Wirtschaft
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Wann rebellieren die Steuerzahler?
Im dritten Teil unserer Serie «Ökonomie in der Krise» fordert der Zürcher Wirtschaftsprofessor Bruno S. Frey die Ökonomen auf, sich endlich gesellschaftsrelevanten Problemen anzunehmen. Mehr...
Von Bruno S. Frey.
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34 Kommentare
"Dazu braucht es gute Familienverhältnisse und einen breiten Freundes- und Bekanntenkreis, in dem man sich wohlfühlt."
Hier spricht Prof.Frey konkret Sozialkapital an. Ich besuche gerade eine Vorlesung dazu (UniBern), welche zur Politologie gehört, die meisten VWL-er machen einen grossen Bogen darum. Denke das die Wirtschafts-und Sozialwissenschaften noch viel enger verknüpft werden sollten.
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In der Wirtschaftswissenschaft werden unzureichend wissenschaftstheoretische und philosphische Grundlagen dieser Disziplin reflektiert.
Sie ist zu einer mathematisch verbrämten Methaphysik verkommen, die neuere Erkenntnisse der Logik, konstruktivistischer Mathematik und der analytischen Philosophie nicht aufzunehmen vermag.
Es besteht ein akuter Mangel an adäquater Theorie.
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Nach seinem Auftritt bei Frank Elstner kann ich Herrn Frey kaum noch ernst nehmen. Aufgesetzter und falscher kann man sich kaum darstellen. Ein Mann, der die Wissenschaft offensichtlich missbraucht und versucht, als psychologischer Dünnbrettbohrer die klassische Ökonomie durch die Hintertür der Glücksforschung zu retten. Frey wurde schon früher unsauberen wissenschaftlichen Arbeitens verdächtigt. Antworten
"Kleiner Mann hab Acht, was man mit Dir macht. Lass Dein Hirn nicht rosten, denn Du kennst den Schlich. Geht es um die Kosten, braucht man sicher Dich. Darum sei nicht dümmer, als man grad noch muss. Zahlen muss man immer, meist zahlst Du zum Schluss." (Kurt Marti, Pfarrer und Dichter, der von einem Gott predigt, der auch zum Widerstand anstachelt). In aller Liebe+Vernunft - da ist was dran. Antworten
In dem Beschriebenen liegt wohl auch der Grund warum in der Globalisierung nur der Waren, Geld und Wissenstransphär betrachtet wurde. Jetzt wo es um die globalisierung der Steuersysteme und irgendwann auch der Sozialsysteme geht klinken unsere Ökonomen aus und die Liberalisierer werden zu Nationalisten. An Stelle den Menschen eine tragfähige Vision und Mut für die Zukunft, verbreiten sie Sparangst Antworten
Die Welt sei kompliziert, dies ist doch bei weiten nicht so, denn wer sich selber schwer tut wird in seiner Ansicht doch selber kompliziert. Fazit wir sind doch viel zu eingleisig in unserer Darstellung vieler aussagen, denn wer nimmt sich heute die Zeit, alles im Gesamtkontex zu betrachteen. Viele Aussagen geben noch lange keine Lösungen und dies macht das Ganze kompliziert. Antworten
Danke, Bruno S. Frey, Ihre Worte bestätigen meine persönliche "Glücksforschung" und geben dieser nochmals zusätzlichen Schub.
Hingegen, Ihre Einschätzung betreffend den "Nationalökonomen der UHZ" lässt mich das schlimmste befürchten!
Diesen "Elfenbeinturm-Fledermäusen" gehört ein 2-semestriges "Sabbatical" verpasst!
Den "Lohnausfall" übernimmt die Staatsbank namens ZKB ...
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Danke. Selbst kenne ich B. Frey weder als Prof., noch kenne ich seine Publikationen. Ich durfte ihn nur kennen lernen als Berater in realpolitischen Fragen. Und er hat sich da dem Grundsatze nach nicht anders geäussert wie hier. Kritiker übersehen, dass ein Prof. dem Mainstream zu folgen hat, um nicht im internationalen Rating unter den beklopften amerikanischen Nobelpreisträgern unterzugehen.
Wer nichts hat, dem kann nichts genommen werden, wer viel hat ... Also setzt das um und ich bezahle auch wieder Steuern. Sonst gehe ich halt weiter einmal pro Jahr aufs Betreibungsamt. Weshalb soll ich solidarischer sein als jene, die viel haben? Antworten
Publish or Perish, ist eben auch eines dieser Neoliberal basierenden Konzepte die bei allem irgendwelche Parameter haben müssen um etwas bewerten zu können. Gerade im Bereich Bildung reichen Noten nicht mehr aus. Deshalb wurde das gesamte Personal, die Auszubildenden und Uni mit Punktesystemen bedacht um auch den Bildungsbereich für künftige privatisierungen kalkulier- vergleichbar zu machen Antworten
Bruno Frey zeigt nich gerade wenig Chutzpah wenn er sich ueber den Publikationsdruck an Universitaeten beschwert nachdem er selbst des Selbstplagiats ueberfuehrt wurde- vermutlich um seine eigene Publikationsliste zu verlaengern.
Im uebrigen, es besteht keinerlei Widerspruch zwischen der Anwendung moderner, quantitativer Methoden und Arbeit an gesellschaftlich relevanten Themen.
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Wissen Sie wieviele Publikationen Bruno S. Frey veröffentlicht hat, dass er Prof. em. ist und entsprechend von weiteren Publikationen nicht mehr wirklich profitiert. Es ist eine Tatsache, dass das vorherrschende System in allen Bereichen (nicht nur Ökonomie) ausschliesslich Publikationen in Journals mit high impact factor gewichtet. Das wäre sicherlich anzupassen.
Titel: Der Steuerzahler hat begonnen zu rebellieren, aber Staat und Wirtschaft drängen die Rebellen entweder in eine terroristisch-verweigernde Ecke oder man ist Utopist, wenn nicht Kommunist. Arbeit/Zeit=Leistung, Arbeit x Zeit=Wirkung. Das eine nutz dem anderen, aber nur das eine wird gefördert. Die Einseitigkeit oder Gesetze stehen der Vielseitigkeit doch im Weg. Und behindert kreative Schaffer Antworten
Herr Frey bringts wie meistens auf den Punkt. Leider vergraben sich viele Universitätsprofessoren der Wirtschaftswissenschaften viel lieber in Gebiete, welche für die Gesellschaft-ja scheinbar selbst für ihre Kollegen- uninteressant, mehr noch, unwichtig sind, statt sich den wahren Herausforderungen zu stellen. Aber das Gute an dieser Strategie ist wohl, damit eckt man nirgendwo an. Antworten
Danke Herr Frey für diese Gotteslästerung. Der Gott der neuzeitlichen Ökonomie, der Markt, lässt keine anderen Götter neben sich zu. Die "akademische Prostitution" über Fachzeitschriften hat längst die hohepriesterlichen Züge einer verschwörerischen Glaubensgemeinschaft. Es braucht mutige Musterbrecher, die daran erinnern, dass auch eine ganz andere, gesellschaftstaugliche Ökonomie möglich ist. Antworten
Die Probleme, welche wir haben, sind über die Politik schon nicht lösbar. Wie sollten dann die Vertreter des Wirtschafts-Liberalismus Lösungen parat haben? Noch einmal: Die Wirtschaft hat nicht die Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen, noch hat sie die Aufgabe Wohlstand für alle zu zeugen. Das war gar nie ihr Ziel. Und das Problem der Umverteilung ist das dringendste der Welt, und auch nicht lösbar. Antworten
Ist frustrierend, wenn man als studierter Ökonom (und dazu gehört auch meine Wenigkeit) feststellen muss, dass mit den mühsam angelernten, abstrakten Modellen und Erkenntnissen in unserer Gesellschaft nichts mehr wesen zu verbessern ist.
Aber genauso geht es auch den Juristen, Philosophen und anderen "weichen" Lehren. Hoffentlich hat diese Sinnkrise auch etwas positives - einen Reset zum Besseren
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Er hat natürlich Recht. Allerdings ist auch dieses Verhalten ökonomisch erklärbar, weil eben ihre Reputation und Karriere von ebendiesen Publikationen abhängen. Eine Art Anerkennungs-Kartell. Ehrlicherweise müsste Frey selbstkritisch zugeben, dass er jahrzehntelnag das gleiche Spiel mitgemacht hat. Aber mutig, die eigene Zunft so klar zu kritisieren (wenn auch erst nach erfolgter Karriere...) Antworten
Ich glaube, dass einige Professoren sich über die Dominanz der mathematischen und ökonometrischen Wissenschaft beschweren, weil sie schlichtwegs den Anschluss verpasst haben. Zumindest hier in den USA wird ja sehr stark im Bereich behavioral economics geforscht, was trotzdem die Anwendung von komplexen Quantitativen Methoden verlangt, aber sicher nicht ausschliesst. Antworten
@Keller
So einfach ist das nicht. Durch das stark neoliberale System zwingen die USA den anderen Staaten ihr Denken oftmals auf, frei nach dem Motto, fressen oder gefressen werden. Übrigens ein interessantes Thema.
Warum immer so kompliziert? Es mag stark vereinfacht sein, aber Ökonomen müssten einfach noch Soziologie, Psychologie und Ethik studieren et voila, da haben wir die perfekten Ökonomen..
Mike Keller: Schauen Sie sich einmal Bruno S. Freys zahlreiche Beiträge zur Motivation Crowding Theory an. Wenn die keinen Bezug zur Verhaltensökonomie haben, weiss ich auch nicht mehr...
@Franz Karl: Ich möchte ja nicht arrogant sein, aber in Europa wird doch eher behavioral esoterism geforscht. Und ohne die USA müssten Sie vielleicht statt dem Internet die Brieftaube oder Flaschenpost verwenden, um mir sagen zu können wie schlecht dort alles ist. Kann ja nichts dafür wenn die Europäer alles übernehmen.
@Franz Karl: Mein Daumen hoch für Ihren Kommentar!
Herr Keller, ich wundere mich ein wenig über Ihren Kommentar. "Behavioral economics" ist auch in Europa ein allseits bekanntes Thema. Und ich wundere mich, dass Sie sich in den USA damit befassen. Von dort ist ja ökonomisch und damit gesellschaftspolitisch noch nie etwas Schlaues gekommen, und stände Europa heute besser da, hätte es nicht jeden Quatsch der USA übernommen.
Ich gehe nicht einig mit der Aussage dass die Welt unendlich kompliziert ist. Eigentlich ist sie eher relativ einfach, doch die Welt der Ökonomie und die dazugehörige Welt des Neuro-Marketings will uns einreden, dass alles unheimlich kompliziert ist. Das wir ständig mehr konsumieren müssen um glücklich zu werden. Das ist auch eine Strategie um die Wissenschaft selbst zu schützen! Humbug! Antworten
Absolut richtig Frau Helmers. Vor 100 Jahren mag Obsoleszenz noch eine passende Triebfeder für technische Weiterentwicklung gewesen sein. Heute ist sie es jedoch nicht mehr. Und wenn sie es ist, dann müssten die Produkte wenigstens so gebaut sein das man 99% der Rohstoffe recyceln könnte und der Energieaufwand dafür gering ist.
Doch Herr Hürlimann,die Welt ist unendlich kompliziert. Nehmen Sie nur eine einzige Geisteswissenschaft und sie erkennen warum. Wenn überhaupt dann sind nur Formalwissenschaften(Mathematik etc.)und Naturwissenschaften berechenbar. Ironischerweise empfinden die meisten Menschen genau diese als am kompliziertesten. Wie auch immer, wie kommen Sie darauf, die Welt als "realativ einfach" zu bezeichnen?
Das mit dem immer mehr konsumieren ist sowieso ein Auslaufmodel. Die dafür nötigen Rohstoffe sind nicht unendlich vorhanden, der Kampf um diese hat längst begonnen. China kontrolliert bereits 97% der seltenen Erden, für Öl muss immer tiefer und somit gefährlicher gebort weden, Wassermangel... Daher ist OBSOLESZENZ das schlimmste was es gibt, es braucht ein GLOBALES umdenken auf politischer Ebene.
Das Streben nach möglichst vielen Publikationen wird ja von den Universitäten selbst gefordert und gefördert und ist somit eine Folge des Systems, mit dem die Leistung der Ökonomen (und auch Wissenschaftlern in anderen Disziplinen) beurteilt wird. Arbeit in politischen Gremien oder Beiträge zu öffentlichen Diskussionen müssten in diesen Beurteilungen deutlich höher gewichtet werden. Antworten
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