werde sämtlichen Mitarbeitenden eine Stelle in einer OVS-Filiale angeboten. Da es im Kanton Bern viele Filialen gebe, könne man Stellen in nahe gelegenen Läden anbieten.

In den Filialen, die umgewandelt würden, sagt Borel, ändere sich für die Mitarbeitenden nicht viel. Sie arbeiteten einfach für eine andere Marke, mit einer neuen Kollektion.

Unsicherheit bei Mitarbeitenden

Anders klingt es bei der Gewerkschaft Unia. Muriel Zürcher von der Leitung der Sektion Bern sagt, die Gewerkschaft habe mehrere Filialen besucht. Die Mitarbeitenden seien verunsichert. Ihnen sei gesagt worden, sie würden am Montag darüber informiert, wie es weitergehe. In einem internen Schreiben sei zwar mitgeteilt worden, der Personalbestand werde nicht sinken. Doch daran glaubt Zürcher nicht. Sie rechnet mit einer Salamitaktik, mit einem schrittweisen Abbau, um eine Massenentlassung zu vermeiden. «OVS hat kein Interesse an kleinen Standorten. Die Kette will lieber einige wenige grosse Filialen», sagt die Unia-Frau.

Der Grund des ganzen Namenswechsels ist die Übernahme des altehrwürdigen Unternehmens Charles Vögele. Nach einem jahrelangen Überlebenskampf wurde die Modekette letztes Jahr verkauft, an eine Investorengruppe, zu der die italienische Modekette OVS gehört. Im Zuge der Übernahme wurden im Kanton Schwyz am Hauptsitz und in der Logistik bereits 260 Stellen gestrichen. (Der Bund)

Erstellt: 14.07.2017, 09:01 Uhr

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