Stimmung der Schweizer Konsumenten noch schlechter
Aktualisiert am 06.08.2009 1 Kommentar
Wird in der Schweiz zurzeit zurückhaltend betrieben: Shopping. (Bild: Keystone)
Der vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) vierteljährlich errechnete Index sank auf -42 Punkte nach einem Wert von -38 Punkten im April. So schlecht war die Stimmung letztmals im Juli 1996. Allerdings hat sich die Abwärtsdynamik abgeschwächt: Im April war die Stimmung um ganze 15 Punkte zurückgegangen, nun war es noch ein Minus von 4 Punkten.
«Es ist nicht das Ende des Tunnels, aber eine gewisse Aufhellung», sagte Bruno Parnisari vom SECO am Donnerstag. Es sei durchaus möglich, dass die Konsumentenstimmung bis zur nächsten Umfrage stagniere oder sich sogar verbessere.
Leicht negativer
Die vom SECO befragten 1100 Haushalte erklärten mit Blick auf ihre eigenen Haushaltbudgets, sie hätten sich einschränken müssen (- 16 Punkte im Juli gegenüber -11 Punkten im April).
Sie beurteilen auch die Entwicklung der Wirtschaft im letzten Jahr ganz allgemein leicht negativer (-100 Punkte nach -96 Punkten). Die Befragten erwarten daher, dass sich ihre finanzielle Lage in den kommenden zwölf Monaten nochmals etwas verschlechtert (-9 Punkte gegenüber -6 Punkten).
Überraschend positiv
Die Antworten zu den übrigen Fragen des SECO, die nicht in die Berechnung des Indexes einfliessen, ergeben demgegenüber ein überraschend gutes Bild. So sind die befragten Haushalte in Bezug auf das kommende Jahr deutlich optimistischer als im April (-33 Punkte gegenüber -64 Punkten).
«Die Konsumenten scheinen nicht mehr so negativ eingestellt zu sein wie noch vor ein paar Monaten», sagte Parnisari. Allerdings liege das Niveau der Indikatoren nach wie vor unterhalb des langjährigen Druchschnitts. «Daher muss man die Stimmung als nach wie vor schlecht beurteilen».
Grössere Anschaffungen
Auch die Einschätzungen zur Sicherheit der Arbeitsplätze stagnierten zum ersten mal wieder, nachdem sie seit Juli 2008 immer negativer ausgefallen waren. Allerdings befinden sie sich nach wie vor auf tiefem Niveau und damit deutlich unterhalb des langjährigen Mittelwerts (-125 Punkten nach -127 Punkten).
Die befragten Haushalte glauben zudem, dass sich ihre Sparmöglichkeiten seit Juli nicht verschlechtert haben (&37 Punkte gegenüber &36 Punkten). Auch die Bereitschaft, grössere Anschaffungen zu machen, ist im Juli nicht weiter gesunken (0 Punkte gegenüber -2 Punkten). (sam/sda)
Erstellt: 06.08.2009, 10:48 Uhr
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