«Verrückte an der Macht»

Dass Regierungen jetzt überall den Sparhebel ansetzen, klingt logisch. Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman hält das dagegen für eine «äusserst grosse Dummheit».

Sparmassnahmen jetzt seien «sehr teuer und wirkungslos»: Paul Krugman.

Sparmassnahmen jetzt seien «sehr teuer und wirkungslos»: Paul Krugman.

Dass jetzt in allen Ländern das Sparen oberste Priorität hat, ist mittlerweile zu einem allgemeinen Credo geworden. Auch die Finanzminister der G-20-Staaten haben sich soeben auf dieses Ziel eingeschworen. Auch die schweizerische Bundespräsidentin Doris Leuthard hat in ihrer Ansprache am Swiss Economic Forum letzte Woche erklärt, dass das Sparen jetzt weltweit das Gebot der Stunde sei, und dass keine ökonomischen Argumente dagegen sprechen würden.

Exakt das Gegenteil sagt dagegen Paul Krugman. Der Wirtschaftsnobelpreisträger, der am Forum gleich nach Leuthard sprach, wendet sich auf seinem Blog scharf gegen die seiner Meinung nach «unglaubliche» Absicht, die Staatsausgaben jetzt herunterzufahren. «Verrückte an der Macht» («Madman in Authority») titelte Krugman einen Eintrag, womit er vor allem die Führer der G-20 meint.

Der Ökonom hält die Wirtschaftslage weltweit noch nicht für stabil genug, um mit Sparmassnahmen die Gesamtnachfrage ausgerechnet jetzt weiter zu bremsen: «Es ist unglaublich, dass das passiert, obwohl die Arbeitslosigkeit in den Euroländern weiter zunimmt und sich auch in den USA kaum zurückbildet.» Tatsächlich haben jüngste Arbeitslosenzahlen aus den USA erneut Konjunkturängste geschürt.

Sparmassnahmen erhöhen die Arbeitslosigkeit

Krugman bestreitet nicht, dass die Staaten ihre Schulden abbauen müssen. Doch jetzt sei nicht der Zeitpunkt dafür. Das müsse dann erfolgen, wenn die Weltwirtschaft sich wieder erholt habe. Jetzt zu sparen ist laut Krugman «sehr teuer und vollkommen wirkungslos um die künftigen Schulden zu reduzieren.» Jetzt würden Sparmassnahmen die Wirtschaft weiter schwächen – daher seien solche Massnahmen teuer. Weil damit auch die Einnahmen der Staaten zurückgehen würden, würde die Sparübung überdies wirkungslos verpuffen.

Eine grobe Schätzung ergebe, dass eine Budgetkürzung von 1 Prozent gemessen am Bruttoinlandprodukt die Arbeitslosigkeit um 0,75 Prozent erhöhe, die Schulden aber nur um 0,5 Prozent senken würde. Um sein Argument zu untermauern, verweist Krugman auf Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Diese zeigen, dass der grösste Teil der Neuverschuldung der Regierungen auf geringere Einnahmen zurückzuführen sind (53 Prozent), bedingt wegen der Krise. Bloss 18 Prozent gehen auf Stützungsmassnahmen zurück und 11 Prozent auf höhere Zinskosten.

Märkte erwarten keine Schuldenkrise

Besondere Bedeutung haben die Staatsausgaben für den Wirtschaftsnobelpreisträger jetzt auch, weil die Notenbanken kaum mehr Möglichkeiten haben, der Wirtschaft mit Geldpolitik Schub zu verleihen. Die Leitzinsen sind weltweit schon nahe bei null und die Geldversorgung über die Banken funktioniert wegen der Sorgen um deren Bonität noch immer nicht einwandfrei. Diese Sorgen haben in letzter Zeit sogar wieder zugenommen.

Hart ins Gericht geht Krugman mit dem Argument, Kürzungen seien jetzt nötig, weil die Märkte dies verlangen würden. «Die G-20 und Gleichgesinnte halten es für eine weise Politik, die ökonomische Erholung zu zerstören um hypothetische Anforderungen der Märkte zu erfüllen.» Wenn auf den Märkten Ängste um die Zahlungsfähigkeit von Staaten aufkommen, müsste sich das an den Zinsen (Renditen) zeigen, die sie für ihre Staatsobligationen bezahlen müssen. Tatsächlich liegen diese noch immer deutlich tiefer als vor der Finanzkrise. Das gilt selbst für Länder wie Frankreich oder Holland, von denen heute berichtet wird, sie würden bereits als gefährdet gelten: Im Mai 2007 zahlte Frankreich für zehnjährige Anleihen 4,2 Prozent, jetzt sind es 3,04 Prozent. Die Märkte sorgen sich aktuell offensichtlich mehr vor einer erneuten Konjunkturkrise als vor baldigen Staatsbankrotten reicher Länder.

Die Euro-Peripherie als Sonderfall

Solche Ängste gibt zu den gefährdeten Staaten der Euro-Peripherie, vor allem zu Griechenland, aber auch zu Spanien und Portugal. Doch diese leiden laut Krugman unter einem Problem, das die anderen sparwütigen Staaten nicht haben: Sie sind gleichzeitig Mitglieder der Eurozone und haben aus den Boomzeiten zu hohe Preise geerbt, die sie nun dank der Einheitswährung nicht über Währungsabwertungen senken können. Hier erwarten die Märkte mit gutem Grund eine Deflationskrise mit hohen Risiken für die Staatsfinanzen, was sich in entsprechend hohen Zinsen für die Staatsschulden zeigt. (DerBund.ch/Newsnetz)

Erstellt: 08.06.2010, 13:03 Uhr

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48 KOMMENTARE

Peter Waldner

09.06.2010, 10:48 Uhr

Es ist auch nicht aus den Köpfen grosser Wirtschaftstheoretiker zu kriegen, dass die Wirtschaft direkt von den Staatsausgaben abhängig sein soll. Dass alle Staatsausgaben den potentiellen Konsumenten weggenommen werden müssen und somit der Konsum behindert wird, passt nicht in die Theorie. Die "Staatsquote" beinhaltet übrigens auch jedes staatlich verordnete Formular!


Peter Keller

09.06.2010, 04:22 Uhr

Verrückte an der Macht? Ja das kann man so sagen. Warum studieren die Leute denn nicht, wie es damals Ronald Regan gemacht hatte? Die USA hatte damals eine enorme Staatsverschuldung. Regan hatte dann einen langfritsig angedachten Weg eingeschlagen: Nicht Steuren erhöhen sondern Steuern senken, damit das Volk mehr Einkommen hat das es ausgeben kann und so wurde die Wirtschaft angekurbelt.


Rolf Jucker

09.06.2010, 00:38 Uhr

...und da gibt bei uns doch tatsächlich noch Unbelehrbare, die auf ein Schiff aufspringen wollen, das am Sinken ist. Verrückte Welt, aber die grössten Kälber wählen ihren Metzger selber, hat schon immer gegolten!


René Meienberger

08.06.2010, 21:09 Uhr

Investitionen in Infrastruktur (Häuser, Strassen, Bahn), Energiesparen und erneuerbare Energien sowie Umweltschutz sind unmittelbar beschäftigungswirksam und haben einen Multiplikatoreffekt. Das Sparkpaket dagegen trifft die Gruppe mit der höchsten Konsumneigung und gibt der Wirtschaft so den Rest. Dazu sparen die Vermögenden den letzten Cent. Marx klopft 2010 am Sargdeckel, welch Irrsinn!


Roland Moser

08.06.2010, 19:03 Uhr

Die bisherigen "positiven" Wirtschaftsverläufe der EU hatten die Ursache in der ständig zunehmenden Verschuldung der EU als auch deren Mitglieder. Dass dies nicht das Ei des Kolumbus ist, wird jedem klar sein, denn Schulden müssen verzinst und irgendeinmal zurückbezahlt werden. Vermutlich und hoffentlich ist es jetzt soweit. Werden Politiker künftig gegen das Schuldenmachen Stellung beziehen?


Bruno Bänninger

08.06.2010, 18:57 Uhr

Nicht die Bürger, nicht die Wirtschaft hat über die Verhältnisse gelebt. Kann Sparen falsch sein nachdem man über seine Verhältnisse gelebt hat? Der Staat hat seine teuren, unproduktiven Behörden ausgebaut bis ins Uferlose. Damit wurden Unsummen von Geld verschleudert und das gesamte Leben aller verbürokratisiert. Das Gleiche läuft in der Brüssel ab. Es kann nicht falsch sein, hier zu sparen.


Rene Wetter

08.06.2010, 17:44 Uhr

Was denkt ihr, was rauskommt wenn alle gleichzeitig zu sparen beginnen? Richtig, es wird eine scharfe Rezession geben. Drum werden die Ratinagenturen die Bonität der Länder senken, gleichviel ob sie nun sparen oder nicht. Was jetzt passiert kann jeder selbst mal testen indem er beim bergauffahren feste auf die Bremse tritt. Richtig, der Motor wird abgewürgt.


Thomas Müller

08.06.2010, 17:37 Uhr

Bill Clinton hat damals die Sozialausgaben gekürzt und damit erreicht, dass 1. die Arbeitslosenquote sank, 2. die Reallöhne sanken, 3. sich die soziale Schere stärker und schneller öffnete, 4. die Produktivität nur noch zulasten der Löhne stieg. Fazit: Sozialabbau schafft working poor und verschlechtert die Atmosphäre am Arbeitsplatz. Ohne steigende Immobilienpreise wäre das früher aufgefallen.


Erich Heinz

08.06.2010, 17:22 Uhr

Das Problem sind die riesigen Finanzströme, die Zinsen für dieses Kapital muss jemand bezahlen. Schon heute bezahlen wir für jedes Produkt bis zu 45% kumulierte Zinskosten. Diese Ausgaben müssen durch Arbeit erwirtschaftet werden (sinkender Lebenstanard für Lohnarbeit). Wenn die Staaten die Schulden reduzieren zahlen Private den Zins.


Hans Saurenmann

08.06.2010, 17:07 Uhr

Die verrueckten Politiker und Staatsbuerokraten in jeder Form und Gemeinschaft, die Religions-Kriege und Crusade wie im 11th Jahrhundert, sprechen Baende. Im Moment spielen wir auf Zeit bevor die tickende Bombe explodiert wie beim Ausstieg und Fall von Napoleon. Den Ausverkauf Ihrer Heimat haben schon fast alle Nationen hinter sich, und der Einstieg der Tuerken verspricht nichts Gutes im M.-Osten.


Max Meier

08.06.2010, 17:01 Uhr

@Marie Berner: Was haben denn die Jahre 50 bis 75 mit Keynes zu tun? Hier hat sich in Sachen Staatsverschuldung ja wohl gar nichts getan. Die staatliche Masslossigkeit hat sich erst ab dann rasant verschlimmert. Anstieg der Verschuldung von 250 mia innerhalb dreissig Jahre auf 500 mia.


Peter Müller

08.06.2010, 16:25 Uhr

@Urs Weiersmüller: Die Alternative wäre dort anzusetzen, wo es angebracht ist, trotz zu erwartender Lobby-Widerstände: geplante Bankensteuer bring 2Mrd - Ein Witz. Steuereinnahmen für Laufzeitverlängerungen bei AKWs fliessen doppelt in Energiesubventionen - Ein Witz. Apropos Subventionssumpf - Ein Witz. Bei denen ganz unten dagegen kann man locker streichen, die haben keine starke Lobby.


ralph kocher

08.06.2010, 16:23 Uhr

Ob "...hick" oder ob "...hack" > die Amerikaner sitzen mit uns Schweizern am längeren Hebel...! Denn, die "nachrichtenlosen Vermögen" taten ihr Ureigenstes! Nun denn: des "Bankgeheimnis" krimineller Akt tut noch - der Rest.


Urs Weiersmüller

08.06.2010, 16:03 Uhr

Die Alternative wäre, das Problem Staatsschulden mit Inflation zu lösen - das entwertet die Renten und Staatspapiere... da ist es ehrlicher klar zu sagen, wo es Einschnitte gibt. Man kann doch nicht einfach so weitermachen, wie bisher. Wenn Deutschland jetzt die Staatsfinanzen nicht ins Lot bringt, wie sollen dann die andern EU-Staaten je die Kraft aufbringen?


Peter Rusterholz

08.06.2010, 15:58 Uhr

Reduzieren die EU Länder die Ausgabe, laufen sie Gefahr die Konjunktur abzuwürgen. Weiter Schulden erhöhen können Sie auch nicht. Oder sind Sie lieber Leser bereit mit Ihren hart erarbeiteten Geld Europäische Staatsobligationen zu kaufen? Dies unter der Gefahr, dass Sie Ihr Geld wegen der Euro Abwertung und möglicher Zahlungsunfähigkeit der EU Staaten nur noch teilweise zurückerhalten.


Edwin Beeler

08.06.2010, 15:52 Uhr

Wenn man diese Kommentare liest, müsste man meinen, dass Wirtschaftsnobelpreisträger nur dumme links-grüne Professoren sind und der Weisheit letzter Schluss mit ein paar Sätzen im Stammtisch-Jargon herbeigeplappert werden kann, emotional aufgeblasen vom besserwisserischen Neid auf jemanden, der es mit harter, disziplinierter Arbeit zu Erkenntnis und hohem Bildungsstand gebracht hat...


Peter Müller

08.06.2010, 15:47 Uhr

@Raffael Grassi: Die Marktwirtschaft kümmert sich nicht um Machtbesitz, aber die Protagonisten der selbigen. Seit der Etablierung des Neoliberalismus geht es nur bergab: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Den Transfer bezahlt der Mittelstand, der fast nicht mehr existiert. So sieht die Wahrheit in D aus. Es tut mir weh, was Zuhause passiert.


reto baumann

08.06.2010, 15:16 Uhr

Die arme G-20 befindet sich in einem völligen Paradoxon! – Da gibt man einerseits Geld aus und will andererseits gleichzeitig Geld sparen. Ist denn das Geld in Griechenland nicht gut angelegt und wozu hat man die Geldpresse erfunden? – Mich nimmt es nur wunder, wie lange es noch dauert, bis das ganze Finanzsystem kollabiert.


Roman Rebitz

08.06.2010, 15:15 Uhr

Immer die gleichen Klugschwätzer. Wer sagt das es in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten überhaupt einen richtigen Aufschwung gibt ? Scheinbar gibt es wieder mal viel zu viele Hellseher auf dieser Welt die der Überzeugung sind das das obere Ende nie erreicht werden kann und irgendwie immer wieder aufwärts geht. Vielleicht gehts ja mal 50 Jahre bergab aber das wird natürlich ausgeblendet.


Jack Meier

08.06.2010, 15:10 Uhr

@Marie Berner: Die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind in liberalen Staaten nicht grösser als in kommunistischen/sozialistischen Staaten. Mit dem einfachen Unterschied, dass erste sich damit abgefunden haben, dass es Unterschiede gibt und letztere dies mit viel Propagand zu verschleiern versuchen.Ich hoffe nur, dass sie nicht vom Staat leben bzw. vom Geld anderer, dass sie so schreiben können


eugen bissegger

08.06.2010, 15:07 Uhr

Dass jetzt die Sparwut ausbricht hat auch mit dem EU-Konstrukt zu tun betreffend max. prozentualer jährlicher Schulden, welche der einzelne Mitgliedstaat nicht überschreiten dürfte. Das kann ja gar nicht funktionieren in der höchst unterschiedlichen Erbringung von Wirtschaftsleistungen der Länder. Die Schulden häuften sich innert X-Jahren an und jetzt bricht offenbar die Zeit der Konfusion an.


Raffael Grassi

08.06.2010, 15:06 Uhr

Hätten wir eine reine Marktwirtschaft, dann hätte sich das Schuldenproblem längst gelöst...durch Marktbereinigungen mit teils katastrophalen Auswirkungen...aber es wäre mit Sicherheit ein heilsamer Schock. Keine Politik der Welt wird die Kräfte der reinen Marktwirtschaft zulassen, obwohl ihr immer gehuldigt wird. Denn die Marktwirtschaft kümmert sich nicht um Machtbesitz - no change at all!


Winkler Hans

08.06.2010, 15:00 Uhr

Wenn man jahrelang mehr ausgibt als man hat, holt einem irgendwann die Realität ein. Leider kann man jetzt machen was man will, es ist immer falsch. Es spielt keine Rolle was Krugman jetzt sagt.


Peter Siegenthaler

08.06.2010, 14:59 Uhr

Eigentlich wäre es die Pflicht eines Staates in der Konjunktur zu sparen um Kapital anzuhäufen, um bei schlechter Wirtschaftslage damit die Konjunktur anzukurbeln. Aber wer das Geld in guten Zeiten zum Fenster raus wirft, hat in schlechten leider keines...


Sibylle Weiss

08.06.2010, 14:50 Uhr

Verrückte an der Macht.Dies sieht man bereits in den Chefetagen,wo Verrücktheit die Hauptbedingung für eine Kaderposition ist! Oder wie kann man sich das Phänomen sonst erklären,wo ein Manager,kaum rausgeflogen eine hoch gefragte Persönlichkeit bei einer anderen Firma ist????????????????


marie berner

08.06.2010, 14:47 Uhr

reto von allmen, 13.46: Die letzten 30 Jahre geriet der Neoliberalismus ausser Kontrolle, schon vergessen? Privatisierungen, wachsende Wohlstandsunterschiede, weltweite Kartelle, der Staat am Gängelband der Multinationals (inkl. UBS und co.). Der Keynesianismus hatte vorher Hochkonjunktur, in den 50ern bis 70ern, damals, als die breite Bevölkerung zu Wohlstand kam.


Ueli Holzer

08.06.2010, 14:45 Uhr

Urs Brunner 13:53 Was bitte ist denn der Unterschied zwischen Staatshaushalt und privates Budget? Muss die öffentliche Hand etwa keinen Schulddienst leisten? 28'000 CHF Schulden für jeden Schweizer. Irgendwer muss dafür die Zinsen bezahlen. Und wer profitiert davon? Immer auf die Banken einprügeln, aber fehlendes Bewusstsein, dass die Banken durch die hohen Schulden immer mächtiger werden.


Kai Ludwig

08.06.2010, 14:43 Uhr

Jeder für sich - Gott für uns alle! So lautet das Credo der Marktwirtschaft. Die widersprüchlichen Aktionen von Staat und Markt sind nur scheinbar widersprüchlich. Wie im 2003 wird von der herrschenden Klasse die Krise genutzt um den Sozialstaat abzubauen, andererseits sind sich die Herren Kapitalisten gar nicht so einig wie es weitergehen soll - denn -jeder Akteur vertritt nur sein Interesse.


Dani Kobler

08.06.2010, 14:41 Uhr

Wenn das Budget aus dem Lot ist gibt es 2 Seiten an denen man arbeiten kann. Einnahmen und Ausgaben. Und das ist keine Entweder-oder Frage sonderen eine Sowohl-als-auch. Aber welcher Politiker hat schon den Mut (oder den Weitblick) über die Amtszeit hinaus zu denken und auch unpopuläre Entscheide zu treffen, zu verkünden und auch zu begründen.


Dieter Wundrig

08.06.2010, 14:40 Uhr

Welcher "Experte"nun mit seiner Meinung richtig liegt ist offen.Ob verrückte oder unfähige an der Macht sind,kann man erahnen,man wird sich wohl in der"Mitte" treffen.Der Bürger hat schon immer gespart und an ihm soll nun gespart werden,fragt sich nur, ob er so den Binnenmarkt ankurbeln kann.Ohne Bankenpleiten und Spekulanten hätten wir den "Schuldeneiertanz" der Staaten auch nur verzögern können


Dan Wunderli

08.06.2010, 14:36 Uhr

Weise Worte. Es ist sicher eine Zwickmühle: 1. Sparen die Staaten viel, wird evtl die konjunktur-stützende Wirkung der Staatsausgaben abgewürgt. 2. Sparen die Staaten wenig, werden die Zinskosten der Schulden noch mehr in die Höhe schnellen, d.h. Gefahr eines Staatsbankrottes erhöht sich. Die Euro-Staaten und UK wählen eher 1. Die USA wählen eindeutig 2. Was schlauer ist wird die Zukunft zeigen


Rolf Stalder

08.06.2010, 14:34 Uhr

Ohne Namen zu nennen: Menschen mit ausgeprägtem Machtstreben streben zu Macht - logisch. Leider streben einige krankhaft zur Macht, weil sie effektiv mehr oder weniger krank sind. Machthaber in Nordkorea bilden da nur die Spitze des Eisbergs. Chronische Selbstüberschätzung, Narzissmus etc. Wenn gewichtige Weltpolitiker nach solchen Attributen untersucht würden, wäre das Resultat ernüchternd.


Hansuli Anderegg

08.06.2010, 14:28 Uhr

Prof. Krugmann soll einmal sagen, wo weshalb Staatsausgaben nicht gesenkt werden sollen. Masslose Sozial-Transfers, Ausgaben und Subventionen für unproduktive Zwecke, ein überdimensionierten Staatsapparat haben noch nie - auch nur mittelfristig - einem Land zu einer blühenden Wirtschaft verholfen. Es gibt durchaus produktive Staatsausgaben. Wenn schon Defizite, dann für sinnvolle Investitionen.


Ulrich Scheidegger

08.06.2010, 14:19 Uhr

Ja, Verrückte sind am Werk der Politik -dramatisch dabei -gewählt von BürgerInnen. Diese Politik ist nicht im Sinne eines geordneten Staats -und Gemeinwesen. Friede zu schaffen und zu bewahren wäre auch eine Disziplin der Politik. Nein, nun es geht um Macht, Konflikt, Herrschaft, Eigennutz -und dies führt zu Unordnung und Kriege. Täten wir BürgerInnen so, würden wir der Psychiatrie zugewiesen.


Martin Holzherr

08.06.2010, 14:13 Uhr

Krugman ist gegen sofortige Ausgabenkürzungen - das stimmt. Er sieht aber auch ein Dilemma, denn früher oder später ist Sparen notwendig und auch später (in 2 oder 3 Jahren) können Ausgabekürzungen negative Folgen dür die Volkswirtschaften haben. Deshalb sein Vorschlag einer kontrollierten Inflation von 3% bis 4%, dann wäre Schuldenabbau ohne Lohnkürzungen etc. möglich. In jedem Fall heikel!


Gerhard Oldmann

08.06.2010, 14:13 Uhr

Gut zu wissen: Krugmann ist wie SNB-Präsident Hildebrand im G30 (Group-of-thirty). Sie vertreten und formulieren die Interessen der Globalisten und Hochfinanz-Banker.


Urs Huggentobler

08.06.2010, 14:00 Uhr

Boris Radtke (13.24 h) bringt es auf den Punkt. Es ist der helle Wahnsinn. Die 80 Mia, die D sparen will, geben sie beinahe doppelt wieder aus, wenn das EU-Geld wirklich an Griechenland fliesst. Wo ist da was gespart? Die Normalbürger tun mir leid. Sie selbst haben keinerlei Einfluss darauf, wofür die Steuergelder seit Jahrzehnten verschleudert werden. Ich selbst kann nur ausgeben, was ich habe.


Urs Brunner

08.06.2010, 13:53 Uhr

Da ist Krugmann nicht der erste, der das feststellt, Staatshaushalt ist halt etwas anderes als ein privates Budget. Aber Politiker handeln halt lieber so, dass es Otto Normalo versteht. Argumentiert wird mit "Volkswillen", dabei hat das Volk oft keine Ahnung von den komplexeren Zusammenhängen. Und Wissenschaftler werden diskreditiert, wenn ihre Vorhersagen dann eintreffen.


Max Meier

08.06.2010, 13:52 Uhr

Kfr hat er schon recht. Leider hat aber auch die Vergangenheit gezeigt, dass im konjunkturellen Aufschwung Staaten ihre Defizite nur sehr selten abbauen - eher ihre Budgets nach oben anpassen. Auf diesem Hintergrund kommt bei nicht sofortigen Massnahmen ein Supergau auf uns zu. Noch zu erwähnen, dass die eingeleiteten Sparmassnahmen nicht die Schulden sondern nur die Neuverschuldung reduzieren.


Rolf Schumacher

08.06.2010, 13:51 Uhr

Soll man also weiter Schulden machen, so wie es die USA machen? Nein. Die europäische Währungsunion ist ein totaler NONSENS. Es braucht den Mut aus dem Euro auszusteigen, ob es der Wirtschaft passt oder nicht. Deutschland, England und auch Frankreich brauchen eigeständige Währungen. Estland ist volkswirtschaftlich nicht England. Die grössenwahnsinnigen ERUO-Oekonomen sind Schuld an der Misere.


Reto von Allmen

08.06.2010, 13:46 Uhr

Vielleicht kann Krugman sich einfach nicht damit abfinden, dass der ausser Kontrolle geratene Keynesianismus vollständig versagt hat und dass man sich Wirtschaftswachstum nicht durch Verschuldung kaufen kann.


Hedvika Post

08.06.2010, 13:46 Uhr

Eine Dummheit ist es, die Aermsten für eine Dummheit der Reichsten zahlen zu lassen, denn da geht es wirklich über die Schmerzgrenze. Diese Dummheit hat Deutschland vor einigen Jahrzehnten gemacht und musste danach viel Schadenersatz zahlen. Es hat sich nicht ausgezahlt und viel Schmerz verursacht, davon sollte man eigentlich lernen, um den gleichen Fehler nicht wieder zu machen!!!!!


Jack Meier

08.06.2010, 13:45 Uhr

Herr Krugmann mag theoretisch recht haben, doch leider hat die Praxis immer wieder gezeigt, dass die Staaten bzw. die Politik (aber auch die Bevölkerung) in Überschusszeiten nicht dazu gewillt ist, zu sparen, sondern sich dann erst recht grosszügig zeigt. Mittlerweilen hat aber der Schuldendienst derartige Ausmasse angenommen, dass es nicht mehr anders geht.


Yves Schneider

08.06.2010, 13:38 Uhr

Es wird sein wie immer, die wirtklich Reichen und die Abzocker werden irgendwo ihre Nischen finden, der Mittelstand wird ausgeblutet und die Armen und schwachen werden krepieren. Die Kosten die die vorprogrammierten sozialen Unruhen, das Heer von Arbeitslosen und die wachsende Gewalt verursachen werden ein Mehrfaches der Einsparungen betragen. Halbiert den Verwaltungsapparat, das hilft.


christoph scheidegger

08.06.2010, 13:34 Uhr

"kranke machen weltgeschichte" heisst vielversprechende der titel des aufschlussreichen buches von p. accoce und p. rentchnick, (econ verlag, düsseldorf, 1978).


Gerhard Oldmann

08.06.2010, 13:31 Uhr

Die Dummheit waren die Bailouts der Banken! Jetzt müssen die Steuerzahler diese berappen. Das Problem, soviel Geld ist weder mit Sparen noch mit höheren Steuern noch mit Beidem einzubringen. Die eigentlich Not-wendige Deflation der Finanzkonstrukte kann nur mit gigantischer Geldschöpfung verhindert werden (Bsp. Euro-Kauf der SNB). Alles Geld fliesst dorthin und fehlt zunehmend in der Industrie.


Otto Frey

08.06.2010, 13:31 Uhr

Wenn die Staaten und Konsumenten zuviel Geld ausgeben, jammern Krugmann und Sinn, wie unverantwortlich Wirtschaft's destabilierend und für den € katastrophal das sei. Sobald ein bisschen gespart wird. Total 80 Mia in D über 4 Jahre sind 20 Mia pro Jahr. Der Haushalt von D ist ca. 350 Mia€ also Einsparungen von ca. 6 %. Soviel ist das nicht!! Gehupft oder gesprungen den Professoren passt es nie!!


Boris Radtke

08.06.2010, 13:24 Uhr

Ich nenne dies das "double". Zuerst schiesst man über das Ziel hinaus mit den Ausgaben. Stimulus ohne Ende, Abwrack-Prämie usw, und dann verspricht man Griechenland Multi-Milliarden, und dann merkt man, dass man selbst in der Klemme steckt und sparen muss. Jetzt muss gespart werden, damit andere Länder, die nicht gespart haben, durchgefüttert werden. Der blanke Wahnsinn in meinen Augen.



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