Wirtschaft

Italienische Zinsen sinken drastisch

Aktualisiert am 28.12.2011 27 Kommentare

Die rigiden Sparpläne von Mario Monti zeigen Wirkung: Bei der Ausgabe sechsmonatiger Anleihen ergab sich heute ein Zinssatz von 3,25 Prozent – halb soviel wie im November.

Zufriedenes Lächeln: Mario Monti im römischen Senat am 22. Dezember 2011.

Zufriedenes Lächeln: Mario Monti im römischen Senat am 22. Dezember 2011.
Bild: AFP

Frankreich verringert Staatsschulden

Frankreich hat seine Staatsverschuldung im dritten Quartal im Vergleich zu Ende Juni um 3,6 Milliarden Euro auf knapp 1,7 Billionen Euro verringert. Das entspricht 85,3 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). Dies teilte das Statistikamt Insee heute mit. Die Regierung rechnet damit, dass der Schuldenanteil zum Jahresende auf 84,9 Prozent des BIP zurückgeht. (sda)

Artikel zum Thema

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Italien hat problemlos frisches Geld zu günstigen Konditionen bei Anlegern eingesammelt. Die Auktion einer Anleihe mit sechsmonatiger Laufzeit spülte neun Milliarden Euro in die Staatskassen, wie das Finanzministerium heute mitteilte.

Der durchschnittliche Zins lag mit 3,251 Prozent nur noch halb so hoch wie Ende November. Damals wurde mit 6,5 Prozent der höchste Zins seit Einführung des Euro fällig.

Trotz der deutlich niedrigeren Rendite war die Nachfrage gut: Der Staat hätte auch 15,2 Milliarden Euro einnehmen können, so hoch waren die Angebote der Investoren. Die Auktion war damit 1,7-fach überzeichnet, einen Monat zuvor dagegen nur 1,5-fach. Weitere 1,733 Milliarden Euro brachte die Versteigerung zweijähriger Anleihen. Hier fiel der Zins von 7,8 auf 4,85 Prozent. Die Börse in Mailand reagierte mit Kursgewinnen.

Grosszügige EZB

Die Versteigerung war die erste nach der grosszügigen Kreditvergabe der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese hatte den europäischen Geschäftsbanken am 21. Dezember 490 Milliarden Euro für bis zu drei Jahre geliehen - und das zu niedrigen Zinsen.

Monti hatte im November den früheren italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi abgelöst. Sein vor wenigen Tagen verabschiedetes Sparpaket mit einem Volumen von etwa 20 Milliarden Euro sieht unter anderem eine Anhebung des Renteneintrittsalters, eine Erhöhung der Immobiliensteuer, die Einführung einer Luxussteuer sowie Massnahmen gegen Steuerflucht vor. Vorgesehen ist ausserdem eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Die Staatsverschuldung Italiens liegt bei rund 120 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts.

(kle/sda)

Erstellt: 28.12.2011, 12:21 Uhr

27

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

27 Kommentare

Reto Stadelman

28.12.2011, 13:15 Uhr
Melden 40 Empfehlung

Tut mir wirklich leid für alle EU-Hasser. Die EU wird also doch überleben und mit ihr der Euro... Jaja, ich weiss, das ist wenig sachlich was ich schreibe. Aber ich gönne mir jetzt halt auch mal eine Flasche Schadenfreude nachdem die EU Gegner immer wieder ihre dummen Floskeln zum besten gaben. Antworten


Dominik Tarqua

28.12.2011, 14:18 Uhr
Melden 40 Empfehlung

Liebe Leute, tolle Schlagzeile ! Aber warum seht ihr nicht richtig hin und bemerkt dass es sich um 6 Monatige Anleihen handelt. Die normalen 3 bis 10 Jährigen sind nach wie vor bei 7%. Warum versucht man immer das Volk für blöd zu verkaufen? oder warum lässt sich das Volk für blöd verkaufen. Die 7% bedeuten nämlich dass das Vertrauen gar nicht gestiegen ist. Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Telefonbuch

Marktplatz

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!