Zyperns Kleinanleger können wieder hoffen

Die geplante Beteiligung von Kleinanlegern an der Abgabe zur Zypern-Rettung sorgte für heftige Kritik. Die Eurogruppe macht sich nun für die Kunden kleiner Konten ein. Das letzte Wort hat jedoch Zyperns Regierung.

  • 23.50 Uhr  

    DerBund.ch/Newsnet beendet hiermit die Berichterstattung über Zypern. Wir werden Sie morgen wieder über weitere Geschehnisse informieren.

  • Zusammenfassung  

    «Einlagen unter 100'000 Euro garantieren»

    Die Eurogruppe setzt sich dafür ein, Kleinanleger von der Sonderabgabe für Bankkunden in Zypern auszunehmen. Die Euro-Finanzminister sprachen sich einer Erklärung dafür aus, «Einlagen unter 100'000 Euro vollkommen zu garantieren». Die Entscheidung über die Gestaltung der Abgabe liegt bei der Regierung des hoch verschuldeten Landes. Die Eurogruppe und Zypern könnten somit nach heftigen Protesten eine Kehrtwende vollziehen.

    Nach einem am Samstag vereinbarten Rettungsplan für Zypern sollten alle Inhaber von Konten bei zyprischen Banken eine Zwangsabgabe zahlen: Sparer mit bis zu 100.000 Euro Einlagen sollten eine Abgabe von einmalig 6,75 Prozent zahlen, Kunden mit mehr als 100'000 Euro 9,9 Prozent. Besonders die Abgabe für Kleinsparer hatte in Zypern für Empörung gesorgt und war auch international auf Kritik gestossen.

    «Mehr Progressivität bei Abgaben»

    Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle warnte in der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstagausgabe): «Man muss aufpassen, dass man nicht die Falschen trifft.» Eine Parlamentsabstimmung über den Beschluss in Zypern war zweimal verschoben worden und soll nun am Dienstag stattfinden, die Banken des Landes bleiben bis Donnerstag geschlossen. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem (im Bild) forderte Regierung und Parlament in der Erklärung zu einer «schnellen Entscheidung» auf.

    «Die Eurogruppe ist weiterhin der Ansicht, dass Kleinanleger anders als Grossanleger behandelt werden sollten und bekräftigt die Wichtigkeit, Einlagen unter 100'000 Euro vollkommen zu garantieren», erklärte Dijsselbloem nach einer Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister. Verhandlungskreise bestätigten, dass Bankkunden mit Guthaben unter 100'000 Euro nach Ansicht der Eurogruppe von der Zwangsabgabe ausgenommen werden sollten. Die endgültige Entscheidung liege aber bei Zyperns Regierung.

    Auf Erleichterungen können die Kleinanleger aber offenbar auf jeden Fall hoffen. Die zyprische Regierung werde «mehr Progressivität» bei der Abgabe anwenden, erklärte Dijsselbloem. Voraussetzung ist demnach jedoch, dass die Hilfszahlungen der Eurozone dadurch nicht über die vereinbarten zehn Milliarden Euro hinausgehen. Die Sonderabgabe sollte in ihrer bisherigen Form 5,8 Milliarden Euro bringen.

    Reiche stärker zur Kasse gebeten

    Werden die Kleinsparer mit einer geringeren Abgabe belegt, müssen die Inhaber grosser Guthaben stärker zur Kasse geben werden, um dieses Ziel zu erreichen. Dies könnte etwa reiche Briten und Russen treffen, die Vermögen auf der als Finanzoase geltenden Mittelmeerinsel angelegt haben. Welche Staffelung der Abgabe die zyprische Regierung nun dem Parlament vorschlagen will, war zunächst nicht bekannt. In Nikosia wurde aber offenbar angeregt, Einlagen bis 100'000 Euro einmalig nur mit drei Prozent zu belasten, solche über 500'000 Euro dafür aber mit 15 Prozent.

    Das Hin und Her um das Zypern-Paket wurde international mit Sorge betrachtet. Das US-Finanzministerium forderte eine «verantwortliche und faire» Lösung, mit der die Stabilität des Finanzsystems gewährleistet bleibe. (AFP)

  • 21.30 Uhr  

    Bankguthaben auf 65 Milliarden Euro gesunken

    Die Bankguthaben in Zypern haben sich nach Informationen der «Welt» seit Ende Januar von 68,4 auf rund 65 Milliarden Euro verringert. Der bereits zuvor zu beobachtende Kapitalabfluss habe im Februar und März angehalten, berichtet das Blatt in seiner Dienstagsausgabe unter Berufung auf Finanzkreise.

    Trotz der anhaltenden Debatten über eine Schieflage Zyperns sei die Kapitalflucht nur moderat. Der Höchststand der Einlagen sei im Mai 2012 mit 72,5 Milliarden Euro erreicht worden. Zum 31. Januar habe die zyprische Notenbank 25,6 Milliarden Euro aus dem Ausland ausgewiesen. (AFP)

  • 20.00 Uhr  

    «Verantwortliches und faires» Rettungspaket

    Die USA haben die Länder der Eurozone zu einer «verantwortlichen und fairen» Lösung beim Zypern-Rettungspaket aufgerufen. Dabei müsse die Stabilität des Finanzsystems gewährleistet bleiben, erklärte das Finanzministerium in Washington. Finanzminister Jack Lew stehe mit seinen Kollegen in Europa in Kontakt. Zuvor hatte das Weiße Haus erklärt, die Lage in Zypern genau zu verfolgen. (AFP)

  • Zusammenfassung  

    Aufruhr in Zyperns Gesellschaft

    Die Stimmung in der kleinen Inselrepublik Zypern ist explosiv. In allen Parteien und in der Gesellschaft herrscht Aufruhr. Keiner mag hinnehmen, dass Kinder und Rentner mit kleinen Ersparnissen mit einer Zwangsabgabe auf Bankeinlagen dem Staat unter die Arme greifen müssen - und damit auf eine Stufe mit den Wohlhabenden aus Russland und der Ukraine gestellt werden, die Geld auf zyprischen Banken bunkern.

    Der konservative Präsident Nikos Anastasiades musste am Montag einlenken - schon wieder. Die Abstimmung im Parlament in Nikosia über die erstmalige Zwangsabgabe für Bankeinlagen - als Bedingung für das Milliarden-Hilfspaket der Euro-Partner- wurde zum zweiten Mal binnen 48 Stunden verschoben.

    Anastasiades' Koalitionspartner und Chef der Demokratischen Partei, Marios Karogian (im Bild), gab den Volkszorn wieder, als er salopp sagte: «Wir sind keine Versuchskaninchen.» Sogar aus eigenen Reihen des Regierungslagers meldeten sich Abweichler.

    Bankensektor muss kleiner werden

    Ohne Ausbesserungen ist das Gesetz offenbar nicht durchzubringen. Das ganze politische System könnte zusammenbrechen - und die Insel binnen Stunden das erste Euro-Land werden, das Pleite geht. Die Abgeordneten wollen nun am Dienstagabend zusammenkommen, um über ein neues Gesetz zu beraten und abzustimmen. Bis dahin muss das Rettungsprogramm irgendwie so verschönert werden, damit die Bürger es akzeptieren. Nur wie?

    Hunderte Bürger versuchten am Samstag ihr Geld abzuheben. Der Teilsieg der Menschen auf der Strasse und der politischen Gegner des Sparprogramms ändert nämlich nichts daran, dass der aufgeblasene zyprische Bankensektor verkleinert werden muss, bevor er den Staat mit in den Abgrund zieht.

    Reiche Russen und Ukrainer - so Experten der EU - dürften nicht mehr von einem Bankensystem profitieren, das ihren Bedürfnissen angepasst ist. Der EU macht dabei Schwarzgeld zum Thema. Unabhängige Studien zeigen zwar, dass Zypern nicht ganz oben auf der Liste der Staaten ist, die Gelder aus dubiosen Quellen aufnehmen. Dennoch hat Zypern internationale Finanzhilfe beantragt, weil eine schwere Bankenkrise die Insel erschüttert.

    Solidarität in ganz Europa

    Am Montag konnten viele Zyprer die Solidarität anderer Europäer spüren. Hinter ihnen stand fast die gesamte internationale Presse. Noch nie habe es so einen Schlag gegen den Anlegerschutz gegeben, lautete der Tenor in fast allen Medien. Es könnte ein gefährlicher Präzedenzfall werden, obwohl immer wieder betont wird, bei Zypern handele es sich um einen Einzelfall.

    Tabus zu brechen sei manchmal keine gute Idee, hiess es in Nikosia dazu. «Das hat nichts mit ökonomischer Logik zu tun», sagten einstimmig die Menschen auf den Strassen.

    Die zweite Halbzeit der Zypern-Rettung soll am Dienstag gespielt werden. Das Parlament soll entscheiden, wer wieviel zahlen muss, um das Land zu retten. Die Zahlen sind klar. Die Bedingungen der Geldgeber auch: Zypern braucht 17,5 Milliarden Euro.

    Die Eurogruppe ist bereit, 10 Milliarden beizusteuern. Weitere 5,8 Milliarden Euro müssen die Bürger und die Oligarchen durch die Zwangsabgabe auf Bankeinlagen zahlen. Den Rest der 1,7 Milliarden Euro will Zypern bei den Russen suchen. Möglicherweise könnte eine russische Bank eines der zyprischen Geldinstitute übernehmen. Zudem hofft Zypern auf eine Streckung der Zahlung eines russischen Kredites in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. (sda)

  • 16.40 Uhr  

    Finanzminister halten Telefonkonferenz

    Die Finanzminister der 17 Euro-Staaten in der EU wollen in einer Telefonkonferenz am Abend über die Lage in der Zypern-Krise beraten. Wie aus EU-Kreisen in Brüssel verlautete, soll dabei auch über den Wunsch der zyprischen Regierung gesprochen werden, die für das Rettungspaket vereinbarte Zwangsabgabe auf Bankeinlagen so zu verändern, dass Kleinsparer weniger zahlen müssen als die Besitzer grosser Vermögen. (sda)

  • 16.28 Uhr  

    Zyperns Parlament verschafft sich Bedenkzeit



    Das zypriotische Parlament hält die Verschiebung der Debatte über das Hilfspaket für notwendig: Die geänderten Vorschläge der Regierung müssten diskutiert werden. (Reuters)

  • 15.55 Uhr  

    Banken bleiben noch zwei Tage geschlossen

    Die Banken in Zypern bleiben wegen der Hängepartie um das EU-Rettungspaket bis Donnerstag geschlossen. Dies teilte die Zentralbank mit. Heute ist in Zypern Feiertag. Ursprünglich sollte das Rettungspaket vor der regulären Öffnung der Banken Dienstagfrüh im Schnellverfahren durchs Parlament geschleust werden. Befürchtet wird ein Ansturm der Sparer auf die Banken. (AP)

  • 14.55 Uhr  

    «Europas Bürger müssen nun um ihr Geld fürchten»

    Der deutsche Volkswirtschaftsprofessor Peter Bofinger hält die Beteiligung von Kleinsparern am Rettungspaket für Zypern gefährlich. Bofinger ist einer der sogenannten Wirtschaftsweisen, dem deutschen Sachverständigenrat für Wirtschaft. Die nun beschlossene Lösung sei die «schlechtestmögliche», sagt Bofinger in einem Interview mit «Spiegel online». «Die Beteiligung kleiner Sparer ist hochgradig gefährlich.» Die Massnahme erschüttere das Vertrauen der Anleger auf dem ganzen Kontinent. «Europas Bürger müssen nun um ihr Geld fürchten.»

    Die Gefahr für den Euroraum sieht Bofinger vor allem darin, dass sich die Bankkunden anderer Euroländer bei einer Verschärfung an Zypern errinnern würden und deshalb ihr Geld abziehen könnten. Bofinger hätte es vorgezogen, wenn die anderen Euroländer den fehlenden Betrag eingeschossen hätten: «Am Ende ist es besser, eine Milliarde zur Rettung der Kleinsparer in Zypern in die Hand zu nehmen, als einen Zusammenbruch des Euro-Finanzsystems zu riskieren.» (mw)

  • Zusammenfassung  

    Rettung von Zypern wird zur Hängepartie

    Das mühsam verhandelte Rettungspaket für den Euro-Krisenstaat Zypern wird wieder aufgeschnürt. Nach massiven Protesten gegen die Zwangsabgabe für Bankkunden verschob das Parlament in Nikosia zum zweiten Mal die Debatte über den mit den Euro-Ländern ausgehandelten Kompromiss. Die Zwangsabgabe schickte die Börsen auf Talfahrt, Moskau zeigte sich angesichts der hohen Einlagen russischer Bürger auf der Insel empört. Die Volksvertretung werde sich erst morgen mit dem Hilfsplan befassen, teilte Parlamentspräsident Giannakis Omirou in Nikosia mit. Die Sondersitzung des Parlaments war zuvor bereits von Sonntag auf heute verschoben worden. Hintergrund sind offenbar fieberhafte Verhandlungen über Änderungen an dem Rettungspaket. Im Gespräch war vor allem ein geringerer Beitrag für Kleinanleger und zugleich eine höhere Belastung für Grossvermögen.

    Das finanziell angeschlagene Zypern und die Euro-Finanzminister hatten sich am Samstag in einer Nachtsitzung auf ein milliardenschweres Rettungspaket verständigt. Demnach soll die Mittelmeerinsel bis zu zehn Milliarden Euro Finanzhilfe bekommen. Zudem wurde eine Zwangsabgabe für alle Inhaber von Konten bei zyprischen Banken vereinbart: Sparer mit bis zu 100'000 Euro Einlagen müssen demnach eine Abgabe von einmalig 6,75 Prozent zahlen, Kunden mit mehr als 100'000 Euro 9,9 Prozent. Diesem Plan stimmte in Brüssel der zyprische Präsident Nikos Anastasiades zu.

    Die Zwangsabgabe für Bankkunden ist bisher einmalig bei einer Rettungsaktion für einen Euro-Krisenstaat, nicht nur die Kurse an Europas Börsen gerieten massiv unter Druck. Denn die Abgabe weckte Befürchtungen, dass auch in anderen Krisenstaaten die Bankeinlagen nicht mehr sicher sein könnten. In Zypern selbst hatte die Beteiligung auch von Kleinsparern am Wochenende zu massiven Protesten geführt.

    Neues Modell im Gespräch

    Laut Berichten zyprischer Medien ist nun in Nikosia ein neues Dreistufen-Modell im Gespräch. Demnach sollten Bankkunden mit Guthaben unter 100'000 Euro geringer als bisher geplant belastet werden. Sie sollen den Medienberichten zufolge eine Abgabe von 3,0 Prozent auf ihr Guthaben zahlen. Ab 100'000 Euro wären es dann 9,9 Prozent, für Guthaben von über 500'000 Euro würden 15 Prozent fällig.

    Die Bundesregierung betonte, dass allein Nikosia über die Ausgestaltung der Bankenabgabe entscheide. «Wie das Land den Beitrag aufbringt, wie es das staffelt, das war und ist Sache der zyprischen Regierung», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Ähnlich äusserten sich Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici und der deutsche Vertreter im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen.

    Über ein neues Paket müsste sich Nikosia auch mit den Euro-Ländern verständigen. Für diese zählt nach Angaben eines EU-Vertreters letztlich nur, dass wie durch die bisherigen Vorschläge über die Abgabe 5,8 Milliarden Euro eingetrieben werden.

    Neben den empörten Kleinsparern protestierte auch Russland scharf gegen die Zwangsabgabe der Bankkunden. Diese sei «ungerecht, unprofessionell und gefährlich», erklärte Präsident Wladimir Putin. Regierungschef Dmitri Medwedew sprach von einer «Konfiszierung ausländischen Geldes». Bei zyprischen Banken liegen hohe Einlagen russischer Bürger, nach Schätzungen der Ratingagentur Moody's sind es bis zu 19 Milliarden Dollar. Dem Land wird in diesem Zusammenhang immer wieder Geldwäsche vorgeworfen. (AFP)

  • 13.34 Uhr  

    «Diese Regelung ist keine Erfindung der Bundesregierung»


    «Die Bundesregierung beharrt nicht auf einer Beteiligung von Zyperns Kleinsparern an der Rettung des Landes»: Wolfgang Schäuble reagiert auf die Kritik zu den Sonderabgaben. (Video: Reuters)

  • 13.05 Uhr  

    Kleines EU-Land mit grossen Problemen

    Die Republik Zypern ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union und hat 2008 den Euro eingeführt. Das EU-Recht gilt vorerst jedoch nur im Süden der Insel im östlichen Mittelmeer. Denn im Norden liegt die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Mit einem Bruttoinlandprodukt (BIP) von 18 Milliarden Euro (2011) und 862'000 Einwohnern ist Zypern eine der kleinsten Volkswirtschaften der Eurozone. Fast 90 Prozent dieser Summe wird benötigt, um den aufgeblähten Bankensektor zu stabilisieren. Seit 2012 steckt das Land in einer Rezession. Die Arbeitslosigkeit steigt sprunghaft: Von 7,9 Prozent 2011 auf voraussichtlich über 13 Prozent im laufenden Jahr. In der Schuldenkrise gerät das Land immer stärker in Bedrängnis. Ende 2011 machte der gesamte Schuldenberg des Landes 71,1 Prozent des BIP aus – bis 2014 erwartet die EU-Kommission 97 Prozent. (AFP)

  • 12.57 Uhr  

    Weitere Ökonomen warnen vor Run auf die Banken in Euro-Krisenstaaten

    Wirtschaftswissenschaftler kritisieren die Beteiligung der Bankkunden am Rettungspaket für Zypern. Die Zwangsabgabe könne die Anleger in allen Euro-Krisenländern verschrecken «und zum Räumen ihrer Konten veranlassen», sagte der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn (im Bild), heute im «Handelsblatt online».

    Dies wiederum würde eine Bankenkrise auslösen, die nur durch «massive Intervention» der Europäischen Zentralbank zu beenden wäre. Auch Thorsten Polleit, Honorarprofessor an der Frankfurt School of Finance & Management, befürchtet, dass die Zwangsabgabe bei allen, die Sparguthaben bei Eurobanken halten, «begründetes Misstrauen» heraufbeschwört. Die Politik sei «ganz offensichtlich bereit, geltendes Recht zu verletzen», sagte Polleit dem Onlineportal. Jeder Investor im Euroraum sollte die Massnahme in Zypern als Warnschuss begreifen, fügte er hinzu. (AFP)

  • 12.25 Uhr  

    Zyperns Parlament vertagt Votum erneut

    Das zypriotische Parlament soll erst morgen über das umstrittene Gesetz zur Zwangsabgabe auf Bankeinlagen abstimmen. Dies teilte der Vorsitzende einer der beiden regierenden Koalitionsparteien, Marios Karogian, heute im zypriotischen Fernsehen mit.

    Ursprünglich wollte das Parlament gestern abstimmen. Dies wurde aber erst auf heute und nun erneut verschoben. Die Euro-Finanzminister hatten am Wochenende beschlossen, dass auch Einlagen unter 100'000 Euro herangezogen werden, um das hoch verschuldete Euroland vor der Staatspleite zu retten. Nach Protesten in Zypern hat die Regierung Nachverhandlungen dazu angemeldet.

    Den Auflagen der internationalen Geldgeber zufolge muss der zypriotische Bankensektor 5,8 Milliarden Euro beisteuern, damit die Hilfen im Volumen von zehn Milliarden Euro fliessen können. (mrs)

  • 11.39 Uhr  

    «Diese Quasi-Enteignung bedroht den gesamten Euroraum»

    Nachdem bereits der russische Präsident Wladimir Putin die geplanten Sondereinlagen der EU heftig kritisierte, melden sich nun auch neutralere Stimmen zur Wort. Für den deutschen Wirtschaftsweisen Peter Bofinger geht diese Massnahme klar über das hinaus, was bisher im Zuge der Eurokrise geplant wurde: «Das ist der zweite Tabubruch. Es besteht die Gefahr, dass die Sparer in anderen Ländern verunsichert werden und ihre Konten räumen», sagt der Experte gegenüber der «Passauer Neuen Presse» (Artikel nicht online verfügbar)

    «Diese Quasi-Enteignung der Anlager», so ist Bofinger überzeugt, «würde nicht nur das Bankensystem in Zypern gefährden, sondern wäre eine Bedrohung für das Finanzsystem im gesamten Euroraum.» Das Mitglied des Sachverständigungsrats plädiert dafür, dass die Euro-Finanzminister ihre Zypern-Entscheidung zurücknehmen. Ansonsten würde sich die Euro-Krise gar weiterverschärfen: «Es wird die Europäer ein Vielfaches von dem Kosten, was man jetzt glaubt, durch die Beteiligung der Sparer in Zypern einsparen zu können», sagt Bofinger. (mrs)

  • 11.05 Uhr  

    Parlamentarier arbeiten an einem neuen Vorschlag

    Die Regierung in Zypern will das umstrittene Rettungspaket vor der entscheidenden Parlamentsabstimmung nachverhandeln und eine geringere Zwangsabgabe für die Kleinsparer zypriotischer Banken durchsetzen. «Die Zyprioten diskutieren darüber und arbeiten an einem neuen Vorschlag, um eine Zustimmung im Parlament zu erhalten», sagte ein EU-Vertreter heute der Nachrichtenagentur AFP. «Der Plan ist, dass der Vorschlag heute vorliegt und die Eurogruppe dann in einer Telefonkonferenz darüber berät.»

    Zur Diskussion steht den Angaben zufolge, Bankkunden mit Guthaben unter 100'000 Euro geringer als bisher geplant zu belasten. Eine Beratung der Eurofinanzminister ist bisher aber noch nicht angesetzt, wie ein Sprecher von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem AFP sagte: «Noch ist nichts geplant, aber dieser Tag ist ziemlich schwer vorherzusagen.» Zyperns Parlament soll dem in der Nacht zu Samstag vereinbarten Rettungspaket eigentlich heute zustimmen. (AFP)

  • 10.30 Uhr  

    Schicksalstag in Zypern


    Heftiger Widerstand: Heute stimmt das Parlament in Zypern über das EU-Hilfspaket ab. (Quelle: Reuters)

  • 10.25 Uhr  

    Sarris reist erst am Mittwoch nach Moskau

    Nach dem Beschluss der Eurogruppe zu Finanzhilfen für Zypern will Finanzminister Michalis Sarris zwei Tage später als zunächst geplant zu Gesprächen nach Moskau reisen. Wie aus dem russischen Finanzministerium verlautete, ist sein Besuch nun für Mittwoch und nicht bereits für heute geplant.

    Zu den Zielen der Reise wurden keine Angaben gemacht, es werden jedoch Verhandlungen über die Verlängerung eines russischen Hilfskredits im Umfang von 2,5 Milliarden Euro und eine mögliche Beteiligung Russlands an dem Hilfsprogramm erwartet, um die Finanznöte der Insel zu lindern. (sda)

  • 10.18 Uhr  

    Putin kritisiert Abgaben – viele Russen haben Geld in Zypern angelegt

    Russlands Präsident Wladimir Putin hat eindringlich vor der Verabschiedung der geplanten Zypern-Sonderabgabe gewarnt. Diese Abgabe in der vorgeschlagenen Form sei «unfair, unprofessionell und gefährlich», sagte ein Sprecher Putins am Montag nach einem Sondertreffen zu dem Thema. Viele Russen haben ihr Geld in Zypern angelegt.

    Das Parlament in Zypern soll im Laufe des Tages über das europäische Rettungspaket für das Land abstimmen. Besonders strittig ist dabei die geplante Zwangsabgabe aller Kontoinhaber in Zypern, die dadurch an der Bankenrettung beteiligt werden sollen. Der russische Vizefinanzminister Anton Schatalow plädierte unterdessen dafür, nur die Zinserträge extra zu besteuern.

    Zypern setzt neben den EU-Hilfen auch auf Unterstützung von Russland. EU-Vertreter hatten gesagt, sie rechnen damit, dass Russland seinen Kredit im Volumen von 2,5 Milliarden Euro an den verschuldeten Inselstaat um fünf Jahre bis 2021 verlängert und möglicherweise seine Konditionen neu verhandelt. (sda)

  • 10.15 Uhr  

    Börsen sacken ab

    Die Finanzmärkte reagieren nervös auf das mühsam ausgehandelte EU-Rettungspaket für Zypern. Die Börsenkurse drehten am Montag überwiegend ins Minus. Der wichtigste britische Aktienindex, der FTSE 100, sank um 1,2 Prozent auf 6413 Punkte, der deutsche Leitindex DAX fiel um 1,4 Prozent auf 7931 Punkte. Der französische Index CAC-40 gab um 1,8 Prozent nach auf 7932.

    Auch der Euro kam unter Druck und sank im Wert um 0,8 Prozent auf 1.2944 Dollar. In Asien sackte der Nikkei-Index sogar um 2,7 Prozent ab, der Hang Seng in Hongkong um zwei Prozent. (AFP)

    Auch in der Schweiz reagiert der Markt negativ. Zur Story.

(kpn/mrs)

(Erstellt: 18.03.2013, 23:51 Uhr)

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