Wirtschaft

Erste Spekulationen um ein drittes Hilfspaket

Aktualisiert am 24.02.2012 21 Kommentare

Das zweite Rettungspaket an Griechenland ist noch gar nicht ausbezahlt, da wird bereits in die ferne Zukunft geschaut: Für Wolfgang Schäuble ist ein drittes Hilfsprogramm nicht ausgeschlossen.

Einigten sich diese Woche auf das zweite Rettungspaket: Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (rechts) mit den seinem griechischen Counterpart Evangelos Venizelos (links) und Premierminister Lucas Papademos an der Konferenz der Eurogruppe.

Einigten sich diese Woche auf das zweite Rettungspaket: Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (rechts) mit den seinem griechischen Counterpart Evangelos Venizelos (links) und Premierminister Lucas Papademos an der Konferenz der Eurogruppe.
Bild: Keystone

Athen macht offizielles Angebot für Schuldenschnitt

Die griechische Regierung hat am Freitag das offizielle Angebot zum Schuldenschnitt den Banken und anderen privaten Geldinstituten unterbreitet. Das entsprechende Dokument wurde vom Ministerrat gebilligt. Details des Programms sollen im Laufe des Tages bekanntgegeben werden. (sda)

Wolfgang Schäuble zur Situation in Griechenland. (Video: Reuters )

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Der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schliesst nicht aus, dass Athen in den nächsten Jahren erneut um Unterstützung bitten wird. Die Opposition wirft der Regierung vor, die Lage zu verschleiern. Am Montag soll der Bundestag eine Entscheidung treffen.

Schäuble sagte heute am Rande einer Sondersitzung des Haushaltsausschusses, das neue Hilfsprogramm sei auf die Zeit bis 2020 ausgelegt. Dass Athen bis dahin einen weiteren Antrag auf Unterstützung stellt, sei «nicht auszuschliessen». In einem Schreiben an alle Bundestagsabgeordneten, das der Nachrichtenagentur dapd vorliegt, sagt der CDU-Politiker über das neue Hilfspaket, es gebe keine Garantie auf dessen Erfolg. Die Sitzung am Montag sei «möglicherweise auch nicht das letzte Mal, dass sich der Deutsche Bundestag mit Finanzhilfen für Griechenland befassen muss».

Schäuble wirbt um Zustimmung

Dennoch wirbt Schäuble in dem Schreiben um Zustimmung für das neue Hilfspaket. Er sei überzeugt, «dass der vereinbarte Weg ... am ehesten zum Erfolg führen kann».

Der öffentliche Anteil aller beteiligten Länder an dem Paket wird nach den bisherigen Informationen insgesamt 130 Milliarden Euro betragen - das sind 94,5 Milliarden Euro an frischen Krediten und 35,5 Milliarden Euro, mit denen die Umschuldung bei den privaten Gläubigern abgesichert werden soll. Hinzu kommen 24,4 Milliarden Euro, die aus dem ersten Hilfspaket noch übrig sind und auf das zweite übertragen werden sollen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lässt zudem eine künftige weitere Aufstockung des Euro-Rettungsschirms ESM vorerst offen. «Heute steht das nicht zur Entscheidung an», sagte Schäuble am Freitag in Berlin am Rande von Beratungen des Bundestags-Haushaltsausschusses über das neue Hilfspaket für Griechenland. Der Minister wies aber darauf hin, dass auf europäischer Ebene ohnehin für den März eine Überprüfung des ESM verabredet worden sei.

(mrs/dapd)

Erstellt: 24.02.2012, 16:56 Uhr

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21 Kommentare

Petra Manser

24.02.2012, 16:09 Uhr
Melden 36 Empfehlung 0

Hat jemand daran gezweifelt, dass diese Milliardenspritze nicht reicht. Erst wenn ein klares Nein vom Norden kommt, werden die Griechen aufhoeren Geld zu verlangen. Irgendwie muss doch Grichenland funktioniern ohne dass staendig Geld vom Ausland kommen muss. Antworten


Pascal Huber

24.02.2012, 17:09 Uhr
Melden 24 Empfehlung 0

Das Illusions-Karussell dreht sich munter weiter und gutes Geld wird schlechtem nachgeschmissen. Griechenland mit EU Geld zu retten, ist wie ein Drogensüchtiger zum Entzug zu ermuntern und ihn gleichzeitig mit Stoff zu versorgen. Antworten



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