Wirtschaft
Wen tritt Zweiflern an Chinas Wachstum entgegen
Aktualisiert am 22.04.2012 6 Kommentare
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Der China-Boom hält an: Ministerpräsident Wen Jiabao hat zu Beginn der Hannover Messe Sorgen über eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums seines Landes eine Absage erteilt. «Chinas Industrialisierung wird sich noch lange schnell entwickeln», sagte der Politiker am Sonntag in Hannover. Die Produkte aus China stünden immer noch im unteren Mittelfeld der weltweiten Erzeugungskette, sagte der Regierungschef. China aber wolle weiter aufholen, erklärte Wen Jiabao zu Eröffnung der Messe, dessen Partnerland China dieses Jahr ist.
Wen reagierte mit seiner Rede auf Sorgen, wonach sich das chinesische Wachstum abschwächen und so die ganze Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könne. Chinas Wirtschaft war im ersten Quartal nur mit knapp mehr als acht Prozent gewachsen, nach zweistelligen Werten in der Vergangenheit. Wen sagte, sein Land werde «an beschleunigter Umstrukturierung der Wirtschaft» hin zu höherwertigen Produkten festhalten.
Merkel: Wir müssen dranbleiben
Der chinesische Regierungschef war am Nachmittag in der niedersächsischen Landeshauptstadt angekommen. Am Montag geht er mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel über die Messe, bevor Wen zu einem Besuch des VW-Werks nach Wolfsburg weiterreist. Nach Veranstalterangaben präsentieren sich in Hannover rund 5000 Unternehmen aus 69 Ländern, davon 500 aus China.
Die Bundeskanzlerin ging auch auf die Herausforderung der deutschen Industrie durch den Aufstieg Chinas ein: Deutschland müsse «wenig Sorge haben, dass unsere Güter nicht gekauft werden». Allerdings zeige die Entwicklung des Messe-Partnerlands China, wie schnell andere Länder aufholten könnten. «Wir wissen, wir müssen weiterarbeiten, wir müssen dranbleiben», betonte die Kanzlerin. China sei vor 25 Jahren schon einmal Partnerland der Hannover Messe gewesen – «damals mit zwei Dutzend Unternehmen, heute mit über 500». Das zeige die Entwicklung, die China seither genommen habe.
Proteste vor der Tür
Vor der Halle der Eröffnungsfeier machten Aktivisten von Amnesty International und anderen Organisationen auf die kritische Menschenrechtssituation in China aufmerksam. Mehrere Hundert Demonstranten forderten Freiheit für politische Gefangene und eine Verbesserung der Lebenssituation für die muslimischen Uiguren im Nordwesten Chinas. Wen und Merkel gingen auf die Proteste nicht ein.
Der deutsche Maschinenbau kündigte eine kräftige Erhöhung der China-Exporte an. Nach 19 Milliarden Euro Umsatz in China im Vorjahr erwarte der Maschinenbau dieses Jahr «einen Umsatzzuwachs auf dem chinesischen Markt von zwei bis drei Milliarden Euro», sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Hannes Hesse der Nachrichtenagentur dapd.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warb für mehr chinesische Investitionen in der Bundesrepublik. China und Deutschland wüssten, dass eine auf extremen Exportüberschüssen beruhende Wirtschaft auf Dauer kein Geschäftsmodell sein könne, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel. Zu den Exporten müssten sich «die Direktinvestitionen im jeweils anderen Land gesellen». (rub/dapd)
Erstellt: 22.04.2012, 23:10 Uhr
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6 Kommentare
Die Frage stellt sich, ob eine Regierung Wirtschaftswachstum anordnen kann, oder ob Wachstum auf einer positiven Zuversicht der Gesellschaft beruht. Die gegenwärtige finanzielle Repression in China foerdert nicht das Gefühl einer positiven mittelfristigen Zukunft in der chinesischen Gesellschaft. Die massiven Stimuli der vergangenen Jahren klingen langsam ab und zeigen die negativen Nebenwirkungen Antworten
Super, ein solches Wachstum: mehr überbautes Land, mehr verbrauchte Ressourcen, mehr Abfall, fürchterlich viel mehr versaute Luft, aber Hauptsache, wir wachsen. Der Idealfall wären wahrscheinlich 100 Milliarden fleissige Konsumenten.
Und in einigen Jahrzehnten geht das Rohöl aus, der Haupttreibstoff für unser unsinniges Wachstum.
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