Wirtschaft
«Energiestrategie des Bundesrats ist unrealistisch»
Aktualisiert am 22.08.2012 69 Kommentare
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Seit fünf Quartalen wird der Gegenwind immer stärker: Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) ist mit Auftragsrückgängen konfrontiert. Die Umsätze stagnieren, Preis- und Margendruck halten an. Der Verband Swissmem warnt darum vor neuen Belastungen.
Diese könnten viele Unternehmen nicht mehr verkraften, hielt Swissmem vor den Medien in Bern fest. Die Firmen der MEM-Industrie verzeichneten im ersten Halbjahr 11,1 Prozent weniger Bestellungen. Knapp 70 Prozent der Unternehmen mussten einen Auftragsrückgang hinnehmen. Dieses flächendeckende Phänomen stimme nachdenklich, sagte Swissmem-Direktor, Peter Dietrich, an der Halbjahresmedienkonferenz vom Mittwoch. Und eine Besserung der trüben Lage sei angesichts der Konjunkturprognosen im Hauptexportgebiet EU nicht absehbar.
Dennoch sind die MEM-Unternehmen noch erstaunlich widerstandsfähig. Dies sei einerseits der Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Verteidigung der Untergrenze von 1,20 Franken gegenüber dem Euro zu verdanken. Andererseits sei es auch das Resultat der Anstrengungen der einzelnen Betriebe, sagte Dietrich.
Furcht vor Energiewende
Um die Widerstandskraft zu erhalten brauche die Industrie die Unterstützung von Politik und Sozialpartnern. Swissmem warnt eindringlich vor neuen Belastungen durch die Umsetzungsmassnahmen in der Energiestrategie 2050. Swissmem-Präsident Hans Hess bezeichnet die Zielsetzungen des Bundesrats als unrealistisch (siehe Video oben).
Die Regierung mache damit Stromimporte nötig. Hess befürchtet, die Strompreise würden die Produktionskosten so verteuern, dass die Schweiz nicht mehr wettbewerbsfähig sei. Die Einspeisevergütung und die CO2-Abgabe würden den Strom künstlich verteuern.
Auftragseingang stark rückläufig
Die Umsätze in der MEM-Industrie stiegen im ersten Halbjahr 2012 leicht um 1,4 Prozent. Allerdings hinken die Erlöse zwei bis drei Quartale hinterher und bereits meldeten knapp 60 Prozent der Firmen negative Umsatzzahlen in den ersten sechs Monaten des Jahres.
Um im Geschäft zu bleiben, seien viele Unternehmen gezwungen gewesen, ihre Preise zu senken, hielt Dietrich weiter fest. 2011 betrug der Zerfall der Exportpreise in der Branche bereits 4,1 Prozent. Im ersten Halbjahr dieses Jahres setzte sich der Trend mit einem Minus von 2,3 Prozent fort.
«Die Zitrone ist nahezu ausgepresst»
Dies führt zwangsläufig zu kleineren Margen in der Branche. Zudem sei die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Umsatzentwicklung ins Minus drehen werde. «In sehr vielen Unternehmen ist die Situation nicht gut, ja katastrophal», betonte Swissmem-Präsident Hans Hess und lieferte gleich das passende Bild dazu: «Die Zitrone ist in diesen Firmen nahezu ausgepresst.»
Weitere Belastungen ertrage die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie nicht mehr. So warnt Swissmem eindringlich vor neuen Belastungen, nicht nur durch die Umsetzungsmassnahmen in der Energiestrategie 2050, sondern auch vor zusätzlichen Kosten wegen des neuen Gesamtarbeitsvertrages (GAV). Der bisherige läuft noch bis Juni 2013. (rub/sda)
Erstellt: 22.08.2012, 12:20 Uhr
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69 Kommentare
Wer konsequent jeden Ansatz untergräbt, eine zukunftsfähige Energieversorgung aufzubauen, soll bitte nicht dauernd versuchen, eine Angst vor einer "Stromlücke" herbeizureden. Das einzige worum es der Swissmem geht, sind die Profite der Atomlobby. Antworten
Das find ich cool! Jene die schon immer gejammert haben, weil sie zuwenig verdienen, die von der Finanzkrise voellig ueberrascht wurden, die haben jetzt wenigstens mal einen Grund gefunden zum jammern, weil sie in naemlich 20 Jahren wegen der Energie zuwenig verdienen. Dass ist doch schoen. Aber schaun wir mal, wovon sie in den naechsten Jahren sonst noch so auf dem falschen Fuss erwischt werden. Antworten
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