Wo die Wirtschaft am schnellsten anzieht

Aktualisiert am 20.04.2010

Nach dem Rezessionsjahr 2009 kehren die Regionen der Schweiz unterschiedlich rasch auf den Wachstumspfad zurück.

Die Zentralschweiz startet am stärksten in den Aufschwung: Uri, Glarus und Zug (blau) verzeichnen Wachstumsraten von über 1,8 Prozent.

BAK Basel Economics

Nach Ansicht des Konjunkturforschungsinstituts BAK Basel Economics erholt sich die Zentralschweiz am schnellsten. Für die Zentralschweiz prognostizieren die Basler Ökonomen für das laufende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1,7 Prozent. Die Region profitiert von ihren guten Standortbedingungen, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag. Neben der tiefen Steuerbelastung wirkt sich im Kanton Zug der ausgewogene Branchenmix positiv aus. Uri und Glarus profitieren von Grossprojekten.

Zu den Wachstumslokomotiven gehört sodann der Raum Basel, der von der stabilen Pharma-Industrie (Life Sciences) profitiert. BAK Basel Economics sagt ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent voraus. Als einzige Region war Basel letztes Jahr nicht in eine Rezession abgerutscht.

Flaute in Bern

An Dynamik gewinnen auch die Genfersee-Region (+1,5 Prozent) und der Raum Zürich/Aargau (+1,4 Prozent). Sie profitieren von den besseren Aussichten im Finanzsektor sowie auf dem breiten Gebiet der Unternehmensdienstleistungen.

Noch verhalten sind die Wachstumsperspektiven in jene Regionen, die vom Tourismus und vom Baugewerbe geprägt sind: Ostschweiz (+0,9 Prozent), Espace Mittelland mit Bern als Zentrum (+0,8 Prozent) und Südschweiz (+0,7 Prozent). Von der Flaute im Tourismus wird der Kanton Graubünden besonders hart getroffen.

1,7 Prozent Wachstum 2011

Für die gesamte Schweiz rechnet BAK Basel Economics im laufenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent (Prognose vom 11. März). Im kommenden Jahr dürfte das Wachstum auf 1,7 Prozent anziehen.

Die Basler Ökonomen erwarten ferner, dass die Zahl der Arbeitslosen trotz des zarten Wirtschaftswachstums im laufenden Jahr in allen Schweizer Regionen zunimmt. Der Arbeitsmarkt hinkt der Konjunktur erfahrungsgemäss immer hinterher - im Abschwung wie im Aufschwung.

(cpm/sda)

Erstellt: 20.04.2010, 13:10 Uhr

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