Preise in der Schweiz massiv höher als in der EU

Aktualisiert am 16.08.2010 142 Kommentare

Schweizer haben 2009 rund ein Drittel mehr für Waren und Dienstleistungen bezahlt als Bürger der 27 EU-Staaten. Die Tabelle «Preisniveauindizes» zeigt, was besonders teuer ist.

Was Indexpunkte


Wie viel bezahlen die Schweizerinnen und die Schweizer? Massiv mehr kosten hierzulande Fleisch, Speisefette und Öle, Nahrungsmittel oder auch Mehlwaren (100 Indexpunkte bedeuten: Mittelwert der EU-Mitgliedstaaten).


In der Schweiz fast doppelt so teuer wie im EU-Raum: Fleisch.

Artikel zum Thema

In den letzten zwei Jahren stieg aufgrund des starken Frankens die Differenz zur EU, nachdem sich das Schweizer Preisniveau zwischen 2000 und 2007 demjenigen der EU angenähert hatte.

2009 lag das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf in der Schweiz laut provisorischen Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) 35 Prozent über dem Mittelwert der EU-Mitgliedstaaten, wie der am Montag veröffentlichten Tabelle «Preisniveauindizes im internationalen Vergleich» zu entnehmen ist.

In unseren Nachbarländern lag der entsprechende Wert für Deutschland bei 7 Prozent, für Frankreich bei 17 Prozent, für Italien bei 5 Prozent und für Österreich bei 14 Prozent.

Von 2000 bis 2006 sank das Schweizer Preisniveau und näherte sich damit dem EU-Durchschnitt an. In den vergangenen zwei Jahren erhöhte sich aber die Differenz zur EU wieder: 2008 betrug das relative Preisniveau 127 Indexpunkte, 2007 waren es 120 Punkte gewesen. Der Grund dafür ist der stärkere Franken, der in die Berechnungen einfliesst.

Stark reglementierter Fleischmarkt

Besonders teuer war 2009 in der Schweiz Fleisch, das mit 197 Indexpunkten fast doppelt so teuer war als in den EU-Staaten. Massiv mehr bezahlt werden musste auch für Speisefette und Öle (168 Indexpunkte), Nahrungsmittel (144), Fisch (150) und Mehlwaren (138).

Die hohen Fleischpreise erklärten sich mit den teuren Produktionskosten in der Schweiz, sagte ein Sprecher des Schweizer Fleisch-Fachverbands auf Anfrage. Der Import von Fleisch sei zudem eingeschränkt. Die Behörden legten Kontingente fest, die versteigert würden.

Ein Agrar-Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union könnte für günstigere Preise sorgen, wie der Verbandssprecher erklärte. Ein Abkommen würde den Import erleichtern. Die Schweizer Bauern wiederum könnten günstiger produzieren, weil sie weniger für Futtermittel und andere Rohstoffe bezahlen müssten.

Tabak und Getränke sind nicht teurer

Bei einigen Produkten lag das Schweizer Preisniveau aber nahe beim EU-Durchschnitt (100 Indexpunkte). Ähnliche Preise berechnet wurden namentlich für Tabakwaren (104), private Verkehrsmittel (101), Nachrichtenübermittlung (96), alkoholfreie Getränke (112) und alkoholische Getränke (112). (sam/sda)

Erstellt: 16.08.2010, 12:23 Uhr

142

Kommentar schreiben







 Ausland





Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

142 Kommentare

maja naef

16.08.2010, 12:40 Uhr
Melden

Also der Käse ist in der Schweiz ebenso teuer wie Fleisch. Warum vermischt man da den Preis mit Milch und Eier. Antworten


Hans Winkler

16.08.2010, 13:59 Uhr
Melden

Vergleicht doch mal die Schweizer Löhne mit dem Durchschnitt der 27 EU Staaten. Wir sind nicht nur eine Hochpreisinsel sondern auch eine Hochlohninsel. Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Telefonbuch

Marktplatz

Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?

Ja, auf jeden Fall

 
15.1%

Nein, interessiert mich nicht

 
40.2%

Erst wenn die Geräte billiger geworden sind

 
35.1%

Ich habe schon einen

 
9.7%

3308 Stimmen

Gratis ePaper für «Bund»-Abonnenten