Wirtschaft

Finanzchefs befürchten eine Kreditklemme

Aktualisiert am 26.04.2012 5 Kommentare

Kredite seien zurzeit schwer verfügbar, sagt ein Fünftel aller Schweizer Finanzchefs in einer Umfrage. Sie machen sich vor allem wegen der Euro-Krise und den damit verbundenen Problemen für den Export Sorgen.

Sorgenkind Exportwirtschaft: Werbung des Schweizer Uhrenherstellers Zenith an der Messe Baselworld. (Archivbild)

Sorgenkind Exportwirtschaft: Werbung des Schweizer Uhrenherstellers Zenith an der Messe Baselworld. (Archivbild)

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Die Furcht vor einer Kreditklemme trübt den neu gewonnenen Optimismus unter den Finanzchefs grosser Unternehmen. 27 statt wie im Dezember 21 Prozent der vom Beratungsunternehmen Deloitte befragten Manager sagten, Kredite seien im Moment schwer verfügbar.

Vergleichbare Werte gab es zuletzt Anfang-Mitte 2009, als die Wirtschaft noch unter dem Eindruck des jähen Konjunktureinbruchs vom Herbst 2008 stand. Der Experte relativiert die Ergebnisse aber: «Einen kritischen Bereich haben wir noch nicht erreicht», sagte Deloitte-Volkswirt Michael Grampp bei der Präsentation der Umfrageergebnisse heute in Zürich.

Niemand glaubt an den Euro

Die Kreditsituation hänge stark von den Unternehmen ab, sagte Rolf Schönauer, Leiter der Wirtschaftsprüfung von Deloitte Schweiz. Die 107 befragten Finanzchefs repräsentierten alle Branchen. Auch weil die Banken unter Druck stünden, ihre Eigenmittel zu stärken, seien sie bei der Finanzierung besonders stark von Wirtschaftszyklen abhängiger Firmen zum Teil vorsichtiger geworden.

Hauptsorge der Wirtschaft bleiben die Krise der Euro-Zone und der damit verbundene Margenschwund für den Schweizer Export. 88 Prozent der Finanzchefs sagten im März, dass sich das Kursverhältnis Franken-Euro ihrer Meinung nach in den kommenden zwölf Monaten zwischen 1.20 und 1.30 bewegen werde. Kaum einer glaubt dagegen, dass der Euro über 1.30 Franken steigen wird.

Stimmungstief überwunden

Das Stimmungstief vom Dezember ist laut der Deloitte-Umfrage indessen überwunden. Damals befürchteten 83 Prozent die Finanzchefs angesichts der Eurokrise sowie Problemen in den USA und Japan eine konjunkturelle Verschlechterung in der Schweiz. Im März reduzierte sich die Gruppe der Pessimisten auf 37 Prozent.

Der relativ problemlose Schuldenschnitt für Griechenland habe die Unternehmen beruhigt, sagte Ökonom Grampp. Indem die Europäische Zentralbank ihre Geldschleusen öffnete und die Märkte flutete, hätten vor allem die Banken an Zuversicht gewonnen. Dazu sei der befürchtete Wachstumsabsturz in China nicht eingetreten.

Die Umfrage fand allerdings im März statt. In der Zwischenzeit hätten sich wegen der kritischen Lage des Euro-Sorgenkinds Spanien neue Befürchtungen breit gemacht, sagten die Deloitte-Experten. Ob die Stimmungsverbesserung dauerhaft sei, dürften erst die kommenden Monate zeigen. (fko/sda)

Erstellt: 26.04.2012, 19:56 Uhr

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5 Kommentare

Daniel Hug

26.04.2012, 21:34 Uhr
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Wie wäre es, wenn die Nationalbanken ihre Milliardenkredite direkt den Unternehmen zu 0% Zins zur Verfügung stellen würden, anstatt den Geschäftsbanken, welche dieses Geld nicht wie erhofft in die Realwirtschaft investiert, sondern spekulativ zur Maximierung ihrer Gewinne einsetzt haben! Antworten


Sacha Meier

27.04.2012, 00:43 Uhr
Melden 13 Empfehlung 0

Das sind gute Nachrichten. Was hier als Kreditklemme bezeichnet wird, ist der Effekt, dass die vielen gedruckten Zentralbank-Milliarden zur Eindämmung der Schuldenkrise die Realwirtschaft (ausser Hypothekargeschäft) gar nie erreichen. Wäre das nämlich der Fall, hätten wir rasch Inflation. Auch grössere Betriebe müssen sich auf schwierige Keitbedingungen einstellen; wie kleine KMUs seit 15 Jahren. Antworten



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