Wirtschaft

Soja- und Maispreise sind massiv gestiegen

Aktualisiert am 30.04.2012 63 Kommentare

Finanzspekulanten, Dürre, Erntetrückgänge und eine wachsende Nachfrage: Wegen einer Kombination dieser Faktoren schnellen die Lebensmittelpreise zurzeit besorgniserregend in die Höhe.

Sojabohnen sind so teuer wie seit vier Jahren nicht mehr: Traktoren auf einem Sojabohnen-Feld in Brasilien, dem weltweit zweitgrössten Produzenten.

Sojabohnen sind so teuer wie seit vier Jahren nicht mehr: Traktoren auf einem Sojabohnen-Feld in Brasilien, dem weltweit zweitgrössten Produzenten.
Bild: Keystone

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Steigende Preise für Agrarrohstoffe lassen neue Ängste vor einer Nahrungsmittelkrise aufkommen: Vor allem Soja und Mais haben sich zuletzt deutlich verteuert. Experten machen die steigende Nachfrage in China und eine fallende globale Produktion wegen Dürre und Ernterückgängen in Lateinamerika verantwortlich. Doch auch Finanzspekulanten dürften ihre Finger im Spiel haben. Händler erwarten, dass der Preisauftrieb anhält.

Sojabohnen kosteten in der vergangenen Woche soviel wie seit vier Jahren nicht mehr. Am Freitag durchbrach der Preis sogar die Marke von 15 US-Dollar pro Scheffel (gut 27 Kilogramm).

Verheerende Folgen

Einem Bericht der «Financial Times» von heute zufolge rechnen Rohstoffhändler mit weiteren Anstiegen. Die Experten erwarten sogar, dass die Höchststände aus dem Sommer 2008 erreicht werden. Damals war der Preis bis auf 16,63 Dollar gestiegen.

Eine Preisexplosion bei Soja könnte jedoch verheerende Folgen für die weltweite Nahrungsmittelversorgung haben: Die Nutzpflanze findet breite Verwendung als Tierfutter in der Agrarwirtschaft und wird unter anderem als Salat- und Kochöl sowie Brat- und Backfett benutzt.

Hunger droht

«Hohe Nahrungsmittelpreise sind besonders für arme Länder problematisch, die einen Grossteil ihrer Nahrungsmittel importieren, wie die grosse Mehrheit der afrikanischen Staaten», erklärt Ralf Südhoff, Deutschland-Chef des UN World Food Programme (WFP).

Wenn sich die Kosten für Importe erhöhten, werde es für diese Länder schwieriger, ihre Bevölkerung zu ernähren. «Viele Haushalte in Entwicklungsländern geben ohnehin 60 bis 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus – steigende Preise haben deshalb dramatische Konsequenzen.»

Massiver Geldfluss in Agrarrohstoffe

Thilo Bode, Chef der Konsumentenschutzorganisation Foodwatch, macht Spekulanten an den Finanzmärkten mitverantwortlich für die Entwicklung: «In den vergangenen Jahren ist massiv Geld in Agrarrohstoffe geflossen», sagte Bode im «Handelsblatt» von heute.

Seit dem Jahr 2000, als die Politik die Rohstoffterminbörsen für Investoren geöffnet hat, habe sich das Kapital am Terminmarkt von 15 Milliarden auf 600 Milliarden Dollar erhöht. «Das hat zu Preisblasen und phasenweise höheren Lebensmittelpreisen geführt.»

Auch der Maispreis hat zuletzt rasant zugelegt: Am Freitag stiegen die Notierungen an der weltgrössten Terminbörse CBOT in Chicago um fast fünf Prozent, nachdem das US-Landwirtschaftsministerium mit 1,56 Millionen Tonnen den grössten Verkauf von US-Mais an einem einzigen Tag seit 1991 bestätigt hatte. (rbi/sda)

Erstellt: 30.04.2012, 23:41 Uhr

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63 Kommentare

Serge Chaloff

30.04.2012, 23:59 Uhr
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Wo sind die Anschuldigungen gegen den CH-Finanzplatz? Ist nicht gerade dieser an allem Elend auf dieser Welt Schuld? Oder doch nicht? Stellt doch endlich mal die USA an den Pranger! Die bestimmen wieviel man für die Lebensmittel auf dem Weltmarkt bezahlen muss (CBOT, CME, ICE). Alle grossen Soft Commodities Futures Börsen sind derer Gestzgebung unterstellt.... Antworten


Hans Iseli

01.05.2012, 00:28 Uhr
Melden 82 Empfehlung 0

Mais? Ist da nicht auch noch ganz massiv die Verarbeitung zu Ethanol mitverantwortlich? Antworten



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