Wirtschaft

Die Zentralschweiz als Wachstumsmotor

Aktualisiert am 19.04.2012 6 Kommentare

Der Raum Zürich-Aargau leidet an der derzeitigen Schwäche des Finanzsektors. Dagegen verzeichnet die Zentralschweiz das beste BIP-Wachstum aller Schweizer Regionen.

Grossprojekte im Tourismus sind ein Grund für das überdurchschnittliche BIP-Wachstum der Zentralschweiz: Blick auf die Baustelle des Ressort-Projektes von Samih Sawiris in Andermatt.

Grossprojekte im Tourismus sind ein Grund für das überdurchschnittliche BIP-Wachstum der Zentralschweiz: Blick auf die Baustelle des Ressort-Projektes von Samih Sawiris in Andermatt.
Bild: Keystone

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Die Schweizer Wirtschaft ist über Erwarten gut durch den Winter gekommen. Die Aussichten für 2012 sieht Bak Basel Economics AG (Bakbasel) aber weiterhin verhalten. Wachstumslokomotive bleibt die Zentralschweiz.

Im Raum Zürich-Aargau bremst der Finanzsektor. Dass sich die Schweizer Wirtschaft im Kriechgang fortbewegt, begründet die Bak Basel Economics AG (Bakbasel) in einem Communiqué von heute mit der Frankenstärke und der Euroland-Rezession. Das Institut hatte seine Prognose für das BIP-Wachstum 2012 Anfang März um 0,3 Prozentpunkte auf 0,7 Prozent angehoben.

Bau und Uhren als Zugpferde

Dieses Wachstum verteilt sich indessen höchst unterschiedlich, wie Bakbasel weiter schreibt. Am stärksten wachsen dürften 2012 die Uhrenindustrie und der Bau. Damit weist zum einen eine binnenorientierte Branche die besten Aussichten aus und zum anderen eine, die auf aussereuropäische Exportmärkte setzen kann.

Der Bau kann gemäss Bakbasel auch 2012 mit einem Plus von 1,9 Prozent robust expandieren. Die Uhrenindustrie dürfte mit einem Wachstum von 3,4 Prozent die dynamischste Branche überhaupt bleiben. Allerdings verliert auch sie wegen der Abschwächung in den asiatischen Märkten gegenüber 2011 an Schwung. Damals hatte das Wachstum 8,4 Prozent betragen.

Stabile Inlandnachfrage beim Gastgewerbe

Deutlich verhaltener sind die Aussichten für die stark auf die Eurozone ausgerichteten Branchen. Mit prognostizierten Zuwüchsen von 0,7 Prozent bei den Industriegütern und 1,1 Prozent im Pharma-Chemie-Sektor rechnet Bakbasel bei anhaltendem Margendruck nur mit bescheidenem Wachstum.

Dem Gastgewerbe verhagelt der hohe Frankenkurs die Bilanz. Seine Wertschöpfung dürfte um 1,8 Prozent sinken. Dass der Rückschlag nicht grösser ausfällt, ist einzig einer stabilen Inlandnachfrage zu verdanken. Immerhin halbiert sich der Rückgang gemäss Bakbasel im Vergleich zu 2011.

Sorgenkind Finanzsektor

Neben der mitten in der Umstrukturierung steckenden Landwirtschaft mit einem Rückgang um 4,5 Prozent ist der Finanzsektor Wachstumsschlusslicht.

Dieses grösste Sorgenkind der Schweizer Wirtschaft ist mit einer Kombination von Marktturbulenzen, Regulierungsdruck und Steuerstreit konfrontiert. Bakbasel erwartet für den Finanzplatz Schweiz einen Wertschöpfungsrückgang um 1,9 Prozent. 2011 war der Sektor noch um bescheidene 0,1 Prozent gewachsen.

Schwacher Finanzsektor bremst regional

Die schwierige Lage auf dem Finanzsektor macht sich auch bei der Entwicklung der Regionen bemerkbar. Zwar haben alle Regionen unter den schwierigen Rahmenbedingungen zu leiden, am meisten aber der Raum Zürich-Aargau mit der grossen Bedeutung des krisengebeutelten Finanzsektors. Die Wirtschaftsentwicklung dort dürfte stagnieren.

Die Zentralschweiz dagegen dürfte mit einem BIP-Wachstum von 1,5 Prozent wie bereits 2011 die beste Performance aller Regionen abliefern. 2011 war die Wirtschaft dort um 2,6 Prozent gewachsen. Den Ausschlag geben gemäss Bakbasel weiterhin Grossprojekte im Tourismus, überdurchschnittliche Bevölkerungsdynamik und gute Standortbedingungen. (rbi/sda)

Erstellt: 19.04.2012, 14:17 Uhr

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6 Kommentare

Dani Kern

19.04.2012, 17:40 Uhr
Melden 3 Empfehlung 0

Das Aufholen der Zentralschweiz ist eine gute Nachricht für die ganze Schweiz. Dann müssen wir mit dem NFA künftig weniger Geld in die Zentralschweiz senden. Antworten


Martin regli

20.04.2012, 10:41 Uhr
Melden 2 Empfehlung 0

Unbegrenzten Wachstum in einem begrenzten Raum?
Schulden bezahlen mit noch mehr Schulden?
Sparen gibt Arbeitslose die dann auch wiederum kosten und keine Steuern zahlen.
Lebensmittel Knappheit mit weniger Boden und Landwirten bekämpfen?
Abbau von agrarsupfentionen und Abbau von tierfabriken sollen Lebensmitel billiger machen?
Frieden mit Krieg machen?
Höheren Konsum weniger Ressourcen?
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