Wirtschaft

Unerwartet schwaches Wachstum in China

Aktualisiert am 13.04.2012 9 Kommentare

«Gemässigt schnell»: Chinas Wirtschaft ist im ersten Quartal weniger gewachsen als erwartet. Es war das schwächste Wachstum seit fast drei Jahren.

Die Investitionen in Immobilien stiegen immer noch um 23,5 Prozent: Ein Arbeiter auf einem Baugerüst in Hefei. (12. April 2012)

Die Investitionen in Immobilien stiegen immer noch um 23,5 Prozent: Ein Arbeiter auf einem Baugerüst in Hefei. (12. April 2012)
Bild: AFP

Inflation macht zu schaffen

Chinas Führung sieht Risiken für die weitere Entwicklung der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt. Vor allem das Risiko einer steigenden Inflation sorge für Druck, sagte Ministerpräsident Wen Jiabao am Freitag.

Die Regierung werde die Steuerung der Wirtschaft verbessern und die Beschränkungen auf dem Immobilienmarkt fortsetzen. China versucht unter anderem die Kreditvergabe der Banken zu drosseln, um Preissteigerungen zu dämpfen. Wen hatte angekündigt, die Kaufkraft der Konsumenten zu stärken und damit die Inlandnachfrage anzukurbeln. (sda)

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Der globale Wachstumsmotor China verliert an Schwung. So langsam wie seit Jahresanfang ist Chinas Wirtschaft seit drei Jahren nicht mehr gewachsen. Von einer «harten Landung» lässt sich aber nicht sprechen.

Im ersten Quartal stieg das Bruttoinlandprodukt (BIP) zwar mit einer Jahresrate von 8,1 Prozent, wie das Nationale Statistikbüro am Freitag mitteilte. Analysten hatten aber mit einem Plus von 8,3 bis 8,4 Prozent gerechnet. Damit schwächte sich die Wirtschaftsleistung das fünfte Quartal in Folge ab.

Relativ schwaches Jahr in Aussicht

Das Statistikamt sprach von einem «gemässigten schnellen Wachstum». Im vergangenen Jahr hatte das Wachstum in China noch bei 9,2 Prozent gelegen. Chinas Wirtschaft steuert auf ihr schwächstes Jahr seit langem zu. Die Führung in Peking drosselte ihre Wachstumsprognose für 2012 bereits auf 7,5 Prozent – es wäre das geringste Plus des boomenden Schwellenlandes seit 1990. Der Exportweltmeister will deshalb umsteuern und vor allem den Binnenkonsum stärken.

Im internationalen Vergleich ist das noch eine traumhafte Wachstumsrate. In der Schweiz etwa liegen die Erwartungen fürs BIP im laufenden Jahr zwischen 0,5 und 1 Prozent. Aber in China gelten acht Prozent bisher als Minimum, um das Millionenheer der Wanderarbeiter in Lohn und Brot zu halten und damit auch den sozialen Frieden zu sichern.

Immobilienmarkt abgekühlt

Nach Angaben des Statistikamtes hat sich auch der überhitzte Immobilienmarkt in China etwas abgekühlt. Die Transaktionen bei Apartments und Wohnhäusern fielen um 14 Prozent. Die Investitionen im Immobiliensektor stiegen im ersten Quartal nur noch um 23,5 Prozent oder 4,4 Prozentpunkte weniger als im ganzen vergangenen Jahr. Die städtischen Anlageinvestitionen insgesamt legten um 20,9 Prozent zu – 2,9 Punkte weniger als im Gesamtjahr 2011.

Die unerwartet schwachen Daten schlugen sich kaum negativ auf die asiatischen Börsen nieder. Das geringe chinesische Wachstum könnte den Aktienmärkten in Europa Beobachtern zufolge allerdings einen Dämpfer verpassen. (rub/sda)

Erstellt: 13.04.2012, 06:55 Uhr

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9 Kommentare

Eron Thiersen

13.04.2012, 08:44 Uhr
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In Bezug auf China leidet jede westliche Vernunft. China ist immer noch eine Dikatur, durchsetzt von einem durch und durch korrupten nicht durtischaubaren System, das jede Art von Information und Statistik so zurechtbiegt wie sie wahrgenommen werden soll! Riecht man Geld, wirft der Westen jeden gesunden ökonomischen, moralischen + kritischen Verstand über Bord. China ist eine Blase! Antworten


gion-duri mengold

13.04.2012, 07:36 Uhr
Melden 9 Empfehlung 0

wie müssen wir krank sein im kopf, wachstumsbesessen, ob 8,2 oder 8,6%, wen kratzt das noch im nächsten quartal. und die oekonomen, progostiker und sonstigen auf kurze sicht fixierten jaulen auf...wofür?wozu? wer oder was kann's ändern? Antworten



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