Was Banker verdienen
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Zuerst das grobe Bild. Dieses liefert die Statistik, genauer gesagt die alle zwei Jahre erhobene Lohnstrukturerhebung. Gemäss der jüngsten Erhebung für 2006 zahlen die Banken von allen Branchen in der Schweiz mit Abstand die höchsten Löhne. Der mittlere Bruttomonatslohn für Bankangestellte in der Schweiz (einschliesslich Boni und Anteil 13.Monatslohn) lag demnach 2006 bei knapp 8600 Franken. Das war der «Medianlohn» der Branche – die Hälfte verdiente mehr, die andere Hälfte weniger.
Einige Vergleichszahlen anderer Branchen: öffentliche Verwaltung 7800 Franken, Chemie 7500 Franken, Versicherungen 7300 Franken, Baugewerbe 5500 Franken, Gesamtwirtschaft 5700 Franken.
Investmentbanking: Wenig Rendite, viel Lohn
Der Grund, weshalb die Bankbranche am meisten zahlte: Sie war produktiver und rentabler als andere Branchen. Eine hohe Produktivität kann zum Beispiel durch hohen Kapitaleinsatz und hohes Ausbildungsniveau begründet sein. Eine hohe Rentabilität kann derweil auf hohen Risiken und/oder einem Mangel an Wettbewerb beruhen. Wie man heute weiss, sind vor allem die beiden Grossbanken enorme Risiken eingegangen.
Allerdings passierten die hohen Verluste nicht in der rentabelsten Sparte (Vermögensverwaltung), sondern im Investment-Banking – das für die beiden Schweizer Grossbanken historisch über mehrere Zyklen hinweg betrachtet auch vor dieser Krise nicht besonders rentabel war.
Wenig Konkurrenz in der Vermögensverwaltung
Die hohe Rentabilität der Vermögensverwaltung dürfte vor allem durch zwei Faktoren begründet sein: einen Mangel an Wettbewerb (wegen hoher Eintrittshürden für neue Anbieter, wegen der Bedeutung des persönlichen Vertrauens und wegen des Mangels an Kostentransparenz) sowie die relativ geringe Preissensibilität der Kunden (Schnäppchenjäger wie bei Aldi gibt es wenige).
Vor allem bei den Grossbanken werden die Renditen unabhängig von den Börsenschwankungen tendenziell sinken, weil die Behörden von den Banken künftig eine dickere Eigenkapitaldecke verlangen – und eine Erhöhung des Eigenkapitals heisst bei gegebenem Gewinn eine geringere Eigenkapitalrendite.
Die beiden Grossbanken
Hier nun einige Lohndaten für die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse. Basis sind die Geschäftsberichte für 2007. Bei der UBS lag der Durchschnittslohn der weltweit rund 80'000 Angestellten inklusive Boni bei etwa 250'000 Franken. Am tiefsten war der Durchschnittslohn im klassischen Schweizer Kleinkundengeschäft – mit knapp 130'000 Franken. In der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden lag der Durchschnittslohn dagegen bei gut 210'000 Franken, und im Investment-Banking trotz den hohen Verlusten bei über 380'000 Franken. (Die Sparte Investment-Banking umfasst Kapitalmarktemissionen, Fusionsberatung, den Wertpapierhandel sowie die Produktion und den Verkauf verwinkelter Anlageprodukte.)
Bei der Credit Suisse waren die Zahlen sogar noch etwas grösser – mit über 310'000 Franken Lohn im Konzernschnitt. Der grösste Unterschied zur UBS lag im Investment-Banking, das 2007 noch nicht die riesigen Verluste hatte: Jene CS-Sparte zahlte im Schnitt über 460'000 Franken pro Angestellten. Hinter diesem Durchschnitt steckt eine riesige Bandbreite von vielleicht 100'000 Franken bis zweistellige Millionenzahlen.
Bis 40 Millionen für Investmentbanker
2006 war noch für beide Grossbanken ein Boomjahr. Damals verdienten bei der UBS etwa 2500 Angestellte über eine Million Franken, viele davon im Investment-Banking. Die Meistverdienenden dürften 30 bis 40 Millionen kassiert haben.
2008 tauchten die Boni angesichts der riesigen Verluste – allerdings nicht auf null. Genauere Daten legen die Grossbanken erst im Februar vor. Bei der UBS könnte der Durchschnittsbezug über den ganzen Konzern betrachtet um schätzungsweise 40 Prozent auf etwa 150'000 Franken geschrumpft sein.
Extremfälle
Personalvermittler nennen im Gespräch einige Grössenordnungen für konkrete Funktionen. Demnach kann zum Beispiel ein erfahrener Vermögensverwalter in der Schweiz mit einem fixen Jahresgehalt von 130'000 bis 200'000 Franken rechnen – plus Bonus je nach Leistung, die vor allem an den Zuflüssen neuer Kundengelder gemessen wird. Ein konkreter (genannt «extremer») Einzelfall: Ein UBS-Vermögensverwalter erhielt 280'000 Franken Fixlohn plus in guten Jahren 100'000 bis 120'000 Franken Bonus. Eine eher durchschnittliche Schätzung: Ein etablierter Vermögensverwalter mit 100 Millionen Franken an verwalteten Vermögen erhält inklusive Bonus etwa 200'000 bis 250'000 Franken pro Jahr. Ein anderer Einzelfall: Ein 35-jähriger UBS-Filialleiter verdient fix 110'000 bis 120'000 Franken plus Bonus von 20'000 Franken (im Schnitt der letzten fünf Jahre). (Der Bund)
Erstellt: 31.01.2009, 16:16 Uhr
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