Wirtschaft

Italien ermittelt gegen 12'000 Steuersünder

Aktualisiert am 23.01.2012 11 Kommentare

Die Behörden des kriselnden Landes haben Fälle von Steuerhinterziehung in Milliardenhöhe aufgedeckt. Fast die Hälfte davon liegt auf Bankkonten im Ausland.

Ihm entgehen jedes Jahr bis zu 150 Milliarden Euro: Italiens Premier Mario Monti.

Ihm entgehen jedes Jahr bis zu 150 Milliarden Euro: Italiens Premier Mario Monti.
Bild: Keystone

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Italienische Steuerfahnder haben im vergangenen Jahr Fälle von Steuerhinterziehung im Wert von mehr als 50 Milliarden aufgedeckt. Wie die Finanzpolizei heute Montag mitteilte, seien davon allein 21 Milliarden Euro im Ausland deponiert gewesen.

Demnach wurden Verfahren wegen Betrugs gegen mehr als 12'000 Menschen eingeleitet. Die Finanzpolizei meldete überdies die Hinterziehung von Mehrwertsteuer in einer Höhe von mehr als acht Milliarden Euro. Schätzungen zufolge verliert Italien jährlich zwischen 120 und 150 Milliarden Euro durch Steuerbetrug.

Regierungschef Mario Monti hatte einen entschiedenen Kampf gegen die im Land weit verbreitete Steuerhinterziehung angekündigt. Es sei inakzeptabel, dass Arbeiter Opfer bringen würden, während ein grosser Teil des Reichtums Italiens am Fiskus vorbei geschleust würde und dadurch den Druck auf «ehrliche Steuerzahler» erhöhe, sagte Monti kürzlich. Die italienischen Staatsschulden belaufen sich auf 1900 Milliarden Euro, was ungefähr 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) entspricht. (ami/sda)

Erstellt: 23.01.2012, 20:18 Uhr

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11 Kommentare

Carmelo Di Stefano

23.01.2012, 21:40 Uhr
Melden 32 Empfehlung

Endlich ein italienischer Regierungschef, der dieses Problem seriös angeht. Antworten


Renzo Giambonini

24.01.2012, 07:47 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Italien verliert ungleichmässig mehr durch die Tätikeiten der Mafia. Da diese Organisation im gesamten Staatsgefüge bestens "integriert" ist und durch abertausende von korrupten Staatsangestellten gedeckt wird, gehen dem Land viel mehr an Steuereinnahmen verloren. Hier müsste man den Hebel ansetzen, doch wie erwähnt, die dafür zuständigen Stellen sind ebenfalls von der Mafia unterwandert! Antworten



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