Wer von der Hauseigentümer-Initiative profitiert
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 17.06.2011 83 Kommentare
Wie es heute ist
Heute müssen Hauseigentümer den hypothetischen Mietzins auf ihrer Immobilie zu ihrem Einkommen dazu rechnen (Eigenmietwert). Im Gegenzug können sie Unterhaltskosten für das Haus sowie Hypothekarzinsen vom steuerbaren Einkommen abziehen.
Aktuell ist der Eigenmietwert aufgrund der hohen Marktpreise hoch, die Hypothekarzinsen sind tief. So sind die Sparmöglichkeiten für Hausbesitzer aktuell gering.
Über ein Bausparmodell verfügt die Schweiz nicht. Allerdings können Beiträge aus der steuerbegünstigten 2. und 3. Säule für den Hauskauf aufgewendet werden.
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Am Freitag hat das Parlament dem Gegenvorschlag zur Bauspar-Initiative des Hauseigentümerverbandes HEV eine Absage erteilt. Nun kommt die Initiative vors Volk. Sie will das Bausparen in der Schweiz bis zu einem steuerlichen Freibetrag von 10'000 Franken pro Jahr für Einzelpersonen und 20'000 Franken für Ehepaare einführen.
Ebenfalls vors Volk kommt die HEV-Initiative «Sicheres Wohnen im Alter» oder der entsprechende Gegenvorschlag: Die Initiative will Rentnern die Wahl lassen, ob sie künftig keine Steuern mehr auf dem Eigenmietwert bezahlen müssen und dafür von ihrem steuerbaren Einkommen weniger Unterhaltskosten und Schuldzinsen abziehen können. Der Gegenvorschlag will den entsprechenden Systemwechsel für alle Eigentümer.
Volkswirtschaftlich nützlich?
Sowohl die Bauspar-Initiative als auch die Abschaffung des Eigenmietwerts entlasten Hauseigentümer, die weniger Steuern zahlen müssten. Offen ist, wer genau von den Initiativen profitiert. Der HEV betont, Bausparen helfe jungen Familien. Die SP hingegen argumentiert, es würden neue Steuerschlupflöcher geschaffen und die Mieter gegenüber den Eigentümern diskriminiert. Die Kantone befürchten bei einer Annahme Steuerausfälle. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf sagte, von der Vorlage würden vor allem Gutverdienende profitieren. Und Vertreter der FDP erachten Bausparen als volkswirtschaftlich nützlich.
Das stellt Patrick Schnorf von der Immobilienberatungsfirma Wüest und Partner infrage. Es gebe keinen Hinweis auf eindeutige volkswirtschaftliche Effekte, sagt Schnorf. Vielmehr würden einzelne Gruppen profitieren. «Das war entsprechend das Hauptargument gegen die Vorlagen.» Auch die Ökonomin Monika Bütler hält fest: «Beim Bausparen wird eine Gruppe von gutverdienenden, wenig mobilen Bürgern gegenüber allen anderen Bürgern ohne ersichtlichen Grund bessergestellt.»
Noch genauer untersucht haben die Analysten von Wüest und Partner die Auswirkungen einer Eigenmietwert-Abschaffung. Angesichts der tiefen Hypothekarzinsen und der hohen Immobilienwerte würden Hauseigentümer im aktuellen System tatsächlich nicht profitieren, halten die Berater in einem Bericht von Anfang dieses Jahres fest. Würde die Besteuerung des Eigenmietwerts abgeschafft, würden vor allem jene Hauseigentümer bessergestellt, die viel Eigenkapital in ihre Erst- oder Zweitwohnung investiert haben. Sie müssten nach dem Systemwechsel weniger Steuern zahlen und würden den wegfallenden Abzug der Schuldzinsen weniger stark spüren. Ebenfalls profitieren würden Eigentümer mit hohem Steuersatz – also Gutverdienende.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.06.2011, 15:34 Uhr
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83 Kommentare
Auf einem bewohnten Eigenheim sollten keine Eigenmietwerte bezahlt werden müssen, dafür aber auch kein Schuldzinsabzug. Es soll sich lohnen seine Schulden abzuzahlen, denn nur so kann diese ewige Kredit-Konsumgesellschaft gestoppt werden. Ich spare bereits jetzt auf ein Eigenheim, da ich es als die beste Vorsorge ansehe. Was bringt mir eine AHV, wenn ich die Miete nicht bezahlen kann? Antworten
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