«Wir gehen davon aus, dass die SNB bald intervenieren muss»
Aktualisiert am 02.09.2011 105 Kommentare
Seit der Euro am Montag bei 1.1942 ein zwischenzeitliches Hoch erreicht hatte, geht es nur noch abwärts: Euro-Franken-Kurs der letzten fünf Tage.
Umfrage
Muss die Nationalbank jetzt am Devisenmarkt intervenieren?
«Eine Parität wird die Nationalbank nicht mehr zulassen»: Sarasin-Chefökonom Jan Poser.
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Herr Poser, der Franken hat sich heute sprunghaft verteuert, nachdem er bereits in den letzten Tagen wieder stark zugelegt hat. Was ist los?
Wir hatten diese Woche relativ schlechte Konjunkturdaten aus den Euroländern. Es sieht nicht rosig aus. Am Wochenende gerät zudem Griechenland wieder in den Fokus, wenn der IMF und die EU ihr Verdikt über die Fortschritte des Sparprogramms geben müssen. In diesem Umfeld suchen Anleger und Investoren wieder den Franken als sicheren Hafen.
Was hat das massive Wiedererstarken des Frankens mit dem bundesrätlichen Rückzug in Sachen Wirtschaftshilfe zu tun?
Das sollte man sicher nicht überbewerten. Zusammen mit den Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank gab die ursprüngliche Ankündigung des Bundesrates, zwei Milliarden aufzuwerfen, den Eindruck ab, man kämpfe mit vereinten Kräften gegen die Frankenstärke. Möglich, dass die Verkleinerung des Pakets des Bundes auch zu Enttäuschungen geführt hat.
Und jetzt testen die Märkte erneut eine Untergrenze aus?
In diesem labilen Umfeld muss man davon ausgehen, dass die Märkte den Franken immer wieder austesten werden. Hier muss sich die Schweizer Wirtschaft und insbesondere die Nationalbank auf eine längere Bewährungsprobe einstellen.
Die Nationalbank hatte angekündigt, mit allen Mitteln gegen die Frankenstärke anzukämpfen. Glauben ihr die Märkte nicht?
Wie sich zeigt, reicht die Ausweitung der Geldmenge nicht aus, um ein erträgliches Niveau zu halten. Wir gehen davon aus, dass die Nationalbank bald am Devisenmarkt intervenieren muss, sobald mit der Wirtschaftsverlangsamung in der EU die Euroschuldenkrise erneut eskaliert.
Das heisst, sie muss Franken in Euro tauschen?
Ja.
Bei welchem Level ist das für Sie der Fall?
Sie wird den Euro bis Ende Jahr über 1.15 Franken halten wollen, weil eine stärkere Aufwertung der Wirtschaft eine zu grosse Anpassungsleistung abverlangen würde.
Heute Morgen liegen wir aber bei gut 1.11 Franken.
Das ist jetzt eine neue massive Kaufwelle für den Franken. Mit Interventionen wartet man am besten, bis ein solcher Schub vorbei ist, sich eine Gegenbewegung einstellt und man quasi nachtreten kann. Klar ist, je mehr der Franken nun wieder zulegt, desto grösser wird der Druck auf die Nationalbank. Sie hat aber die Mittel, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen.
Sehen wir nochmals die Franken-Euro-Parität?
Nein. Das wird die Nationalbank nicht mehr zulassen. Das hat sie mit ihren Ankündigungen und Massnahmen in den letzten Wochen deutlich gemacht. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.09.2011, 11:53 Uhr
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105 Kommentare
Ein paar Tage verliert der EURO und schon geht die Lätscherei wieder los. Als der Franken schwach war habe ich von den Unternehmern auch nichts gehört. Da haben sie ihre Taschen mit Bonus gefüllt. Jetzt läuft es mal nicht so gut und schon haben sie keine Ahnung was zu tun ist ausser um Hilfe zu betteln. Gebt doch einen Teil vom riesigen Bonus zurück. Was für ein weinerliches Pack. Pfui. Antworten
Und wer soll das alles tragen, der Mittelstand, ausgebeutet durch Verwehrung der Vergünstigung des Referenzzinssatzes für Mieten, dem nochmaligen Senken des BVG-Zinssatzes und weiteren staatlichen u. kantons/gemeindeseitigen Steuern u. Gebührenerhöhungen!! Länder ohne Mittelstand, Katastrophe für die Bevölkerung! Nur weiter soo........ Und im Parlament sitzen genügend Lobbyisten, Wahlen 23.11.2011 Antworten


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