Gas wird zum Lückenbüsser
Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 15.03.2011 36 Kommentare
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Die Atomkatastrophe in Japan macht die Situation auf den globalen Energiemärkten noch komplizierter als sie ohnehin schon ist. Wenn aus Sicherheitsgründen alte Atommeiler abgeschaltet werden – wie dies in Deutschland der Fall ist – oder der Bau von neuen verzögert oder gar ganz abgeblasen wird, dann stellt sich die Frage nach Alternativen.
Solar- und Windenergie sind die Hoffungsträger der Zukunft, aber kurzfristig können sie den Ausfall nicht kompensieren. Um Windenergie von der Nordsee oder Sonnenergie aus Nordafrika in europäische Netze einzuspeisen, fehlt die beides: die entsprechende Infrastruktur und die Kraftwerke. Wie geht es also weiter?
Der wichtigste Lückenbüsser wird wahrscheinlich Gas sein. Bereits jetzt werden Tanker mit Flüssiggas nach Japan umgeleitet. «Flüssiggas wird zwangsläufig den Verlust an elektrischer Energie in Japan ausgleichen», sagt Daniel Yergin, Leiter von IHS Cambrigde Energy Research Associates in der «New York Times». Yergin ist einer der weltweit führenden Energieexperten.
Gas erlebt eine Art Comeback
Führende Gasexporteure sind Russland und Qatar. Aber auch in den USA sind neue Gasfunde gemacht worden, genauso wie in Norwegen, Zentralasien, in der Karibik (Trinidad), Nigeria und selbst im Mittelmeer. Ganz abgesehen von der CO2-Problematik hat Gas auch politische und wirtschaftliche Risiken. Russland hat verschiedene Male bewiesen, dass es den Gashahn ohne Rücksicht auf Verluste zudreht, wenn es gilt, die eigenen Interessen durchzusetzen. Zudem wird der zu erwartende Run auf Gas früher oder später auch die Preise in die Höhe treiben.
Steigende Preise beim Erdöl sind jedoch der Albtraum der Ökonomen und der Politiker. Seit Beginn des Jahres 2009 hat er bereits rund ein Dritteln zugelegt. Die unklare Situation im arabischen Raum hat dazu geführt, dass ein Fass Öl wieder deutlich mehr als 100 Dollar kostet. Das bedeutet steigende Inflation und sein sinkendes Bruttoinlandprodukt für die Staaten rund um den Globus.
Kein Grund zur Panik
Für eine Panik besteht vorläufig noch kein Grund. Erdöl ist nämlich auch deshalb teurer geworden, weil die Weltwirtschaft sich besser erholt hat als erwartet. In den USA nimmt die monatliche Beschäftigung um 200'000 Stellen zu. «Selbst, wenn die Löhne nicht steigen, ist dies gleichbedeutend mit einem Einkommenszuwachs von 2 Prozent», schreibt die Bank Sarasin in ihrer jüngsten Analyse. Auch in Europa wächst die Wirtschaft kontinuierlich. «Diese Dynamik wird durch einen Ölpreis von 115 Dollar pro Fass nicht gebrochen werden», lautet das beruhigende Fazit der Studie. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.03.2011, 21:34 Uhr
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36 Kommentare
Bemerkung: IRAN ist nach Russland das Land mit grössten Reserven!KATAR liegt auf Platz 3. Gas wäre durchaus eine Lückenfüller bis erneuerbare Technologien soweit wären.Wichtig ist aber, dass man mit Lieferländern echte Partnerschaften eingeht u nicht wieder (wie beim Erdöl) Diktatoren dort künstlich an Macht hält.Von einer echten und fairen Partnerschaft können alle Parteien profitieren Antworten
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