Wirtschaft
Gegen den Touristenschwund
Von Olivia Raths. Aktualisiert am 13.10.2012 57 Kommentare
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Der Sommer im Schweizer Tourismus fiel ins Wasser. Der Gästerückgang war vor allem auf die ausbleibenden Touristen aus Deutschland zurückzuführen. Allein im August gab es aus diesem Quellmarkt 74'000 Übernachtungen (–12,3 Prozent) weniger in der Schweiz. Auch aus dem übrigen Europa waren die Gästezahlen rückläufig. Als Hauptgrund gibt die Branche den starken Franken an.
Für den Herbst hofft man bei Schweiz Tourismus, das Ferienland Schweiz mit Spezialangeboten attraktiver zu machen, etwa dem vergünstigten Kurzzeit-GA. Derweil laufen bereits die Vorbereitungen auf die Wintersaison – auch bei Schweiz Tourismus unter dem Motto «Wir tun alles für ganz erholsame Winterferien». Laut Alain Suter, Sprecher von Schweiz Tourismus, werden «die grossen Wintersport-Nationen» auch diesen Winter für die meisten Hotelübernachtungen sorgen. Die Winterkampagne läuft weltweit, doch der Fokus liegt auf den Märkten Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien, Vereinigtes Königreich, Niederlande, Belgien, Nordamerika und Russland.
«Die Talsohle ist bald erreicht»
Schweiz Tourismus setzt auch auf die Schweizer Gäste, die im vergangenen Winter für knapp die Hälfte aller Hotellogiernächte (46,5 Prozent laut Bundesamt für Statistik) verantwortlich waren. «Sie sind ihrem Land treu geblieben», sagt Suter. Zum einen war das im Winter 2011/12 der Fall (+0,1 Prozent bei den Logiernächten im Vergleich zum Vorwinter), zum anderen 2012 im wichtigen Sommermonat August (+0,9 Prozent bei den Logiernächten im Vergleich zum Vorjahresmonat).
Insgesamt ist Suter der Ansicht, dass der Schweizer Tourismus nach einer Zeit rückläufiger Entwicklung bald die Talsohle erreicht hat: «Aus diesem Grund gehen wir von leichten Rückgängen aus, nach wie vor aus der Eurozone und dem Vereinigten Königreich.» Für die kommende Wintersaison erwartet Schweiz Tourismus Rückgänge von gesamthaft zwei bis drei Prozent.
Gratis Ski- und Snowboard-Schule in Arosa
Diverse touristische Destinationen, Regionen und Leistungsträger haben für diesen Winter spezielle Angebote vorbereitet. Eine regionenübergreifende Aktion ist beispielsweise Tickets4friends.ch. Vier Freundinnen oder Freunde im Alter zwischen 14 und 24 Jahren buchen eines der Angebote – seien es Tageskarten, Übernachtungen, Wochenend-Packages, Konzerte oder Camps. Dabei bezahlen sie nur für drei Personen.
Arosa offeriert für den Winter 2012/13 den kostenlosen Besuch der Ski- und Snowboard-Schule für Kinder bis Jahrgang 1995. Voraussetzung ist der Aufenthalt von mindestens zwei Nächten in einem der teilnehmenden Hotels respektive in einer der teilnehmenden Ferienwohnungen.
Um möglichst viel aus dem kommenden Winter zu holen, setzt Schweiz Tourismus auf einen neuen Fernsehspot, Online-Massnahmen bis zu Apps für iPad und iPhone sowie das Wintermagazin «Schneeweiss». Zudem stellt Schweiz Tourismus diverse Winterangebote auf ihrer Website http://www.myswitzerland.com/winter zusammen. Details zu den touristischen Massnahmen für die Wintersaison werden Ende Oktober vorgestellt. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.10.2012, 16:50 Uhr
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57 Kommentare
Ich schlage vor, die machen einfach weiter wie bisher: Man erhöht regelmässig die Preise, gestaltet die Mehrfachtageskarten möglichst kundenunfreundlich, rechnet Kinder möglichst früh zu den (voll zahlenden) Erwachsenen und verweigert weiterhin die Einführung von attraktiven Familienangeboten. Dann kann man nämlich schon bald zur Renaturierung der Skigebiete übergehen, das hat doch auch was. Antworten
Da kann Schweiz Tourismus lange Fernsehspots schalten: Solange in Schweizer Restaurants und Hotels die Schnodrigkeit des Bedienpersonal vorherrscht, solange bleibt der Tourist aus. Und: Ich glaube, es gibt kein anderes EU-Land, wo um 14 Uhr "die Küche geschlossen ist" ! Aber man macht uns ja anstelle "gern es Sändwitsch"...! Gute Nacht ! Antworten
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