Wirtschaft

Vier Tage vor der Wahl freut sich Obama über 171'000 neue Jobs

Aktualisiert am 02.11.2012 34 Kommentare

Im Oktober ist in den USA die Zahl der Stellen um 171'000 gestiegen. Dies ist mehr als von Ökonomen erwartet. Der Rückgang der Arbeitslosenquote setzt sich damit aber nicht fort: Sie steigt von 7,8 auf 7,9 Prozent.

Nach der Finanzkrise stark angestiegen: Arbeitslosenquote der USA. (rot: während George W. Bushs zweiter Amtszeit, blau: während Barack Obamas erster Amtszeit).


Wirtschaft ist Trumpf: Schlussspurt im US-Wahlkampf. (Video: Reuters )

Zahl der neu geschaffenen Stellen liegt über den Erwartungen: Der US-Präsident mit arbeitslosen Bauarbeitern. (Archivbild Reuters)

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Die jüngsten Zahlen vom Arbeitsmarkt geben US-Präsident Barack Obama Schub für die letzten Tage Wahlkampf. Die Arbeitslosenrate stieg zwar im Oktober leicht auf 7,9 Prozent, in der Wirtschaft wurden aber zugleich mit 171'000 neuen Jobs mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Die vier Tage vor der Wahl veröffentlichten Zahlen waren die letzte Momentaufnahme zur Situation der US-Wirtschaft vor der Wahl – sie könnten in dem engen Rennen zwischen Obama und seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney mitentscheidend sein.

Die wirtschaftliche Lage war eines der wichtigsten Themen im Wahlkampf. Romney hatte Obama vorgeworfen, nicht genug für die Belebung der Wirtschaft getan zu haben. Im vergangenen Monat konnte Obama aber schon einen kleinen Erfolg verbuchen, als die Arbeitslosenrate von 8,2 auf 7,8 Prozent sank. Diesmal reichten aber auch mehr als 170'000 neu geschaffene Jobs nicht aus, um die Zahl weiter zu drücken, was an der gestiegenen Erwerbsbevölkerung lag. Tatsächlich lag die Zahl der neuen Jobs über den Erwartungen. Damit scheint sich zu bestätigen, dass der Arbeitsmarkt in den USA wieder in Schwung kommt. Für Obama wären das gute Nachrichten.

Mitt Romney sieht in den jüngsten Daten vom Arbeitsmarkt einen Beleg dafür, dass die US-Wirtschaft praktisch immer noch stillsteht.

«Unser Klima ändert sich»

Beide Kandidaten waren nach der Pause wegen Supersturm Sandy wieder voll im Wahlkampfmodus und versuchten in den letzten Tagen vor allem in den wenigen wahlentscheidenden Staaten, den sogenannten Swing States, die noch unentschlossenen Wähler auf ihre Seite zu ziehen.

Ein wichtiger Coup gelang Obama bereits gestern, als er eine Wahlempfehlung vom populären parteilosen Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, bekam. Der ehemalige Republikaner lobte den Amtsinhaber mit Verweis auf die Zerstörungen durch Sandy für dessen Schritte im Kampf gegen den Klimawandel. «Unser Klima ändert sich. Und ob die Zunahme extremer Wetterlagen, die wir in New York und in der Welt erlebt haben, eine Folge davon sind oder nicht: das Risiko, dass es so sein könnte – angesichts der Zerstörung in dieser Woche – sollte alle gewählten Führer dazu zwingen, sofort zu handeln», schrieb der Bürgermeister in einem Beitrag auf Bloomberg.com.

Auch Romney warb um Bloomberg

Noch bei der Wahl 2008 hatte Bloomberg keine Wahlempfehlung ausgegeben. Entsprechend eifrig bemühten sich sowohl Obama als auch Romney im aktuellen Rennen ums Weisse Haus um die Unterstützung des einflussreichen Milliardärs. Dass Sandy möglicherweise ein Produkt des Klimawandels sein könne, mache die Gefechtslage im Wahlkampf sehr viel klarer, schrieb Bloomberg. «Wir brauchen Führerschaft vom Weissen Haus. Und in den vergangenen vier Jahren hat Präsident Barack Obama wichtige Schritte zur Senkung unseres Kohleverbrauchs unternommen.»

Gleichzeitig kritisierte Bloomberg aber Obamas erste Amtszeit. «Wie viele andere Unabhängige fand ich die vergangenen vier Jahre, um es mit einem Wort zu sagen, enttäuschend.» Aber Obama habe dennoch einige wichtige Erfolge vorzuweisen, etwa in der Bildungspolitik und – «trotz aller Unzulänglichkeiten» – der Gesundheitsreform.

In einer Stellungnahme begrüsste Obama denn auch die Unterstützung Bloombergs. Auch wenn er mit ihm nicht in jedem Punkt übereinstimme, bestehe doch bei den wichtigsten aktuellen Herausforderungen Einigkeit. Dazu gehöre, dass der Schlüssel zu einer starken Wirtschaft in Investitionen in die Bildung liege und eine Reform des Einwanderungsrechts für eine offene und dynamische Demokratie lebensnotwendig sei. «Und dass der Klimawandel eine Gefahr für die Zukunft unserer Kinder ist und wir es ihnen schuldig sind, etwas dagegen zu unternehmen», erklärte Obama. (mw/dapd)

Erstellt: 02.11.2012, 13:38 Uhr

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34 Kommentare

Franz Bertschi

02.11.2012, 14:49 Uhr
Melden 63 Empfehlung 21

Ich finde es noch ganz lustig, wie hier einige Leute Obama als "Linken" schubladisieren. Bei uns würde er gut in die FDP passen (wobei alles ausser SVP neuerdings sowieso links ist). Und zudem hat Nico Meier "vergessen" zu erwähnen, dass die Subprimekrise erst am Ende von Bushs Amtszeit begann. Antworten


Thomas Quentin

02.11.2012, 15:14 Uhr
Melden 25 Empfehlung 8

Und ewig streiten sich die Marionetten... Obama ist sicher fähiger als Romney, aber auch er hat Geithner + Co zur Bekämpfung der Finanzkrise eingesetzt (einsetzen müssen), den Bock zum Gärtner gemacht. Alle die noch immer glauben, ein amerikanischer Präsident habe wirklich Macht für grundlegende Veränderungen ist naiv und Opfer der Propaganda oder er endet beim Versuch wie Kennedy... Antworten



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