Wirtschaft

Moody's glaubt nicht an Frankreich

Aktualisiert am 21.11.2011 4 Kommentare

Frankreichs Bestnote AAA ist nach Einschätzung der Ratingagentur in Gefahr. Die steigenden Zinsen für die französischen Staatspapiere werden zunehmend zur Belastung.

Sparbemühungen fruchten nicht: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.

Sparbemühungen fruchten nicht: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.
Bild: Keystone

Artikel zum Thema

Zinsen Staatsanleihen (21. November 2011)

Land 5 Jahre 10 Jahre

Sarkozy und Hollande gleichauf

Die beiden aussichtsreichsten Kandidaten für die französischen Präsidentschaftswahl liegt in Umfragen nahezu gleichauf: Der amtierende Präsident Nicolas Sarkozy kommt laut einer in der Tageszeitung «Libération» veröffentlichten Umfrage auf 29 Prozent, sein sozialistischer Herausforderer François Hollande auf 30 Prozent der Stimmen. Fünf Monate vor dem Urnengang im April 2012 hat sich der Abstand der beiden in den vergangenen Wochen drastisch verringert. Bislang führte immer Hollande mehrere Prozentpunkte vor dem konservativen Amtsträger Sarkozy. Im zweiten Wahlgang würde Hollande allerdings aktuell 58 Prozent der Wähler überzeugen können. (sda)

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Die steigenden Zinsen für französische Schuldpapiere und die schwächelnde Wirtschaft können nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's für Frankreichs Top-Bonität AAA gefährlich werden. Die von der französischen Regierung angestrebte Verringerung des Haushaltsdefizits werde bei längerem Andauern dieser Risikofaktoren schwerer zu erreichen, stellte Moody's in einem Bericht für Investoren fest. Die Regierung bemühe sich zwar, aber auf bestimmte Faktoren wie das Wachstum und die europäische Schuldenkrise habe sie keinen direkten Einfluss.

Moody's hatte bereits Mitte Oktober die Kreditwürdigkeit Frankreichs unter Beobachtung gestellt. Es sollte überprüft werden, inwieweit die französische Regierung die angekündigten Massnahmen zur Reduzierung des Staatsdefizits umsetzt. Innerhalb von drei Monaten sollte entschieden werden, ob Frankreich, das derzeit mit der Bestnote AAA bei der Kreditwürdigkeit bewertet wird, noch die Bedingungen für die Perspektive «stabil» erfüllt. Ein negativer Ausblick wäre der erste Schritt zu einer späteren Herabstufung.

Die französische Regierung hat in den vergangenen Monaten bereits zwei rigide Sparpläne aufgelegt, um das hohe Haushaltsdefizit zu drücken und zugleich die AAA-Note zu bewahren. Im Zuge der europäischen Schuldenkrise waren in den vergangenen Wochen aber die Risikoaufschläge für französische Staatsschuldtitel im Vergleich zu Deutschland drastisch angestiegen. Bei einer neuen Ausgabe von Schuldpapieren in der vergangenen Woche musste der Staat bereits deutlich höhere Zinsen bezahlen. Dies belastet wiederum den Haushalt.

Juncker warnt vor Auswirkungen auf Rettungsschirm

Der Chef der Euro-Gruppe, der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker, fürchtet bei einer Herabstufung Frankreichs durch die Ratingagenturen Auswirkungen auf den Euro-Rettungsschirm EFSF. Dieser würde dadurch ebenfalls seine Top-Bonität von «AAA» verlieren, sagte Juncker in Mainz. Zugleich plädierte Juncker dafür, gemeinsame Anleihen der Euro-Staaten, sogenannte Euro-Bonds, nicht von vorneherein zum «Unding» zu erklären. Der Vorschlag müsse von den Staaten ernsthaft geprüft werden. Änderungen der europäischen Verträge hält er zwar für nötig, diese hätten aber derzeit keine Priorität.

(jak/AFP)

Erstellt: 21.11.2011, 11:39 Uhr

4

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

4 Kommentare

willi aerne

21.11.2011, 11:59 Uhr
Melden 5 Empfehlung 0

Langsam muss man sich fragen, ob da die lieben Freunde von ennet dem grossen Teich nicht via Ratingagenturen ein konzertiertes Kesseltreiben gegen Europa veranstalten. Die Verschuldung gibts ja nicht erst seit gestern. Und die Staaten lösen sich ja auch nicht in Luft auf. Mit einem langfristigen Plan lässt sich die Situation sanieren. Ein sofortiger Haircut führt in den allgemeinen Crash. Antworten


Sacha Meier

21.11.2011, 13:11 Uhr
Melden 4 Empfehlung 0

Keine Bange. Die EZB wir auch Frankreichs Staatsschulden per Bondkauf locker vom Hocker weginflationieren, während unser SNB-Hildebrand wiederum fleissig Franken drucken lässt, um damit die tochtoxische Schrottwährung gierig in die Schweiz zu holen. Immer im Verhältnis 1.2 - versteht sich. So schliesst sich der Kreislauf wieder. Und der Goldpreis lässt grüssen. Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

Seit 15 Jahren steigt die Anzahl Ferienwochen für Arbeitnehmer leicht an. Profitieren Sie davon?



Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen

Alles für Abonnenten und Abonnentinnen

Laden Sie sich Ihr ePaper auf Ihren Computer und blättern Sie gratis und ab 5 Uhr früh in Ihrem "Bund".

Jetzt wechseln und sparen

Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Flugpreise vergleichen

Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.