Die Weltwirtschaft überwindet die Rezession schneller als erwartet
Artikel zum Thema
- Folgt nach der Wirtschaftskrise jetzt die Sozialkrise?
- Konjunktur noch zu schwach – EZB setzt auf tiefe Zinsen
- Obamas Konjunktur-Spritzen retten zwei Millionen Jobs
PWC-Studie
Optimistische Firmenchefs
Die Erholung der Weltwirtschaft lässt auch die Zuversicht der Firmenchefs steigen. Laut einer PWC-Studie rechnen bereits wieder 81 Prozent der Konzernleiter mit einem Wirtschaftswachstum in den nächsten zwölf Monaten. Vor einem Jahr hatte die Eskalation der Finanzkrise im Herbst 2009 mit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers den Optimismus der Konzernleiter geknickt. Damals hatte nur noch ein Fünftel der Konzernchefs Wirtschaftswachstum in den kommenden zwölf Monaten erwartet. Nun sind sogar 31 Prozent der Firmenleiter bereits wieder «sehr zuversichtlich» in Bezug auf die kurzfristigen Wirtschaftsaussichten, wie aus der Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) hervorgeht, die am Dienstagabend am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos vorgestellt wurde. Für die Studie wurden 1198 Firmenchefs in 52 Ländern befragt.
Die Zuversicht ist allerdings gedämpft. Ganz oben auf der Sorgenliste der Unternehmensleiter steht die Furcht vor einer langen weltweiten Rezession. 65 Prozent der Befragten zeigten sich «besorgt» oder «sehr besorgt». Allerdings sind die Sorgenfalten bei weitem nicht mehr so tief wie vor einem Jahr. Damals hatten 85 Prozent der Befragten eine lange Talfahrt der globalen Konjunktur befürchtet. Auch das Vertrauen in die Finanzmärkte ist gestiegen. Sorgen über deren mangelnde Stabilität machten sich noch 59 Prozent. Vor einem Jahr hatten noch 72 Prozent Angst vor instabilen Finanzmärkten gehabt. (sda)
Die Welt lässt die schwerste Rezession seit Jahrzehnten deutlich rascher hinter sich als erwartet: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hob am Dienstag seine Konjunkturprognose für dieses Jahr kräftig um 0,8 Punkte auf 3,9 Prozent nach oben. Für 2011 veranschlagt der IWF neu ein Wachstum der Weltwirtschaft von 4,3 Prozent. Grösster Wachstumstreiber sei China mit einem Plus von 10 Prozent in diesem und 9,7 Prozent im nächsten Jahr. Die weltweit grösste Volkswirtschaft, die der USA, wird dem Fonds zufolge in diesem Jahr 2,7 Prozent und im nächsten 2,4 Prozent zulegen.
Damit stellt sich die weltwirtschaftliche Erholung kräftiger dar als noch vor wenigen Monaten erwartet. Allerdings werde die Entwicklung regional betrachtet sehr unterschiedlich ausfallen, mahnte der Währungsfonds. Hauptfaktor hinter der Erholung seien die milliardenschweren Konjunkturprogramme in den grossen Industrie- und Schwellenländern. Der Fonds warnte davor, von diesen zu schnell Abschied zu nehmen. Auf kürzere Sicht brauche die Konjunktur diesen Impuls noch, denn noch sei der Aufschwung nicht selbsttragend.
Zäher Aufschwung in Industrieländern
Deutlich besser ist die Prognose unter anderem für Deutschland: Neu erwartet der IWF ein Wachstum der deutschen Wirtschaft im 2010 von 1,5 (bisher 0,3) Prozent. Deutschland dürfte damit auch erheblich stärker zulegen als der Euro-Raum. Für das Währungsgebiet sagt der Fonds in diesem Jahr ein Plus von 1 Prozent und im nächsten Jahr eines von 1,6 Prozent voraus.
Die Industrieländer insgesamt sollten 2010 um 2,1 Prozent und 2011 um 2,4 Prozent wachsen. Gemessen an früheren Zeiten bleibt das Tempo der Erholung in diesen Ländern aber relativ moderat. Eine Prognose für die Schweiz machte der IWF nicht.
Mehr Handel
Für die Schwellen- und Entwicklungsländer rechnet der IWF mit weitaus mehr Wachstum. Es sollte im laufenden Jahr bei 6,0 Prozent und im nächsten bei 6,3 Prozent liegen. Neben China werde auch Indiens Wirtschaft mit Raten von jeweils nur wenig unter 8 Prozent der Weltwirtschaft Impulse geben.
Wichtig für Exportnationen wie Deutschland und China ist die Prognose des IWF, nach der der Welthandel weit stärker expandieren wird als bislang erwartet. Der Fonds rechnet für 2010 mit einem Anstieg von 5,8 Prozent und für das kommende Jahr gar mit einem Plus von 6,3 Prozent.
Gewichtige Risiken
Für seine günstigere Prognose nennt der IWF aber auch eine Reihe von wichtigen Risiken. Dazu zähle die Gefahr eines verfrühten Ausstiegs aus den staatlichen Konjunkturhilfen. Auch könnten von geschwächten Finanzsystemen und Wohnungsmärkten sowie von steigender Arbeitslosigkeit neue Gefahren ausgehen.
Hinzu kommen Sorgen wegen der steigenden Staatsdefizite in vielen Ländern, die die Finanzmärkte in Unruhe versetzen und die Kreditkosten steigen lassen könnten. Auch höhere Rohstoffpreise gehörten zu den möglichen Problemen. (vin/sda)
Erstellt: 26.01.2010, 19:16 Uhr
Wirtschaft
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!



