Wirtschaft

EU-Kommission erwartet Rekordarbeitslosigkeit

Aktualisiert am 11.05.2012 22 Kommentare

11 Prozent aller Europäer werden im nächsten Jahr arbeitslos sein: Dies sagt die EU-Kommission in ihrer Frühjahrsprognose voraus. Für Spanien und Frankreich sind die Aussichten auch punkto Sparziele düster.

Weniger Jobs, mehr Schulden: In Spanien ist die Arbeitslosigkeit immer noch am höchsten.


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Die Arbeitslosenquote in der Eurozone wird einer Prognose der Europäischen Kommission zufolge auf den Rekordwert von 11,0 Prozent steigen. «Es wird erwartet, dass die Arbeitslosigkeit hoch bleibt», teilte die Behörde heute Freitag in Brüssel bei der Vorlage ihrer Frühjahrsprognose zur wirtschaftlichen Entwicklung in der EU mit.

Bisher liegt der Höchstwert bei 10,9 Prozent, er wurde im März erreicht. Für die gesamte Europäische Union erwartet die Kommission in diesem und in dem kommenden Jahr eine Arbeitslosenquote von jeweils durchschnittlich 10,3 Prozent. Im März lag die Quote für die gesamte EU bei 10,2 Prozent. Das ist bereits der höchste Wert, seit die Europäische Union zum Jahresbeginn 2007 auf 27 Mitgliedstaaten erweitert wurde.

Verfehlte Sparziele

Spanien und Frankreich werden laut der Prognose ausserdem in diesem und im kommenden Jahr die Ziele zum Abbau ihrer Haushaltsdefizite verfehlen. Auch die Niederlande schneiden schlechter ab als bisher erwartet, wie Frühjahrsprognose weiter ergab.

Die Entwicklung in Italien hingegen wird von der EU-Kommission positiv eingeschätzt. Für Spanien erwartet die Kommission ein Defizit von 6,4 Prozent der Wirtschaftskraft in diesem Jahr anstatt der angestrebten 5,3 Prozent. Im kommenden Jahr macht Spanien demnach ohne weitere Einsparungen noch immer ein Defizit von 6,3 Prozent, anstatt wieder den EU-Grenzwert von 3,0 Prozent einzuhalten.

Auch Frankreich wird die Vorgaben zur Neuverschuldung laut Prognose verfehlen. Die Kommission erwartet ein Defizit von 4,5 Prozent der Wirtschaftskraft in diesem Jahr anstatt der angestrebten 4,4 Prozent. Im kommenden Jahr werde Frankreich noch immer ein Defizit von 4,2 Prozent machen, anstatt wieder die EU-Defizitgrenze von 3,0 Prozent zu einzuhalten.

Enorme Unterschiede zwischen den Ländern

«Eine Erholung ist in Sicht, aber die wirtschaftliche Lage bleibt anfällig», sagte Währungskommissar Olli Rehn. Unter den Mitgliedsstaaten gebe es nach wie vor enorme Ungleichheiten. So erwartet Brüssel für Deutschland 2012 ein Wachstum von 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Euro-Problemfall Spanien kommt aber aus der Rezession nicht heraus. Nach einem Wachstum von 0,7 Prozent 2011 wird für das Südland in diesem Jahr ein Minus von 1,8 Prozent vorausgesagt, und auch für 2013 noch eine Schrumpfung von 0,3 Prozent.

Für die Griechen rechnet Brüssel mit einer Abbremsung des Wirtschaftseinbruchs von Minus 6,9 Prozent im vergangenen auf Minus 4,7 Prozent in diesem Jahr, 2013 könnte zum ersten Mal nach fünf Jahren wieder ein Nullwachstum erreicht werden. In Portugal, dem zweiten Land unter dem Euro-Rettungsschirm, beschleunigt sich dagegen der Wirtschaftseinbruch von Minus 1,6 im vergangenen auf Minus 3,3 Prozent in diesem Jahr, für 2013 erwarten die EU-Experten immerhin wieder ein leichtes Plus von 0,3 Prozent.

Irland konnte die Talsohle überwinden

Die Iren, die als drittes Land am Eurotropf hängen, konnten die Talsohle dagegen schon überwinden. Prognostiziert wird für 2012 ein Plus von 0,5 Prozent und von 1,9 Prozent im nächsten Jahr. Ein harter Weg steht Italien bevor, der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone: Dort erwarten Rehns Experten ein Minus von 1,4 Prozent in diesem Jahr, vor dem Anzug des Wachstums auf plus 0,4 Prozent 2013.

«Ohne weiteres entschlossenes Handeln könnte das Wachstum in der EU schwach bleiben», warnte der Währungskommissar. Auf Grundlage der neuen Beschlüsse zur Haushaltskonsolidierung «müssen wir die Anpassung durch eine Beschleunigung von wachstumsfördernden Massnahmen unterstützen», forderte er heute in Brüssel. (fko/AFP/dapd)

Erstellt: 11.05.2012, 11:36 Uhr

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22 Kommentare

Eddie Weiss

11.05.2012, 12:32 Uhr
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Das trifft sich gut, D sucht händeringend Fachkräfte (seit Jahren), also versucht jeder im EU Raum in D einen Job zu finden. Das Überangebot setzt die deutschen Löhne unter Druck und treibt deren Fachkräfte in die Schweiz, was wiederum die schweizer Löhne unter Druck setzt. D + CH Wirtschaft gewinnt und das D + CH Volk verliert. Antworten


maja naef

11.05.2012, 12:25 Uhr
Melden 33 Empfehlung 0

Da wird die PFZ noch mehr zur Einbahnstrasse. Antworten



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