Griechenland muss seine Inseln verkaufen
Von Andreas Flütsch. Aktualisiert am 13.10.2010 33 Kommentare
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Um die maroden Staatsfinanzen in den Griff zu bekommen, plant die griechische Regierung den Verkauf von Inseln und Strand-Arealen. Die 6000 Inseln sind mit der wertvollste Besitz des Landes, sie können auf dem freien Markt gute Gewinne bringen. Auch wenn die meisten Inseln in privatem Besitz sind, profitiert der Staat vom Verkauf durch Steuern, Folgeaufträge für die Bauwirtschaft, die Schaffung von Arbeitsplätzen und Impulse für den Tourismus.
Interessenten gibt es genügend, von Milliardären aus Kasachstan bis hin zu Investoren aus Monaco. In der griechischen Bürokratielandschaft müssen sich potenzielle Investoren aber auf Hürden einstellen, die an die Leiden des Sisyphus erinnern. Etwa 2500 offizielle Lizenzen und Genehmigungen seien für einen einzigen Kauf nötig, sagt die Anwältin Katerina Samaropoulou: «Allein in den ersten Schritt beim angestrebten Kauf sind acht Ministerien involviert.»
Wer ist eigentlich Besitzer?
Kurz nach Ostern 2008 bot Antoine Maalouf Tourismusminister Fani Palli-Petralia Garantien von 15 Milliarden Euro für die Insel Patroklos. Kasinos, Golfplätze, Luxushotels für 50'000 Besucher und ein Hafen für Tausende von Jachten sollten gebaut werden. Das Projekt stellte 8000 Arbeitsplätze in Aussicht, zu einer Zeit, als das Land händeringend versuchte, die hohe Arbeitslosigkeit abzubauen. Die geforderte Zusage, dass die Regierung beim Weg durch den bürokratischen Dschungel helfen würde, erhielt Maalouf nie, das Entwicklungsprojekt ist mittlerweile gestorben.
Das ist nur eines der Opfer der bürokratischen Lähmung, gegen die Ministerpräsident Georgios Papandreou versprochen hat vorzugehen. Bislang wurde in diesem Jahr noch keine Insel verkauft. Griechenlands Schuldenberg dürfte bis 2012 auf 400 Milliarden Euro anschwellen, monatlich sind Tilgungen von 4 Milliarden Euro nötig. Aber beim Inselkauf gibt es neben den bürokratischen Hürden das Problem, den eigentlichen Besitzer zu finden. «Es laufen heute noch Gerichtsverfahren wegen Landstreitigkeiten, die ins Jahr 1838 zurückreichen», sagt Stratis Stratigis, der Maalouf bei seiner Patroklos-Offerte rechtlich beraten hatte. «Wir haben immer noch kein Grundbuchamt.» 1994 hatte die EU fast 60 Millionen Euro zur Schaffung eines solchen Amtes überwiesen. (Bloomberg) (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 13.10.2010, 06:49 Uhr
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33 Kommentare
Mit Geld lässt sich in GR nichts ändern! - Das versickert wie Wasser in der Wüste. - Die EU wird es noch erleben, dass man die Menschen dort nicht ändern kann. Der Mensch kann sich grundsätzlich nur selber ändern, und das nur, wenn er es wirklich will. Das gilt gerade für Griechen in besonderem Masse. Antworten
Sorry, aber die Idee und der Artikel ist einfach nur lächerlich. Verkauft die Schweiz Ihre Berge wenn Sie mal in Not sein wird? Solche Nachrichten sind nichts Wert - zu schade für die Zeit die für's schreiben solcher Artikel verwendet wird. Griechenland wird seinen Weg gehen. Wir immer in der Geschichte des Landes. Antworten
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