Wirtschaft

Monti erinnert an «schlimme Praktiken der griechischen Politik»

Aktualisiert am 15.02.2012 12 Kommentare

Der italienische Regierungschef hat vor dem EU-Parlament die harte Gangart gegenüber Griechenland verteidigt. Dabei rief er die fragwürdigen Verhältnisse der früheren Politik des Landes in Erinnerung.

Nennt Korruption, Vetternwirtschaft und eine fehlende ordentliche Steuerpolitik als Beispiele für die frühere Politik Griechenlands: Der italienische Regierungschef Mario Monti.

Nennt Korruption, Vetternwirtschaft und eine fehlende ordentliche Steuerpolitik als Beispiele für die frühere Politik Griechenlands: Der italienische Regierungschef Mario Monti.
Bild: Reuters

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Der italienische Regierungschef Mario Monti hat zur Lösung der europäischen Schuldenkrise eine Kombination von Haushaltsdisziplin und Wachstumsinitiativen empfohlen. Mit Griechenland ging Monti heute in Strassburg vor dem EU-Parlament streng ins Gericht.

Die Härte gegenüber Athen sei möglicherweise übertrieben. «Doch die Politik der griechischen Regierung war über viele Jahre hinweg ein perfekter Katalog der schlimmsten Praktiken der Politik.»

Monti nannte Korruption, Vetternwirtschaft und eine fehlende ordentliche Steuerpolitik als Beispiele. «Auch ich bin Kritiker bestimmter übertriebener Strenge», betonte er. Aber das gehe zulasten zukünftiger Generationen und man ruiniere sein eigenes Land.

Warnung vor Spaltung

Monti sprach von einem Pendel, das in Richtung auf übertriebene Strenge ausschlagen könne, «aber als Italiener sage ich, dass es gut ist, dass wir dieses Pendel haben». Sein Land habe davon profitiert, als es vor vielen Jahren dem Euro beigetreten sei und man dem Land eine stärkere Haushaltsdisziplin auferlegt habe.

Monti warnte die Europäer, sie dürften nicht zulassen, dass der Euro zu einem «Faktor der Auflösung oder der Trennung» werde. «Diese Gefahr besteht».

Die Eurokrise habe zu viele Ressentiments aufkommen lassen, zu viele Stereotypen und zu viele Trennungen, in Norden, Süden, Zentralstaaten und Randstaaten. «Alle diese Klassifizierungen sind abzulehnen». Es gelte, wieder zum gemeinsamen Projekt zurückzufinden.

Zur Entwicklung in Italien sagte Monti, er wolle wichtige Strukturreformen zügig durchziehen. Sein Ziel sei es, den Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Die Lage im Land sei auf dem Weg der Konsolidierung, «auch wenn der Weg noch lang ist».

(wid/sda)

Erstellt: 15.02.2012, 19:22 Uhr

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12 Kommentare

Matthias Meier

15.02.2012, 19:59 Uhr
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«Doch die Politik der griechischen Regierung war über viele Jahre hinweg ein perfekter Katalog der schlimmsten Praktiken der Politik.» - Korruption, Vetternwirtschaft und eine fehlende ordentliche Steuerpolitik? Redet er jetzt über Griechenland oder Italien? Antworten


Jean Roth

15.02.2012, 20:44 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Die Auffassung von Monti teilen sicher viele Leute trotzdem wird dem defekten GR-Fass permanent Geld nachgeschüttet.
Oder anders rum, wird bringen den Griechen die gefangenen Fische, wir beharren nicht darauf, dass GR fischen lernen muss.
Es ist verständlicherweise gar kein Interesse vorhanden, da die Generation die die Katastrophe verursacht hat bei einem Aufschwung gar nicht mehr da ist.
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