12'000 Datensätze mit sensiblen Angaben in Umlauf geraten
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Nachdem dem Hörfunksender NDR Info bereits im vergangenen Herbst 27'000 Kundendaten aus AWD-Bestand vorgelegen hatten, erhielt er nun nach eigenen Angaben noch einmal Kenntnis von weiteren 12'000 Personendatensätzen. Darin seien sowohl persönliche Details über Kundenverträge als auch Angaben über ehemalige und noch aktive AWD-Mitarbeiter aufgelistet.
In einer Stellungnahme bestritt der Finanzdienstleiter am Montag nicht die Echtheit der Daten, allerdings habe es «nach derzeitigen Erkenntnissen keinen Datenschutzverstoss bei AWD» gegeben, teilte das Unternehmen in Hannover mit: «Solche Buchauszüge müssen von AWD im Zusammenhang mit den Provisionsabrechnungen für Handelsvertreter erstellt und auf deren Verlangen ausgehändigt werden.» Die nun aufgetauchten Datensätze stammten aus einer derartigen Weitergabe an eigenständige Vertreter, wozu diese gesetzlichen Anspruch hätten.
Darüber hinaus seien die präsentierten Daten veraltet, teilweise sogar mehr als zehn Jahre alt, teilte AWD mit. Dies lege den Schluss nahe, dass die Informationen aus demselben Datenpool stammten, den der NDR bereits im Oktober 2009 genutzt habe.
NDR dementiert
Die Vorwürfe zu den Recherche-Ergebnisse bestreitet der Sender vehement. «Es handelt sich hierbei nicht um die gleiche Quelle wie aus der ersten Datenpanne bei AWD im vergangenen Herbst», sagte NDR-Reporter Arne Meyer auf Nachfrage. Es seien zwar auch ältere Kundendatensätze vorhanden, aber da Versicherungsverträge grösstenteils lange Laufzeiten hätten, seien die Angaben durchaus aktuell.
Wie schon bei der ersten Datenpanne seien persönliche Daten, Telefonnummern, Berufsbezeichnung und Einzelheiten zu den Versicherungsverträgen verzeichnet. Bei mehreren hundert Kunden seien darüber hinaus auch die Bankverbindungen angegeben. Telefonische Stichproben von NDR Info bei Kunden hätten ergeben, dass es sich um echte Daten handelt.
«Das ist das Schlimmste»
Dem Sender zufolge könne sich der Finanzdienstleister auch nicht der Verantwortung entziehen, wenn die Datensätze von Dritten, also etwa von den Handelsvertretern weitergegeben worden seien. Dazu sagte der Datenschutzexperte Nikolaus Forgó, dass sich Unternehmen sehr wohl gegen kriminelle Energien schützen könnten: «Das ist das Schlimmste für ein Unternehmen, wenn man ein Glaubwürdigkeitsproblem durch Sicherheitsmängel hat.» Daher müsse ein Unternehmen alles für einen systematischen Schutz tun. (sam/ddp)
Erstellt: 08.02.2010, 13:35 Uhr
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