Wirtschaft

Weitere Milliarden für den IWF – Kanada und die USA bleiben unnachgiebig

Aktualisiert am 19.04.2012 4 Kommentare

320 Milliarden Dollar: So viel Geld wird der IWF von seinen Mitgliedsländern zur Bewältigung der Schuldenkrise erhalten. Aus der Schweiz komme ein «beträchtlicher Betrag», sagte IWF-Chefin Lagarde.

«Ich habe weitere Milliarden in der Tasche»: IWF-Chefin Christine Lagarde.

«Ich habe weitere Milliarden in der Tasche»: IWF-Chefin Christine Lagarde.
Bild: Keystone

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat für den Kampf gegen die Schuldenkrise weitere Milliarden-Zusagen der Mitgliedsländer erhalten. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte gestern in Washington, sie habe Zusagen im Umfang von mittlerweile 320 Milliarden Dollar.

«Und ich habe weitere in der Tasche», fügte sie bei einer Veranstaltung der Bertelsmann-Stiftung hinzu. Lagarde nannte namentlich den Beitrag Polens von acht Milliarden Dollar und «einen beträchtlichen Betrag» aus der Schweiz.

«Dies ist Teil einer konzertierten Aktion wichtiger Geldgeber, um sicherzustellen, dass der Fonds über ausreichende Mittel zur Bekämpfung der Krise und zur Stärkung der wirtschaftlichen Stabilität zur Verfügung hat», sagte Lagarde.

Kein Geld von Kanada

Kanada lehnte im Vorfeld des G20-Treffens am Wochenende in Washington indes weitere Milliarden weiterhin strikt ab. Europa selbst müsse noch viel mehr leisten als es das bisher getan habe, sagte Finanzminister Jim Flaherty gestern. Zentralbankchef Mark Carney sagte zugleich, eine Brandmauer sei nicht der Schlüssel zur Lösung der Probleme.

Es gehe viel mehr darum, welche Schritte Europa selbst über einen längeren Zeitraum unternehme. Der IWF möge der Ansicht sein, dass wegen Europa mehr Geld bereit gehalten werden müsse. Aber im Kreise der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer «gibt es derzeit keinen Konsens».

400 Milliarden Dollar werden angestrebt

Der IWF dringt auf eine Aufstockung seiner Mittel, um eine höhere Brandmauer gegen eine Ausbreitung der Schuldenkrise über Europa hinaus zu errichten. Angestrebt wird ein Betrag von rund 400 Milliarden Dollar. Einige Länder, zuletzt Japan, haben bereits weitere Gelder zugesagt.

Doch insbesondere das Schwergewicht USA will selbst keine zusätzlichen Mittel bereitstellen. Allerdings sagte Finanzminister Timothy Geithner gestern auch, es sei positiv, dass der IWF Geld schnell einsammeln könne, um «die Effekte des europäischen Traumas abzufedern, wenn nötig».

Die USA unterstützten diesen Prozess und würden dies auch bei den anstehenden Treffen tun. Geithner vermied die bisherige Rhetorik, in der Europa dazu aufgefordert wird, zuerst selbst mehr zu leisten. (rbi/sda)

Erstellt: 19.04.2012, 07:20 Uhr

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4 Kommentare

Carlo Müller

19.04.2012, 10:50 Uhr
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Soso, aus der Schweiz komme ein beträchtlicher Betrag. Weshalb erfahren wir dies von Frau Lagarde und nicht von unserem Bundesrat?
Es ist ein handfester Skandal, dass man einem Konstrukt wie dem IWF Geld gibt, während hierzulande diverse Gemeinwesen sparen müssen und Steuern und Sozialabgaben zur Sicherung der Sozialwerke steigen. Es reicht langsam! Wem dient eigentlich dieser Bundesrat?
Antworten


Aloi Krieger

19.04.2012, 12:07 Uhr
Melden 4 Empfehlung 0

Schön, dass wir dazu beitragen können, ein nicht funktionierendes Währungssystem noch ein paar Jahre am Leben zu erhalten. Es wird mir ganz warm ums Herz. Was würden die deutschen und französischen Banken ohne uns machen.
Nach dem endgültigen Bankrott von Griechenland, Portugal etc. können wir dann nochmals zahlen. Dann kommt das Geld das Geld dann wenigstens dort an.
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