Wirtschaft

Griechenland will sein Geld aus der Schweiz zurückholen

Aktualisiert am 31.07.2012 33 Kommentare

Milliarden von unversteuerten griechischen Euro liegen auf Schweizer Banken. Jetzt will das hochverschuldete Land den Kampf gegen die Steuersünder wieder aufnehmen.

Griechenland hat die Sonne, die Schweiz das Geld: Flaggen auf der Insel Agina.
Bild: AFP

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Griechenland will die Verhandlungen mit der Schweiz für ein Steuerabkommen wieder aufleben lassen. Die Schweiz zeigt sich offen für ein Abkommen mit Abgeltungssteuer. Während der schwierigen Regierungsbildung in Griechenland waren die Gespräche stillgestanden.

Die Schweizer Regierung sei aufgefordert worden, den Prozess zur Unterzeichnung eines Abkommens über die Besteuerung von Konten griechischer Staatsbürger bei Schweizer Banken zu reaktivieren, erklärte das griechische Finanzministerium am Montag.

«Die Schweiz ist bereit, die Verhandlungen weiterzuführen», sagte Roland Meier, Sprecher des Finanzdepartements (EFD), auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Im April hatte der Bundesrat ein Verhandlungsmandat verabschiedet, damit das EFD formelle Gespräche mit Griechenland führen kann.

Griechenlands Politik erlebte danach turbulente Zeiten. Zweimal musste gewählt werden, bis im hochverschuldeten Land eine Regierung gebildet werden konnte. Die Verhandlungen mit der Schweiz waren in dieser Zeit nicht weiter gekommen.

Geld in die Schweiz verschoben

Angesichts der schwierigen Finanzlage Griechenlands und den Spekulationen um einen Euro-Austritt des Landes haben viele Griechen ihr Geld ausser Landes geschafft. Im Februar gab das Finanzministerium an, in den vergangenen zwei Jahren seien 16 Milliarden Euro ins Ausland geschafft worden, davon bis zu zehn Prozent in die Schweiz.

Wie viel unversteuertes griechisches Geld in der Schweiz liegt, ist unklar. In der griechischen Presse kursieren weit auseinandergehende Schätzungen, die von 2 bis zu 200 Milliarden Euro reichen. In den vergangenen Jahren nahmen die griechischen Vermögen in der Schweiz aber eher ab.

Ein Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Griechenland würde sich an den bereits abgeschlossenen, aber teilweise umstrittenen Verträgen mit Deutschland, Grossbritannien und Österreich richten. Dabei ziehen Schweizer Banken Steuern auf Vermögenserträge von Ausländern ein. Das Bankgeheimnis bleibt gewahrt und es kommt nicht zu einem automatischen Informationsaustausch. (kle/sda)

Erstellt: 30.07.2012, 18:19 Uhr

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33 Kommentare

Max Wartenberg

30.07.2012, 18:30 Uhr
Melden 141 Empfehlung 0

"16 Milliarden Euro ins Ausland ... davon bis zu zehn Prozent in die Schweiz". Und die restlichen 90%, wo gingen die hin? D, GB, USA? Antworten


Amos Scherrer

30.07.2012, 18:44 Uhr
Melden 77 Empfehlung 0

Wenn das tatsächlich nicht beweisbar versteuert ist, dann muss sofort ein Anteil an GR zurückfliessen. Wenn es aber versteuert ist, dann muss es diesen Leuten möglich sein, ihre Vermögen bei uns geschützt anzulegen. Antworten



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