Wirtschaft
IWF stellt Rom ein schlechtes Zeugnis aus
Aktualisiert am 17.04.2012 5 Kommentare
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Die Euro-Zone kann in diesem Jahr auf eine weniger tiefe Rezession hoffen als bislang vom Internationalen Währungsfonds (IWF) erwartet.
In seinem am Dienstag in Washington veröffentlichten Frühjahresbericht geht der IWF davon aus, dass die gemeinsame Wirtschaftskraft der 17 Euro-Länder 2012 um 0,3 Prozent schrumpft. Im Januar hatten die IWF-Experten noch ein Minus von 0,5 Prozent vorausgesagt. Für 2013 geht der IWF neu von einem Wirtschaftswachstum im Euro-Raum von 0,9 Prozent aus.
Bessere Prognosen für Deutschland und Frankreich
Auch für Deutschland und Frankreich, die beiden grössten Volkswirtschaften der Euro-Zone, hat der IWF seine Erwartungen nach oben korrigiert: Demnach wächst die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 0,6 Prozent. Im Januar war der Währungsfonds noch von einem halb so grossen Wachstum ausgegangen. Für Frankreich wurde die Prognose von 0,2 auf 0,5 Prozent Wachstum geändert.
Optimistischer ist der IWF auch für die beiden Euro-Problemländer Spanien und Italien, die zuletzt an den Märkten stark unter Druck gekommen waren. Für Spanien sieht der Fonds im Gegensatz zur Januar- Prognose bereits 2013 wieder ein kleines Wachstum von 0,1 Prozent nach einer Schrumpfung von 1,8 Prozent in diesem Jahr.
Für Italien erwartet der IWF mit Negativwerten von 1,9 Prozent in diesem und minus 0,3 Prozent im nächsten Jahr leichte Besserungstendenzen.
Italien verfehlt laut IWF seine Haushaltsziele
Ein schlechtes Zeugnis stellt der IWF jedoch für die Sparbemühungen Italiens aus: Das Land werde einer Prognose zufolge weder in diesem noch im kommenden Jahr seine Haushaltsziele erreichen. Ausserdem wird das Land dem am Dienstag veröffentlichten Bericht zufolge frühestens 2018 einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen können - fünf Jahre später als von der italienischen Regierung angekündigt. Für das kommende Jahr sagte der IWF Italien ein Defizit von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) voraus.
Der italienische Ministerpräsident Mario Monti hatte für 2013 einen ausgeglichenen Haushalt versprochen. Die Haushaltskonsolidierung ist das Kernstück seiner Bemühungen, um Italien aus der Schuldenkrise zu holen.
Krisenrisiko weiterhin gross
Der IWF hob einen Grossteil seiner Prognosen gegenüber seinen Voraussagen vom Januar leicht an. So erwartet er nun ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,5 Prozent in diesem und 4,1 Prozent im nächsten Jahr. Auch für die USA ist der Fonds etwas zuversichtlicher.
Trotz etwas besserer Wachstumsaussichten sieht der IWF noch keinerlei Anlass zur Krisen-Entwarnung. «Etwas Optimismus ist zurückgekehrt», schrieb zwar IWF-Chefökonom Olivier Blanchard. Er warnte aber zugleich: «Das Risiko einer weiteren Krise ist weiterhin sehr präsent und könnte sowohl die Industrie- wie die Schwellenländer treffen.»
Trotz leichter Aufhellungen für etliche Länder zog der IWF das Fazit: «Wir sagen voraus, dass das Wachstum schwach bleibt, speziell in Europa, und dass die Arbeitslosigkeit noch für einige Zeit hoch bleiben wird».
Der Fonds forderte, bei aller notwendigen Konsolidierung in den entwickelten Ländern und speziell Europa das Wachstum zu fördern. Als konkrete Massnahmen schlug er ein Einlagensicherungssystem auf der Ebene der EU-Staaten, eine Abwicklungsregelung für Banken und auch zumindest im begrenztem Masse Eurobonds vor, wie etwa die Schaffung gemeinsamer Geldmarktpapiere der Euro-Zone.
(mrs/sda)
Erstellt: 17.04.2012, 22:08 Uhr
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5 Kommentare
Der IWF und auch die OECD entpuppen sich zunehmend als politische Instrumente von Regierungen und Ideologischen Gruppen. Die Maastricht Verträge wurden jahrelang ohne nennenswerte Interventionen gebrochen. Strauss Kahn hat ja zu genüge bewiesen was er von Gesetzen und Verträgen hält und war ein Sozialist erster Güte. Auch über die OECD sollte endlich auch mal kritisch recherchiert werden. Antworten
Na ja, ein Bisschen Optimismus muss vor der nächsten grossen Elefantenrunde in Lissabon schon versprüht werden. Sonst könnten Sarko, Monti und Co. gleich den Hut nehmen. Aber ob das die Investoren und Märkte auch so sehen, ist noch mal eine ganz andere Sache. Antworten
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