Wirtschaft
IWF warnt vor Immobilienblase in der Schweiz
Aktualisiert am 20.03.2012 32 Kommentare
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem neusten Länderreport der Schweizer Währungs- und Wirtschaftspolitik insgesamt ein gutes Zeugnis ausgestellt. Die Schweizer Wirtschaft habe sich in der Finanzkrise der letzten Jahre als sehr stark erwiesen, sagte die IWF-Chefprüferin Enrica Detragiache heute in Bern. Nichtsdestotrotz steht die Schweiz nach Ansicht des IWF vor grossen Herausforderungen.
Wegen der expansiven Geldpolitik mit Tiefstzinsen steigt nach Ansicht der IWF-Experten die Gefahr für eine Immobilienblase. Es sei zwar schwierig zu sagen, wann von einer Blase gesprochen werden müsse, sagte Detragiache. Zurzeit sei die Schweiz sicher noch entfernt vom Höhepunkt einer solchen Blase. Das Risiko steige aber.
IWF: Anreize für Immobilienkauf abbauen
Deshalb sei es angezeigt, die Kriterien für die Vergabe von Hypotheken zu verschärfen und so zusätzliche Sicherungen gegen eine Immobilienblase einzubauen. Es sei auch sinnvoll, darüber nachzudenken, im Zusammenhang mit dem Kauf von Immobilien Anreize zur Verschuldung abzubauen, sagte sie in Bezug auf die heute bestehende Möglichkeit, Hypothekarschuldzinsen vom steuerbaren Einkommen abzuziehen.
Alexander Karrer, Vize-Staatssektretär des Staatssekretariats für Internationale Finanzfragen, wies im Zusammenhang mit den Risiken einer Immobilienblase auf die vor einer Woche veröffentlichten Vorschläge einer Arbeitsgruppe des Finanzdepartements hin.
So sollen das makroprudenzielle Instrumentarium um einen antizyklischen Puffer ergänzt und die Eigenmittelunterlegung im Hypothekargeschäft verstärkt werden. Der Bundesrat werde darüber rasch entscheiden, sagte Karrer.
Tiefe Eigenkapitaldecken der Banken
Kritisch schätzen die IWF-Experten auch die Lage der Banken ein. Der Finanzsektor bleibe verletzlich, sagte Detragiache. Im internationalen Vergleich seien die Eigenkapitaldecken der systemrelevanten Grossbanken nach wie vor tief. Die Banken müssten gedrängt werden, ihre Polster rasch auszubauen. Die von Bundesrat und Parlament eingeräumte Frist bis 2019 sei etwas lange.
Reformbedarf ortet der IWF auch bei den Sozialwerken. Werde nichts unternommen, würden die Ausgaben für die Altersvorsorge wegen der alternden Gesellschaft schon gegen Ende der laufenden Dekade stark ansteigen. Die IWF-Experten übernehmen dabei explizit die Ansicht einer Arbeitsgruppe der Eidgenössischen Finanzverwaltung, die vor drei Wochen in einem Bericht vor einer Schuldenexplosion bis 2060 warnte.
Gute Noten für Geldpolitik
Gute Noten erteilte die IWF-Delegation der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank. Der im September eingeführte Mindestkurs sei angesichts der Deflationsgefahr eine angemessene Massnahme gewesen.
Nun gelte es aber einen «sanften Ausstieg» aus dieser Politik zu finden, sagte Detragiache. Welche Bedingungen erfüllt sein müssen für den Ausstieg, wollte sie nicht präzisieren. Die zurzeit negative Preisentwicklung wertete sie nicht als den Beginn einer anhaltenden Deflation. Schon im Jahresverlauf würden die Preise wieder steigen, sagte sie. (rub/sda)
Erstellt: 20.03.2012, 13:46 Uhr
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32 Kommentare
Wenn man uns ständig den Renten-Umwandlungssatz herabsenken, den Zinssatz auf das Renten-Sparkapital permanent minimieren (dar war mal 4 %, heute unterschreitet er bald den Zinssatz für Festgeldkonten !) und gleichzeitig das Pensionierungsalter erhöhen will, ist es verständlich, dass die Versicherten das Alterskapital lieber abziehen und in Woheigentum investieren. Die Blase haben wir. Antworten
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