Wirtschaft

Handel mit Libyen bricht um 85,2 Prozent ein

Libyen hat die im vergangenen Herbst ausgestossene Drohung wahr gemacht und der Schweiz den Ölhahn zugedreht. Das afrikanische Land war der wichtigste Lieferant für die Schweiz.

Von den knapperen Öllieferungen betroffen: Tamoil, hier Türme der Raffinerie in Collombey VS.

Von den knapperen Öllieferungen betroffen: Tamoil, hier Türme der Raffinerie in Collombey VS.
Bild: Keystone

Die Eiszeit zwischen Libyen und der Schweiz macht sich auch im Aussenhandel bemerkbar. Von Januar bis Juli 2009 importierte die Schweiz aus Libyen Waren im Wert von 326 Millionen Franken. Gegenüber der gleichen Vorjahresperiode sind das 85,2 Prozent weniger. Dabei waren die Importe im Gesamtjahr 2008 stark angestiegen: um das Doppelte des Vorjahres 2007.

Den Hahn dreht Libyen beim Öl zu, dem Hauptimportartikel der Schweiz. Die detaillierte Statistik der Eidgenössische Zollverwaltung zeigt: In den ersten sieben Monaten 2009 hat die Schweiz mit 891,5 Millionen Litern mengenmässig 70 Prozent weniger Öl aus Libyen bezogen.

350 Tamoil-Tankstellen

Das ist deshalb von Bedeutung, weil Libyen 2008 der wichtigste Öllieferant der Schweiz war. 73,1 Prozent des Rohstoffs bezog die Schweiz aus dem afrikanischen Land. Inzwischen kauft die Schweiz das Öl von anderen Staaten.

Von den knapperen Öllieferungen betroffen ist Tamoil. Die libysche Firma bezeichnet sich selbst als grösste in der Schweiz tätige Erdölgesellschaft. Sie betreibt hier zu Lande 350 Tankstellen und eine Raffinerie in Collombey. Die Schweizer Ausfuhren nach Libyen erreichten von Januar bis Juli 2009 einen Wert von 97 Millionen Franken. Das ist knapp die Hälfte weniger als in der Vorjahresperiode. Wichtige Exportgüter sind Chemikalien, Metalle, Maschinen und Fahrzeuge.

Ohne Schweizer Uhren läuft aber auch bei Oberst Ghadhafi nichts: Wie das Westschweizer Fernsehen meldete, soll er für die Revolutionsfeier bei Chopard in Genf Uhren für acht Millionen Franken gekauft haben. Von Januar bis Juli 2009 gingen Schweizer Uhren im Wert von 4,8 Millionen Franken nach Libyen. Der Maghreb-Staat gehört aber von seiner Bedeutung her nicht einmal zu den 30 wichtigsten Exportländern der Branche. (Berner Zeitung)

Erstellt: 01.09.2009, 08:32 Uhr

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