Wirtschaft

Swiss Export: Es droht breite Abwanderung von KMU aus der Schweiz

Aktualisiert am 24.04.2012 73 Kommentare

Der starke Franken belastet die Exportindustrie weiterhin. Eine Mehrheit der KMU-Exporteure prüft den Schritt ins Ausland. Dies geht aus einer Umfrage des Branchenverbands Swiss Export hervor.

Verstärkte Konkurrenz aus dem Euroraum: Mitarbeiter eines Schweizer Unternehmens für Solartechnik.

Verstärkte Konkurrenz aus dem Euroraum: Mitarbeiter eines Schweizer Unternehmens für Solartechnik.
Bild: Keystone

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Schweizweit leiden kleine und mittlere Unternehmen (KMU) noch immer unter dem starken Franken, dies trotz der im vergangenen Sommer festgelegten Euro-Untergrenze. Durch die massive Aufwertung des Schweizer Frankens erlitten die Exporteure in den letzten zwei Jahren Wechselkursverluste in Millionenhöhe. Nun schlägt der Branchenverband Swiss Export Alarm: Eine Umfrage unter den Verbandsmitgliedern ergab, dass mehr als die Hälfte der KMU-Exporteure eine Verlagerung der Produktion ins Ausland prüfe.

Für die Umfrage wurden 300 Firmen befragt. 56 Prozent gaben demnach an, die Produktion im Ausland mindestens prüfen zu wollen. 17 Prozent aller KMU haben die Verlagerung ins Ausland bereits realisiert. Dies entspricht 51 Firmen. Die Umfrage wurde anonym durchgeführt und soll am 8. Mai veröffentlicht werden.

Schlechte Stimmung unter den Unternehmen

Swiss Export schilderte gegenüber DerBund.ch/Newsnet das Stimmungsbild der Unternehmen. Viele Unternehmen sähen sich demnach bereits gezwungen, Korrekturmassnahmen einzuleiten, um der verstärkten Konkurrenz aus dem Euroraum zu trotzen. In einigen Betrieben musste die Arbeitszeit verlängert werden, andere griffen zur Kurzarbeit oder mussten gar Entlassungen aussprechen.

Bei einigen befragten Betrieben wurden Standardprodukte aus dem Sortiment gestrichen oder es mussten Teile zugekauft werden. Ein Unternehmen gab an, dass langjährige Aufträge verloren gingen, was über mehrere Monate zu einer nicht vollen Auslastung der Kapazitäten geführt habe.

«Es droht eine breite Abwanderung»

In der Umfrage schilderten die Unternehmen auch die drohenden Konsequenzen der wirtschaftlichen Situation. Angekündigt werden neben Produktionsverlagerungen ins Ausland auch Lohnkürzungen, härtere Verhandlungen beim Einkauf oder auch Schliessungen von Produktionsstätten infolge des anhaltend starken Frankens.

Laut Swiss Export droht eine breite Abwanderung von KMU aus der Schweiz. Entgegenwirken könne man dem nur mit einer weiteren Abwertung des Schweizer Frankens. Der Branche schwebt demnach eine Anhebung des Euro-Mindestkurses auf 1.30 bis 1.40 Franken vor.

Swissmem mit gleichem Bild

International tätige Schweizer KMU seien geschwächter als je zuvor, sagte Claudia Moerker, Geschäftsführerin von Swiss Export, gegenüber dem «Blick» (Artikel online nicht verfügbar). Sie begrüsst die Einführung der Euro-Untergrenze. Dadurch hätten viele Firmen etwas Planungssicherheit erhalten. Doch der Eurokurs sei nach wie vor so tief, dass viele Firmen Verluste zu verzeichnen hätten oder kurz davorstünden.

Swissmem, der Schweizer Branchenverband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, hatte im letzten Herbst ebenfalls eine Umfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt. Damals ergab sich ein ähnliches Bild: 35 Prozent der Mitglieder gaben an, dass eine Verlagerung der Produktion in den Euroraum angedacht oder bereits geplant sei. (mpl)

Erstellt: 24.04.2012, 10:44 Uhr

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73 Kommentare

Jack Welti

24.04.2012, 10:51 Uhr
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Prima, die Firmen sollen aber bitte das Heer von Ausländern, das sie ins Land gelotst haben gleich mitnehmen. Sehe das nur positiv, plötzlich wieder Platz, weniger Stress und Probleme, sinkende Mieten etc. Antworten


Eron Thiersen

24.04.2012, 11:01 Uhr
Melden 126 Empfehlung 0

Vor nicht mal 2 Monaten bestätigte der Swissmem Präsident, dass der Wechselkurs weit weniger dramatische Auswirkungen hatte, als man annahm! Jetzt kommt wieder eine gegenteilige Meldung. Zur Erinnerung wir kaufen unsere Rohstoffe im Ausland ein (mit einem starken sFr!!!). Wenn die KMU gehen wollen, dann weil ausländische CEO's gewinnoptimierung betreiben! Nehmt die Einwanderer gleich mit! Antworten



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