Wirtschaft

Schweizer Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet

Aktualisiert am 26.05.2010 11 Kommentare

Die OECD hat ihre Prognosen für das Wachstum in der Schweiz deutlich angehoben. Und die Gründe dafür genannt.

Wachstumsprognosen der OECD für 2010

Wachstumsprognosen der OECD für 2010


in Prozenten

Quelle: OECD


US-Wirtschaft im Hoch

Die US-Industrie hat im April so viele Aufträge für Maschinen, Fahrzeuge und andere langlebige Güter erhalten wie seit der Lehman-Pleite nicht mehr. Die Bestellungen legten um 2,9 Prozent zum Vormonat auf knapp 194 Milliarden Dollar zu.

Dies teilte das Handelsministerium am Mittwoch mit. Der Anstieg fiel mehr als doppelt so stark aus wie von Analysten vorhergesagt. Der Auftragseingang war zugleich der stärkste seit September 2008, als die weltweite Finanzkrise mit der Lehman-Pleite ihren Anfang nahm.

Für den Schub sorgte vor allem der Flugzeughersteller Boeing. Der EADS-Konkurrent hatte im April 34 Aufträge für seinen teures Modell 777 erhalten. Dadurch schossen die Bestellungen für zivile Flugzeuge um insgesamt 228 Prozent in die Höhe. Ohne den Transportsektor wären die Bestellungen um ein Prozent zurückgegangen.

Artikel zum Thema

Stichworte

Demnach wächst die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um 1,8 Prozent. In ihrem Ausblick vom letzten November hatte die OECD noch ein Plus von 0,9 Prozent vorhergesagt. Nächstes Jahr zieht das Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) gar auf 2,2 Prozent an, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch in Paris mitteilte. In ihrer November-Prognose hatte die Organisation eine Expansionsrate von 1,9 Prozent in Aussicht gestellt.

Die Belebung ist einem starken Export, aber auch einer wachsenden Binnennachfrage zu verdanken. Insbesondere die privaten Investitionen und der Privatkonsum nehmen wieder zu. Die Zahl der Arbeitslosen soll 2011 sinken. Die OECD erwartet aber nur einen langsamen Rückgang, da viele Leute noch Kurzarbeit leisten.

Weiterhin trüb ist das Geschäftsklima in der Schweizer Finanzbranche. Die Gefahr eines Bankenzusammenbruchs sollte weiter reduziert werden, insbesondere über eine Verschärfung der Kapitalanforderungen für die UBS und die CS. Sorgen bereitet der OECD überdies der starke Franken. Eine weitere Aufwertung könnte die Export-Wirtschaft schwächen.

USA als Lokomotive

Nicht nur die Schweiz, sondern die Industrieländer insgesamt erholen sich überraschend schnell von der schweren Rezession, wie die OECD konstatierte.

Zu den Spitzenreitern dürften die USA gehören, wo das BIP im laufenden und im nächsten Jahr jeweils um 3,2 Prozent zulegt. Auch die japanische Wirtschaft erholt sich rasch von ihrem tiefen Einbruch von 2009: Die OECD-Experten sagen ein Wachstum von 3 Prozent für das laufende und 2 Prozent für das nächste Jahr voraus.

Die Euro-Zone kommt dagegen mit einem Wachstum von 1,2 Prozent im laufenden und 1,8 Prozent im nächsten Jahr langsamer aus der Krise und hinkt der globalen Erholung hinterher. Der deutschen Wirtschaft traut die Organisation ein deutliches Wachstum zu: 2,0 Prozent in diesem und 2,1 Prozent im nächsten Jahr. Damit könnte der wichtigste Handelspartner der Schweiz den im Rezessionsjahr 2009 erlittenen Einbruch von 4,9 Prozent nahezu kompensieren.

Überschuldung als Risiko

Allerdings steigen angesichts der Schuldenkrise in Europa die Risiken, wie die OECD warnte. «Dies ist ein entscheidender Moment für die Weltwirtschaft», sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. Um die ausufernde Staatsverschuldung wieder in den Griff zu bekommen, sei eine Zusammenarbeit auf internationaler Ebene nötig. (sam/sda)

Erstellt: 26.05.2010, 14:22 Uhr

11

Kommentar schreiben







 Ausland





Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

11 Kommentare

Lidija Jametti

26.05.2010, 15:08 Uhr
Melden

Die Schweiz wächst schneller, als die USA, nämlich über 3.4% im Jahr 2011. Der Schweiz drohen keine Gefahren welche die Finanzbranche beeinflussen könnten. Die CH Finanzinstitute haben sich gut gewaschen und das Vertrauen ist wieder zurückgekehrt. Ab Juni wächst die Industrie Schweiz stark und die Arbeitslosig. geht zurück. 2.5% in 2010 Wachstum in der Schweiz - werden erreicht. Konsum steigt auch Antworten


hansruedi zürcher

26.05.2010, 16:20 Uhr
Melden

Hoffen wir das Beste... Zur Zeit sieht es aber wirklich "himmel- traurig" aus, von Besserung der wirtschaftlichen Situation sind wir als typische schweizerische KMU im Dienstleistungs- Bereich weit entfernt. Bis jetzt war das 2010 viel schlechter als das 2009... Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Telefonbuch

Marktplatz

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!