Unsere grössten Chrampfer
Aktualisiert am 02.02.2010 34 Kommentare
Arbeitszeit pro Woche nach Branchen
Arbeitszeit pro Woche nach Branchen
Stunden pro Woche
Quelle: BfS
Packen wirs an: Schweizer Bauer pflegt Kühe. (Bild: Keystone/dr)
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Wie das Bundesamt für Statistik am Dienstag mitteilte, wuchs die Gesamtanzahl der Arbeitsstunden 2008 auf insgesamt 7,382 Milliarden. Das sind 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Sowohl die Anzahl Beschäftigter als auch die Arbeitstage haben zu dieser Steigerung beigetragen.
Die tatsächlich geleistete wöchentliche Arbeitszeit pro Arbeitsstelle lag bei 42 Stunden und 4 Minuten. Seit 2003 ist sie damit um 11 Minuten gewachsen. Im Gegensatz zu den Arbeitnehmenden nahm bei den Selbstständigerwerbenden das Volumen der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden im Vergleich zum Vorjahr ab.
Die Überzeit blieb zwischen 2003 und 2008 für Vollzeitarbeitnehmende unverändert (1 Stunde und 8 Minuten pro Woche). Das Bruttoinlandprodukt (BIP) zu Vorjahrespreisen wuchs im gleichen Umfang. Damit stagnierte die Arbeitsproduktivität zwischen 2007 und 2008.
Mehr Absenzen als Überstunden
Es sind nach wie vor die Vollzeitarbeitnehmenden des Primärsektors (Landwirtschaft, Bergbau, Waldwirtschaft und Fischerei), die am meisten Arbeitsstunden pro Woche leisten (2008: 43 Stunden und 29 Minuten). An zweiter Stelle findet sich die Branche «Immobilien, Informatik, F+E» (43 Stunden und 13 Minuten), gefolgt vom «Kredit- und Versicherungswesen» (43 Stunden und 3 Minuten).
Insgesamt kompensieren die Überstunden über das gesamte Jahr betrachtet die Absenzen nicht. Die einzigen Ausnahmen bilden die Branchen «Kredit- und Versicherungswesen» sowie «Immobilien, Informatik, F+E», in denen die Absenzquote (2,6 Prozent beziehungsweise 2,9 Prozent) unter der Überstundenquote liegt (5,2 Prozent beziehungsweise 3,3 Prozent). (sam/sda/)
Erstellt: 02.02.2010, 11:54 Uhr
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34 Kommentare
@ Hermann: Haha, wie arrogant! Sagen sie dass mal dem Behandelnden Arzt/Ärztin, wenn sie mal auf den Notfall kommen. Ich beklage mich nicht, ich wähle diesen Beruf sehr bewusst, aber ich garantiere Ihnen, Herr Hermann: 100% der Ärzte machen Überstunden. Nicht eine oder zwei pro Woche. Pro Tag, mindestens. bei einem Ansatz von 50 Stunden die Woche, davon wird nichts abgegolten. Alle Überfordert? Antworten
Die Arbeitszeit ist ja nebensächlich, wenn man die richtige Arbeit hat und sie gerne macht. Für den einen sind 40 Std. pro Woche schon zuviel. Man muss seine Arbeit so gestalten, dass man sie gerne ausübt. Wenn's nicht geht, sollte man sich lieber eine andere Arbeit suchen - sofern man wirklich weiss, was man will und kann. Ich habe gerne 40 Jahre lang bis zu 80 Std. pro Woche gearbeitet. Antworten
@ Tanner: es gibt in der CH mehr als 10x soviele stellensuchende, wie offene stellen. selbst bei idealen qualifikationen wäre die arbeitslosigkeit ähnlich hoch. auch frage ich mich über die qualifikations-ansprüche der firmen: meine hypothese: wegen allgemeinem spar- und konkurrenzdruck, wollen/können sich die firmen keine angestellte mehr leisten, die nicht gleich von beginn weg top sind. Antworten
Dank Besuchen auf Homepages wie dieser während der Arbeitszeit (und Facebook etc.) wirken alle beschäftigt und können sogenannte Überstunden machen... Mehr als sieben Stunden KONZENTRIERTES arbeiten geht nicht. Der Rest sind Pausen, Schwätzchen und eben Tagi-Lektüre. Aber es macht sich halt schon saugut, wenn man am Abend erst nach sechs das Büro verlässt. Es lebe die Scheinwelt. Antworten
Das es wiedermal einige interessesiert wieviel ein Assistenzarzt arbeitet, hier die Auflösung: Normale Woche: 4x12h + 1x24h (inkl.Nachtdienst) = 72h 1x pro Monat: 5x12h anschliessend Fr 19.00 - Mo 07.00 inkl. Nacht (60h Pikett) = 60h+60h Pikett Mittagessen wenn überhaupt möglich 30 min. Der Lohn wird kantonal auf Basis einer 50h Woche errechnet. Antworten
Diese Statistik ist ja wohl für die Katz! Auf was für Zahlen stützt man sich da? Wen hat man da gefragt? Ein Artikel zum Enstehen solcher Statistiken wäre mal spannend. Hat die Umfrage der Herr mit der Fliege gemacht? Dann würd ichs verstehen. Auf jeden Fall ist sie nicht ernst zu nehmen. Schliesse mich da allen Vor-Schreibern an. Antworten
@ Charles Dupond - 12:09 Uhr Meinen Sie etwa die Anästhesie-Ops-Ips Krankenschwester mit 42 Stunden ohne Überzeitberechtigung und -nachweis, mit Wochenend- und Feiertags- sowie unbezahltem Piket und Nachtdienst? Bitte informieren Sie sich erst einmal über die Realität in diesem Lande. Polizisten sind nicht die einzigen, die Arbeiten müssen. Antworten
@Tschopp: Utopisch. Die Arbeitslosen weisen idR keine oder nur ungenügende Qualifikationen auf. Deshalb sind sie nota bene arbeitslos. An hochqualifizierten Arbeitnehmern herrscht nach wie vor Mangel in der Schweiz, welcher durch die Zuwanderung nur teilweise gedeckt werden kann. Das beweisen die Überstunden. Antworten
@S.Tschopp. Leider stimmt ihre Sichtweise nur dann, wenn für die weniger Arbeitszeit auch weniger bezahlt wird. Als Firma hat mann in diesem brutalen Überlebenskampf ein Lohnjahresbudget. Z.T vorgegeben durch die Kreditgebende Bank. Also stellt sich nur die Frage: Wer, Wieviele bekommen Wieviel? Der Lohnkuchen wird nicht einfach grösser. Antworten
@Stocker: da kann ich ihnen nur beipflichten. Als Landwirt ist es überhaupt schwierig eine effektive Arbeitszeit auszuweisen. Beginnt die Arbeit doch sehr früh am Morgen und endet mit dem letzten Stallrundgang spät am Abend. Ganz abgesehen von der Erntezeit, in der es gilt die Tierhaltung auf den bspw. Obstbau abzustimmen und noch mit der Laune der Natur zu verbinden. Danke den Bauern Antworten
Wie will man das bei Selbständigerwerbenden messen? Was man verrechne kann ist immer deutlich weniger als das was man arbeitet. Ferien gibt es nicht sondern unbezahlten Urlaub. Aber auch für viele Angestellten ist eine 42 Stunden Woche Theorie und 50 Stunden Praxis. Überstunden sind längs nicht überall bezahlt, also Ihr Ärzte: You are not alone! Antworten
Als Professor arbeite ich durchschnittlich 60 Stunden pro Woche. In meinen Anstellungsbedingungen ist nirgends von einer Wochenarbeitszeit die Rede, deshalb gibt es bei mir keine Überstunden. Dass ich mehr als 42 Stunden arbeite, ist mit meinem Gehalt schon abgegolten. Ich denke, das ist in vielen vergleichbaren Berufen so. Diese werden offenbar von der Statistik nicht erfasst. Antworten
Und wie ist es bei einem Landkantonsfrontpolizisten inklusive Dauer- und Pikettdienst sowie Abrufen zu dringenden Einsaetzen aus den spaerlichen Freitagen hinaus? Da duerfte der Stundenlohn kaum mehr der Haelfte desjenigen einer Krankenschwester betragen..... Antworten
Wer definiert das Konzept 'Ueberstunden'? Gewerkschaften und Beamte (e.g. Arbeitsscheue)? Mein Arbeitstag ist dann beendet, wenn ich meine Arbeit erledigt habe, nicht wenn mir die Uhr dies vorschreibt -> und fuer diese Leistung werde ich marktgerecht entloehnt. Falls dies nicht mehr gegeben waere, muesste ich die Konsequenzen daraus ziehen und handeln. Antworten
Da stimmt bei einigen wohl die work life balance nicht .Die Gesundheitskosten werden dadurch der Allgemeinheit belastet. Auch bei den Landwirten liegts im argen. Bei diesen Stunden sind sie woking poor, abgesahnt wird von anderen. (nicht von Leuten mit Lohnausweis) Ein Land von Chrampfern!!! Antworten
Ich weiss ja nicht wie diese Statistik zu Stand kam, aber bei uns in der öffentlichen Verwaltung wo wir eine 42 Stundenwoche haben haben wir alle Überstunden. Da liegt der Schnitt eher bei 43 Stunden. Aber ich denke da gibt es eben kantonale grosse Unterschiede was die verschiedenen Stundensolls anbelangt... Antworten
Und wo bleiben die Stunden, die von vielen Arbeitnehmer/innen noch nach der ordentlichen Arbeitszeit geleistet werden müssen, damit sie ihre Familien über die Runden bringen? Nicht jeder Lohnbezüger ist so auf Rosen gebettet, dass er sich am Abend und an Feiertagen zur Ruhe setzen kann. Das sind die wahren "Chrampfer"! Antworten
Sehr interessant ist, wenn man zur Arbeitszeit- Statistik noch die Lohn- Statistik nimmt. Negativ auffallend ist , das die Beamten zwar am wenigsten Arbeiten, aber sich Lohnmässig an der Spitze tummeln. Dies ist eine reine Form der Abzockerei auf Kosten des Steuerzahlers! Antworten
Bei dieser Gelegenheit: ein dickes Dankeschön an unsere hart arbeitenden Bauern. Sie sorgen jeden Tag für frische Lebensmittel, verzichten auf Ferien, haben keinen 13. Monatslohn, haben häufig einen 14 - 16-Stunden-Tag... Danke für Eure grossartige Leistung. Antworten
Da lachen ja die Hühner. Kaum ein Mensch im Bankensektor (Kredit- und Versicherungswesen) arbeitet 42 Stunden, +50-100% entspricht ab dem unteren Management mehr der Realität. Woran liegts? Mehrarbeit wird bei Grossbanken nicht aufgezeichnet, sondern ist vertraglich 'mit dem Bonus abgegolten' ... mal ein anderes Licht auf die Bonusdebatte :-) Antworten
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Nadine Binsberger
Es verdient am wenigsten, wer am meisten chrampft (Bsp. Bauern). Und am meisten verdient, wer am wenigsten chrampft (Bsp. Banker). Leistung und Entlöhnung haben längst nichts mehr miteinander zu tun. Das muß sich ändern. Antworten