«Wir brauchen eine grössere Brandmauer»
Aktualisiert am 23.01.2012 12 Kommentare
Dossiers
Artikel zum Thema
- Die «Liste der Schande»
- Hängepartie um Schuldenschnitt - Griechen blicken nach Brüssel
- So will Athen die Krise stemmen
- Berner Läden leiden unter schwachem Euro
- Gewerkschaften fordern Euro-Untergrenze
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
«Wir brauchen eine grössere Brandmauer», sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, heute in Berlin gemäss Redemanuskript. Lagarde plädierte vor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik dafür, die Mittel des im Sommer auslaufenden Hilfsfonds EFSF dem Nachfolge-Rettungsschirm ESM zur Verfügung zu stellen. Das bisher geplante ESM-Kreditvolumen von 500 Milliarden Euro sollte aufgestockt werden. Hilfreich wäre auch ein klarer und glaubwürdiger Zeitplan.
Eine Woche vor dem EU-Sondergipfel wächst damit der Druck auf die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Euro-Hilfen nochmals auszuweiten. Unter anderem der italienische Regierungschef Mario Monti verlangt, das Hilfsvolumen des ESM auf bis zu eine Billion Euro zu verdoppeln. Ähnliche Forderungen kommen aus anderen Ländern.
Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hatte vorgeschlagen, die unverbrauchten EFSF-Mittel von etwa 250 Milliarden Euro dem ESM bereitzustellen. Merkel lehnt bisher eine Ausweitung über 500 Milliarden Euro hinaus strikt ab. Im März wollen die EU-Chefs aber prüfen, ob diese Obergrenze reicht.
Bessere Risikoverteilung
Lagarde sprach sich ferner für eine stärkere, grenzüberschreitende Risikoverteilung im europäischen Bankensystem aus. Sie schlug für die Eurozone kurzfristig eine Art Fonds vor, der sich auch direkt an Banken beteiligen kann.
Für eine stärkere Integration in der Währungsunion seien zudem eine einheitliche Aufsicht und ein Einlagensicherungsfonds nötig. Zur Ergänzung der Risikoteilung seien Eurobonds oder ein gemeinsamer Schuldtilgungsfonds möglich.
«Im Moment loten wir Möglichkeiten aus»
Lagarde bekräftigte, der IWF benötige mehr Geld. «Wir müssen die Darlehenskapazität erhöhen.» Es müssten nicht nur Ressourcen für Europa ergänzt werden, sondern auch «Unbeteiligte» vor Ansteckung geschützt werden. Die Kredithilfen des IWF müssten um bis zu 500 Milliarden Dollar aufgestockt werden.
«Im Moment loten wir Möglichkeiten aus und beraten uns mit den IWF-Mitgliedern», sagte die frühere französische Finanzministerin. In den nächsten Jahren werde der mögliche Finanzbedarf auf eine Billion Dollar geschätzt. (bru/sda)
Erstellt: 23.01.2012, 14:58 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
12 Kommentare
Ich kann nur lachen. Griechenland braucht 5 Milliarden, ähh.. jetzt 50 Milliarden, dann ist aber alles wieder im Lot. Ähmm 150 Milliarden. 250 Milliarden, wir haben alles im Griff. 500 Milliarden, unglaublich viel. 1 Billion das ist dann aber endgültig genug. 4 Billionen............200Billionen.............20000Trilliarden....dann ist aber alles o.k. Antworten
Eine starke Brandmauer noch zu erhöhen ist gut. Schlecht ist, dass kein Cash da ist um zu bezahlen. Was tut man ohne Geld? Das einzige was man tun kann: Schulden machen und Geld drucken. Damit lässt sich keine dauerhaft wirksame Brandmauer errichten. Statt dessen werden viele neue aber wirkungslose babylonische Schuldentempel in all den potemkinschen Ländern aufgestellt.
Der Infarkt kommt näher.
Antworten
Wirtschaft
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Bitte warten
