Rettet ein Lifting den Dollar?
Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 16.10.2009 23 Kommentare
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Die USA sind nicht nur die führende Militärnation der Welt. Auch in den Bereichen Kunst, Sport und Wissenschaft erbringt man regelmässig Spitzenleistungen. Bloss die eigene Währung macht den Amerikanern derzeit zu schaffen. Nicht nur befindet sich der Dollar in einem historischen Tief. Auch das Design der Noten, die berühmte Präsidenten des Landes zeigen, ist in die Jahre gekommen. Kein Wunder, es stammt aus dem Jahr 1929. In unserer Marketing-bestimmten Welt ein unmöglicher Zustand – fand der US-Designer Richard Smith und verpasste dem Dollar ein Lifting.
Seine psychedelisch angehauchten Dollar-Noten präsentierte er online, worauf andere Designer es ihm gleich taten. Smith machte die Angelegenheit offiziell und rief zum «Dollar ReDe$ign Project» auf. Inzwischen sind unzählige Vorschläge auf Smiths Blog eingegangen, darunter viele aus Europa. Unter den Sujets befinden sich amerikanische Wahrzeichen wie die Freiheitsstatue, Mount Rushmore oder die Skyline New Yorks. Auch Ikonen der US-Popkultur fanden Beachtung, etwa Jack Nicholson oder Michael Jackson. «Wir sind schliesslich eine Kultur, nicht nur eine Regierung», kommentierte ein Designer seine Entwürfe.
Einkaufwägelchen als Motiv
Auch die eine oder andere zynische Idee ist in Smiths Blog zu finden. So entwarf jemand eine Dollarnote, die ein Einkaufswägelchen zeigt. Die Konsumgesellschaft lässt grüssen. Und ein weiterer Designer gestaltete die Dollar-Palette mit Indianerhäuptlingen als Motive.
Um das gelungenste Konzept zu eruieren, veranstaltete Smith eine Abstimmung. Der Gewinner heisst Kyle Thompson, ein Designer aus Los Angeles. Seine Noten zeigen Philosophen wie Plato und Locke, die die Gründungsväter der USA beeinflusst haben. «Unsere Währung», so Thomspon, «soll uns und den Rest der Welt an die Ideale erinnern, auf denen die USA einst gebaut wurden.» (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.10.2009, 15:52 Uhr
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23 Kommentare
Wir das Fundament meines Hauses stabiler, wenn ich die Fassade neu streiche? Was die Finanzbranche an Lösungen bietet ist so grotesk lächerlich. Ein HSG Bankexperte hat heute sein Lösungsmodell vorgeschlagen. Bankobligationen sollen im Notfall zu Aktien werden. Habe ich eine Ziege gekauft, wenn sie im Notfall zum Schaf wird, oder ist es ein verkleidetes Schaf? Kein Bauer würde so ein Tier kaufen Antworten
Ein "Redesign" ändert meiner Meinung nach nichts an der Wertigkeit des Dollar. Aber im Zuge dessen könnte man natürlich die Stückelung neu ansetzen (wozu eine 1$-Note?) und auch moderne Sicherheitsmerkmale einbauen. Die Entwürfe 1, 2, 3, 7, und 10 wären eine gute Balance zwischen Seriösität, modernen Design und angenehmen Aussehen. Antworten
das dollar-redesign-projekt ist zwar schön und gut. das dumme daran ist nur, dass die usa bereits seit monaten mit ihren notenpressen nicht nur 'greenbacks', sondern daneben parallel 'redesignte noten' drucken! die währungsreform mit sämtlichen unerfreulichen nebenwirkungen erfolgt also noch vor 2012. Antworten
Die USA ist nicht nur die führende Nation in Sachen Wissenschaft, Sport, Kunst oder Militär aber mit Abstand immer noch die stärkste Wirtschaftsnation - da ändert auch der tiefe Dollar oder die Wirtschaftskrise nichts. Nur so als Ergänzung. Die vielen Kommentare aus Europa deuten ja nur auf Schadenfreude hin - die Europäer sollen sich doch um den eigenen Dreck kümmern sowie die Schweiz mit UBS! Antworten
Das Sujet "Freiheitsstatue" ist der einzige Entwurf mit einem Wertpapier-Cachet. Alles andere hat die Anmutung eines Buchumschlags, Prospekts, Theaterbillets oder Warenhausgutscheins - und vom Hundertdollarschein bleibt nur der Hintergrund diskutabel. Dass die Typografie überall im Argen liegt, ist allerdings nicht nur bei den Ami's ein Drama... Antworten
Es braucht mit Sicherheit mehr als ein Designer-Lifting der Noten, um den Greenback zu retten! Vor allem müssen die Amis aufhören, auf Kosten von allen Andern zu leben. Das ist hart, wird aber noch viel härter, wenn der Dollar seine Funktion als Leitwährung verlieren sollte. Antworten
wie im artikel geschrieben misst man die usa an spitzenleistung. ihr krampfhaftes festhaltung an der spitze, ist hoffentlich langfristig ein auslaufmodel. gewinnen ist gesund im spiel, aber eben so gesund ist es zu verlieren. wann endlich löst der mensch seine blockade und investiert in sich selber ( ganzheitliches denken ) und wird erwachsen. auch die schönste dolarnote löst keine probleme. Antworten
Bei dieser Gelegenheit könnten sich unsere Freunde jenseits des Teichs auch gleich vom Spruch "in God we trust" befreien. Mindestens einem Drittel der U.S. Bevölkerung (vorwiegend um intellektuelle Gravitationsquellen wie Boston und San Francisco lebend) sagt dieser Spruch nicht das Geringste. Die Alternative? "In memory of our great secular humanist liberal founders". Antworten
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Michael Trümmer
Ja genau, gedenkt den Gründungsväter der U.S.A., bloss nicht den Ureinwohnern die vertrieben worden sind. Hoffentlich wird eine "over 9000" Dollarnote eingeführt. Antworten