Weko nimmt Galenica-Deal unter die Lupe

Die Wettbewerbskommission überprüft einen geplanten Zukauf der Galenica. Sie fürchtet, dass diese im Medikamentenhandel zu mächtig werden könnte.

Die Weko überprüft den geplanten Pharmapool-Kauf von Galenica. (Symbolbild/Archiv)

Die Weko überprüft den geplanten Pharmapool-Kauf von Galenica. (Symbolbild/Archiv) Bild: Keystone

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Das Berner Unternehmen Galenica ist im Handel mit Medikamenten ein grosser Fisch. Jedes zweite in der Schweiz verkaufte Medikament läuft durch die Hände des Konzerns. Durch eine Übernahme könnte der Marktanteil bald noch grösser werden: Über ihre Tochter Galexis will Galenica das Unternehmen Pharmapool übernehmen, wie sie im Mai bekannt gab. Dieses beliefert Ostschweizer Ärzte mit Medikamenten und betreibt eine Apotheke im sankt-gallischen Heerbrugg.

Die Wettbewerbskommission (Weko) sieht nun die Gefahr einer zu grossen Marktmacht, einer sogenannt «marktbeherrschenden Stellung». Die Behörde nimmt den geplanten Deal daher genau unter die Lupe, wie sie gestern mitteilte. Nach der Übernahme hätten Ärzte und Apotheken in der Ostschweiz weniger Auswahlmöglichkeiten, sagte Weko-Direktor Rafael Corazza dem «Bund». Heute können diese bei der Galenica-Tochter Galexis, bei Pharmapool oder anderen Anbietern wie Zur Rose, Amedis oder Pharmafokus einkaufen. Danach stünde hinter den ersten beiden faktisch der gleiche Anbieter. Auch beim Medikamentenverkauf an den Endkunden sieht die Weko die Gefahr einer Marktdominanz, jedoch lediglich im St.??Galler Rheintal, wo Pharmapool ihre einzige Apotheke betreibt.

Preise sollen unabhängig bleiben

Galenica möchte Pharmapool zwar als eigenständige Gesellschaft weiterführen, sieht aber auch Synergiepotenzial – hauptsächlich beim Einkauf, wie Galenica-Sprecherin Christina Hertig auf Anfrage sagte. Welchen Einfluss hätte der Zusammenschluss auf die Preise? Bei jenen Medikamenten, die die Krankenkasse bezahlt, seien die Preise vorgegeben, sagte Hertig. Bei den anderen Produkten und Dienstleistungen werde Pharmapool wie bisher eigene Preise festlegen.

Die Untersuchung der Weko dauert vier Monate. Danach hat die Behörde drei Möglichkeiten: Sie kann den Deal bedingungslos durchwinken, unter Auflagen erlauben oder ganz verbieten. (Der Bund)

Erstellt: 19.10.2016, 07:04 Uhr

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