Millionärshitparade: Schweiz auf Platz 2
Von Bruno Schletti. Aktualisiert am 01.06.2011 65 Kommentare
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Der grosse Teil der 121,8 Billionen Dollar Privatvermögen liegt im kapitalistischen Norden: Je ein knappes Drittel stammt aus Nordamerika, aus Europa und aus dem asiatisch-pazifischen Raum, wovon knapp die Hälfte Japan zuzuordnen ist. Eine untergeordnete Rolle in dieser globalen Vermögensstatistik bilden die Region Mittlerer Osten und Afrika (4 Prozent) und Lateinamerika (3 Prozent). Die Zahlen sind dem 11. globalen Reichtums-Report der Beratungsgruppe Boston Consulting zu entnehmen.
Weltweit besitzen die 0,9 Prozent Reichsten (mit mindestens 1 Million Dollar pro Haushalt) 39 Prozent der Vermögenswerte. Die Habenichtse und die wenig Habenden – alle, die weniger als 100'000 Dollar ihr Eigen nennen – machen fast 83 Prozent der Weltbevölkerung aus. Sie verfügen aber nur über knapp 13 Prozent des Reichtums. In Europa sind die Zahlen weniger drastisch. Hier kontrollieren die 1,1 Prozent Millionäre 26 Prozent des Reichtums. Dramatisch öffnet sich die Schere zwischen Reich und Arm in der Region Mittlerer Osten und Afrika. Dort sind 54 Prozent der Vermögenswerte im Besitz von 0,43 Prozent aller Haushalte.
Schweiz: 330'000 Millionäre
Die mit Abstand meisten Dollarmillionäre zählen die Vereinigten Staaten, nämlich 5 220'000. In der Schweiz sind es 330'000. Darunter befinden sich 352 sogenannte UHNW (ultra high net worth) – Personen mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar. Damit kommt die Schweiz in der globalen Millionärshitparade hinter Deutschland auf Platz 6 zu liegen, noch vor den Nachbarländern Italien (8) und Frankreich (9).
Die Zahl der Millionärshaushalte im Verhältnis zum Total der Haushalte ergibt für die Schweiz eine Millionärsdichte von 9,9 Prozent. Hinter Singapur liegt sie damit auf Platz 2. Auch in der Hitliste der Ultrareichen rangiert die Schweiz auf Platz 2 – mit 10 schwerreichen Personen auf 100'000 Haushalte. Den Spitzenplatz belegt hier Saudiarabien.Vom Wohlstand der Reichen profitieren auch die Banken. Die Institute in der Schweiz verdienen noch immer wesentlich am Geld, das Ausländer in die Schweiz bringen – sogenanntes Offshoregeld. Weltweit gibt es davon 7800 Milliarden Dollar. 2100 Milliarden liegen in der Schweiz. Das Land ist damit nach wie vor der wichtigste Ort für Offshoregelder – vor den Kanalinseln, Grossbritannien, den USA und Luxemburg.
Offshoregeschäft schrumpft
Gerade in diesem Bereich wird die Luft allerdings dünner. Verschärfte Regeln im grenzüberschreitenden Geschäft und das Bemühen der Nachbarländer, an unversteuerte Gelder ihrer Bürger heranzukommen, lassen das europäische Offshoregeschäft schrumpfen. Der Anteil der Westeuropäer an den ausländischen Offshorekunden ging seit 2005 von 40 auf 34 Prozent zurück.
Dennoch ist das noch nicht das Ende des grenzüberschreitenden Bankgeschäfts. «In vielen Regionen der Welt ist das Bedürfnis gross, Gelder in anderen Ländern anzulegen», sagt Peter Nicolai Damisch von Boston Consulting. Die Schweiz werde vor allem vom Mittleren Osten und von Südamerika profitieren. Allerdings hält die Studie auch fest, dass bei der Wahl eines ausländischen Finanzplatzes die Nähe das wichtigste Kriterium sei. Deutsche bringen ihr Geld gern in die Schweiz oder nach Luxemburg. Hongkong und Singapur verwalten vor allem Geld aus Taiwan und China. Dubai ist die bevorzugte Destination für wohlhabende Saudis.Der Bericht von Boston Consulting zeigt auch, dass bei den Schweizer Banken gemessen an den globalen Trends nicht alles rund läuft. Die Summe der verwalteten Vermögen stagniert. Die Kosten steigen proportional stärker als die Erträge. Die Gewinnmargen sinken. Matthias Naumann, geschäftsführender Partner bei Boston Consulting Schweiz, hält zudem fest: «8 der Top-30-Banken haben die kritische Grösse, 22 haben sie nicht.» Gemeint sind mehr als 3 Milliarden Franken an verwalteten Vermögen im grenzüberschreitenden Geschäft. Naumann rechnet deshalb damit, dass Bewegung in den Markt kommt – etwa in Form von Übernahmen oder Fusionen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 31.05.2011, 22:44 Uhr
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65 Kommentare
Und genau darum sollte man langsam mal aufhören so abschätzig über uns "reichen" zu reden. Wir sind ein grosser Teil der Bevölkerung. Wenn wir mit unserem Geld abziehen, steht die Schweiz ziemlich dumm da. Der Hass der Neider ist also etwas ziemlich dämliches. Ohne unsere Steuern und sonstigen grosszügigen Ausgaben gäbe es keine fortschrittliche Schweiz. Gern geschehen. Antworten
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