«Die grosse Frage dreht sich um die USA»
Interview Markus Diem Meier. Aktualisiert am 08.07.2010
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Seit gestern steigen an der Börse die Kurse wieder, selbst der Franken hat sich gegenüber dem Euro wieder leicht abgeschwächt. Doch diese positiven jüngsten Entwicklungen machen nicht wett, dass die Aktienmärkte seit ihrem Hoch im April noch immer rund 15 Prozent tiefer liegen und auch der Franken mit rund 1.33 pro Euro historisch gesehen sehr teuer ist.
Im Hintergrund sowohl der Börsenschwäche wie auch der Frankenstärke stehen weltweite Ängste vor einem erneuten Einbruch der Weltkonjunktur, ausgehend vor allem von den USA. Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman warnte sogar vor einer «Dritten Depression», womit er sich auf die Folgen der Panik von 1873 bezieht, die nach einem anfänglichen Absturz von Wirtschaft und Börse eine über viele Jahre anhaltende Wirtschaftsschwäche zur Folge hatte. Ähnliches befürchtet Krugman auch für die USA. Andere Ökonomen pflichten ihm bei.
Wie es in der Schweiz weitergeht
DerBund.ch/Newsnet hat mit drei führenden Ökonomen über diese Ängste gesprochen: Martin Neff, Chefökonom der Credit Suisse, Jan Poser, Chefökonom der Bank Sarasin und Klaus Wellershoff von Wellershoff & Partners (siehe oben).
Im Grund sind sich alle einig, dass der Schweiz aus heutiger Sicht kein neuer Einbruch droht. Fraglich ist allerdings wie es im Ausland aussieht. Keiner erwartet allerdings einen weiteren Wertanstieg des Schweizer Frankens. Martin Neff geht auch auf die langfristigen Aussichten für das Land ein, wie das langfristige Wachstum und die Entwicklung einzelner Branchen, aber auch auf die Schweizer Börse. Für den SMI erwartet er auf Ende Jahr einen Indexstand von 6600 Punkten.
Optimistisch für die Börse ist auch Jan Poser von Sarasin, er hält sogar eine Sommerrallye für möglich. Später würden die Kurse allerdings wieder korrigieren. Weiter äusserst sich Poser zur heiss debattierten Frage, ob die Sparmassnahmen in Europa die Konjunktur bremsen. Am pessimistischsten ist die Sicht von Klaus Wellershoff. Er spricht vom «maximal schlechtesten Punkt, in dem sich die Wirtschaftspolitik überhaupt befinden kann». (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.07.2010, 16:09 Uhr




