Lehrmeister kämpfen um die cleversten Schulabgänger
Von Erika Burri. Aktualisiert am 25.11.2010 10 Kommentare
Die cleversten Schulabgänger sind als Lehrlinge begehrt: Uhrmacher-Lehrling und Meister 2002 in Grenchen.
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Die Bevölkerung der Schweiz nimmt zu – hauptsächlich der Zuwanderer aus dem Ausland wegen. Szenarien gehen davon aus, dass in zehn Jahren bis zu 1 Million mehr Menschen in der Schweiz leben werden. Bei den Jugendlichen ist die Entwicklung hingegen rückläufig. Das Bundesamt für Statistik (BfS) rechnet mit 10 Prozent weniger 16-Jährigen fürs Jahr 2020, mit 80'000 statt 88'000.
Das wird sich auf den Lehrstellenmarkt auswirken: Viele Betriebe werden ihre Ausbildungsplätze nicht mehr besetzen können. Nicht alle sind von dieser Entwicklung gleich betroffen. In Kantonen wie Genf oder Basel-Stadt, in denen schon heute überdurchschnittlich viele Jugendliche ans Gymnasium gehen, wird sich auf dem Lehrstellenmarkt nicht viel ändern. Andere aber – und dazu zählen die Kantone Bern, St. Gallen und Luzern – werden bis fast 20 Prozent weniger Schulabgänger haben, die eine Lehre beginnen. In diesen Kantonen hat die Lehre einen hohen Stellenwert. Drei Viertel oder mehr Jugendliche lernen dort nach der obligatorischen Schule einen Beruf. Laut BfS und Avenir Suisse wird Luzern 2020 den akutesten Lehrlingsmangel aufweisen. 2020 werden die Lehrverhältnisse um bis zu 25 Prozent abnehmen.
Geforderte Lehrbetriebe
«Die Lehrbetriebe werden sich etwas überlegen müssen», sagt Josef Widmer, Leiter der Dienststelle Beruf- und Weiterbildung im Kanton Luzern. Denn der Kampf um die qualifizierten Lehrlinge ist vorprogrammiert. Widmer rechnet mit 1500 bis 2000 Lehrlingen weniger ab dem Jahr 2013. Schon heute haben im Kanton Luzern – und nicht nur dort – vor allem Betriebe, die anspruchsvolle Lehren anbieten, Mühe, Lehrlinge zu finden. Dazu gehören Lehrstellen für Polymechaniker, Automatiker und Elektroniker.
Sein Berner Amtskollege Theo Ninck stellt fest, dass vor allem KMU-Betriebe nur mit viel Engagement qualifizierte Lernende finden. Denn nicht selten würden sich Bewerber, wenn sie die Wahl zwischen einem KMU und einem Grossbetrieb haben, für den Grossbetrieb entscheiden. Weil dort der Nachwuchs viele verschiedene Abteilungen kennen lernen kann. Und weil die Perspektiven, danach eine interessante Anstellung zu finden, oft besser sind.
Josef Widmer erinnert sich, dass es Anfang der Neunzigerjahre schon einmal Mangel an Lehrlingen gab. Und dass Lehrbetriebe sich angestrengt haben, um an die Besten heranzukommen: vor allem mittels Werbemassnahmen. Andere erhöhten den Lehrlingslohn, um die Lehre auch finanziell attraktiver zu machen. Im Gegensatz zu Unternehmen in den meisten anderen Kantonen werden Firmen im Kanton Zürich keine Probleme haben, Lehrlinge zu finden. Dank der Zuwanderung aus dem In- und Ausland wird die Anzahl Jugendlicher weiter wachsen. Zürich wird laut Avenir Suisse auch in zehn Jahren mit rund 16'000 Stellen der wichtigste Lehrstellenmarkt sein. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 25.11.2010, 10:58 Uhr
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Dass es der Schweiz an jungen Menschen fehlen wird, ist schon lange absehbar. Da wir allesamt nach unseren eigenen Lüsten leben und keine zusätzliche Aufgaben und Belastungen wollen, wollen wir auch keine eigenen Kinder. Die Folge davon: Wir haben keinen eigenen Nachwuch mehr. Durch die Überalterung wird es an AHV - Beiträgen fehlen und die Alten Menschen werden weiterarbeiten dürfen. Antworten
Man muss auch zwingend darüber nachdenken, etablierte Arbeitnehmer, die bereits eine erste Karriere hinter sich haben und nach einer Neuausrichtung suchen, eine neue Lehre schmackhaft zu machen. Im Bekanntenkreis gibt einige die neu anfangen und auch finanzielle Einbussen für eine neue Ausbildung in Kauf nehmen werden. Geld ist also nicht das Wichtigste, sondern die Aufgabe und etwas Neues! Antworten
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