Die Slowakei lässt Griechenland im Stich
Aktualisiert am 11.08.2010 29 Kommentare
Kennt kein Erbarmen für Griechenland: Ministerpräsidentin Iveta Radicová.
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Die Abgeordneten folgten in Bratislava der neuen Ministerpräsidentin Iveta Radicová, die sich anders als die Vorgängerregierung gegen die Hilfen ausgesprochen hatte. Der Anteil der Slowakei an dem insgesamt 110 Milliarden Euro schweren Hilfspaket sollte 800 Millionen Euro betragen.
Zugleich stimmte das Parlament in Bratislava für eine Teilnahme des Landes am Euro-Rettungsschirm, der prinzipiell allen Euro-Ländern in Haushaltsnöten zu Gute kommen und die Gemeinschaftswährung stabilisieren soll. Der Rettungsschirm hat ein Kreditvolumen von 750 Milliarden Euro: 60 Milliarden Euro kommen von der EU-Kommission, 250 Milliarden vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und 440 Milliarden von den 16 Euro-Ländern. Der slowakische Anteil beläuft sich hier auf 4,4 Milliarden Euro. Das osteuropäische Land ist seit 2004 in der EU und gehört seit 2009 der Euro-Zone an.
Die griechische Regierung hatte angesichts einer drohenden Staatspleite mit den Euro-Ländern und dem IWF rigide Sparpläne vereinbart und dafür im Gegenzug Zusagen für Kredithilfen in Höhe von insgesamt bis zu 110 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre erhalten. Athen muss allein in diesem Jahr sein Staatsdefizit von fast 13 Prozent auf rund acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts verringern. (bru/AFP/)
Erstellt: 11.08.2010, 22:14 Uhr
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29 Kommentare
Dieser Vorgang muss genau analysiert werden unter Einbezug aller rationalen und emotionalen Argumente die diesen Entscheid herbeiführten. Wir alle könnten etwas lernen über Problme, Risiken und Vor- und Nachteile der EU (Europäisches Unbehagen). EU-Befürworter aber auch Gegner würden nicht dümmer, eher klüger. Antworten
Guter Entscheid. Die Slowaken kriegen zwar auch Geld von der EU, aber sie machen was daraus. Die Griechen haben alles direkt für Konsum verbraucht, und in 30 Jahren null Wirtschaftstruktur damit aufgebaut. Solidarität ist gegenseitig, wenn die Griechen nun aber nur auf Kosten anderer unsolidarisch konsumieren wollen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn andere das nicht bezahlen wollen. Antworten
Wir müssen unbedingt sofort in die EU, damit wir die ausstehenden Schulden anderer Staaten sofort unbürokratisch übernehmen dürfen, damit wir als gutes Beispiel bei unseren Nachbarn gelten und dafür gelobt werden um dann weitere Schulden zu übernehmen. Die Slovaken kennen das Wort Solidarität eben nicht. Bei der nächsten Bundesratswahl haben wir sehr gute Kandidaten um dieses Ziel zu erreichen. Antworten
Die Slowakei hat ein Versprechen gebrochen, die Regierung hat gewechselt. Es könnte sein, dass bei allfälligen Problemen in der Slowakei die anderen auch keinen Bock haben, dann zu helfen. Speziell, weil die Slowakei durch tiefe Steuern daran ist seinen Nachbarn die Firmen abzuwerben. Klar, dass solches Verhalten in der Schweiz besonders unter SVPlern grosse Zustimmung findet. Antworten
Nun beginnt die EU innerhalb zu zerbröckeln. Da mit der Zeit jedes Land, bei schlechten Zeiten, seine eigenen Interesse höher gewichten wird, werden solche Entscheide zunehmen. Dies wird ein kleiner stetiger Prozess sein der sich nicht mehr aufhalten lässt. Was die Folgen sind überlasse ich gerne der EU. Antworten
BRAVO @Edwin Hitz: «Erinnert irgendwie an die Schweizer Mentalität. Dabei sein wollen aber es darf nichts kosten. Sollte dieses Rosinenpicken in der EU um sich greifen ist das wohl deren Ende. Solange auch wir Schweizer unsere Einstellung nicht ändern wollen haben wir in der EU auch nichts zu suchen.» Richtig ! Antworten
@heiner lauter Entsprechend der Marktwirtschaft ist bei jedem Produktkauf ein gegenseitiges Interesse vorhanden. Ware gegen Geld, logisch. Wenn wir nach Spanien, Italien oder Skandinavien in Urlaub fahren durchqueren wir Europa. Unseren Transitverkehr lassen wir uns seit Jahrhunderten vergolden. Statt für Kampfjets die nur lärmen und stinken wäre ich bereit dieses Geld für unser Europe auszugeben Antworten
@ h. lauter: worin genau sind Sie autonom? Wenn praktisch alle Gesetze der EU bei uns in Bausch und Bogen übernommen werden? Und was haben die Touristen mit der EU zu tun? Würden sie weniger stören, wenn sie aus einem Nicht-EU-Land kämen? Und was hat die NEAT mit der EU zu tun? Fragen über Fragen... Antworten
@ R. Chartrand: "Griechenland geht in 2 Wochen pleite, die EU gibts maximal noch 2 Jahre" usw. Griechenland IST pleite, existiert aber gerade DANK der EU! Die Slowakei sollte sich insofern besinnen, als dass sie Agrarsubventionen von der EU erhält, aber man kann ja auch unsolidarisch sein. Bei einem solchen Denken bei uns wären VS/VD/BE/GR usw. längst pleite, bekämen sie keinen Bundesausgleich! Antworten
Meinen Respekt an die Slowakei. die Steuereinnahmen haben in erster Linie für das eigene Volk investiert zu werden und nicht propagandawirksam ins marrode Ausland. Das ist keine Rosinenpickerei sondern Rückgrat und Verantwortungsbewusstsein. ich wünsche mir so ein Parlament und BR auch für die zurzeit von der Führung verratene Schweiz. Antworten
Bravo an die Slovaken. Das ist die einzigrichtige Entscheidung. Hoffentlich machen andere Staaten auch mit, weil die Verschuldung der EU ist so hoch, dass man einigen Ländern wie Italien oder der Griechenland oder Ungarn gar nicht mehr helfen kann. Es ist ein Fass ohne Boden. Ich werde mich nie dazu hinreissen lassen der EU -Beitritt zu zustimmen. EU - Beitritt - niemals. Antworten
Ich meinte, dass Griechenland seine Zahlen bewusst geschönt hat, oder nicht? Von dem spricht hier niemand. Das ist, normales Rechtsempfingen vorausgesetzt, Betrug! So ein Land soll gefälligst selber schauen. Ich kann ja meine Steuerzahlen auch nicht "beschönigen" und wenn's auskommt, Hilfe vom Staat erwarte, oder? Dieser Entscheid der Slowakei finde ich richtig. Antworten
@edwin hitz wenn sie in den laden gehen und ein produkt kaufen aus der eu, tut ihnen da die eu einen gefallen oder ist da gar gegenseitiges interesse vorhanden? wenn sich die endlosen verkehrströme durch unsere passstrassen bewegen, tut uns die eu einen gefallen? wer hat die neat bezahlt, die eu? wo genau ist hier die rosinenpickerei? wenn wir autonom bleiben wollen, sind wir rosinenpicker? Antworten
@Ruedi Amsler, der Slowakei geht es schon schlecht!! Aber das Land versucht sich nach der Decke zu strecken. Warum sollten sie dann den Griechen, die schon Jahrzehnte über die Verhältnisse leben, ihr knappes Geld nachwerfen? Ein Bravo der slowakischen Politik, denn auch Solidarität hat seine Grenzen! Antworten
Nun ja, von einem Land, dem zwischen 2007 und 2013 für Infrastrukturprogramme EU-Gelder in Höhe von 11.4 Milliarden Euro zufliessen, kann man aber nun wirklich keine Solidarität erwarten. Ich stimme Herrn Amsler zu: daran wird man sich erinnern. Hoffentlich. Antworten
Erinnert irgendwie an die Schweizer Mentalität. Dabei sein wollen aber es darf nichts kosten. Sollte dieses Rosinenpicken in der EU um sich greifen ist das wohl deren Ende. Solange auch wir Schweizer unsere Einstellung nicht ändern wollen haben wir in der EU auch nichts zu suchen. Antworten
Wie es den Griechen geht, wird es bald auch den Slovaken gehen! wacht mal auf! das Problem in Europa ist nicht Griechenland sondern die EU. Der Euro hat die Preise in die Höhe geschnallt aber die Einkommen wurden gleich gelassen. Könnt ihr mit 1'500 Euro eine Familie ernähren? Uebrigens von 10 Mill. Griechen gehen ein paar tausende auf die Strassen. Hört auf mit eure Hetzerei gegen Griechenland. Antworten
Dass das Volk (oder ein Parlament) und damit das höchste Organ in einem Staat immer von Exekutiv-Politikern, gemassregelt werden muss, obwohl es vernünftige Entscheide trifft.... Jede Privatperson ginge mit den eigenen Mitteln gleich vor und würde als besonnen gepriesen. Antworten
Bravo, mutiger Entscheid. Leider hat mit den Griechen noch niemand Klartext geredet. Deshalb beschäftigen sie sich noch immer lieber mit Streiks und Forderungen an den Staat. Irgendwann müssten sie eigentlich aufwachen. Aber solange Geld aus dem Ausland fliesst muss man ja nichts ändern... Antworten
Ein Bravo der Slowakei - endlich hat ein EU-Mitglied, das selber finanzielle Probleme hat, ein starkes Zeichen gesetzt. Und prompt kommt EU-Kommissar Olli Rehn und tadelt die Slowaken, gegen die Gepflogenheiten in der EU zu verstossen. Je schlechter es dieser Staatengemeinschaft geht, desto deutlicher tritt zum Vorschein, weshalb die EU an an einem Beitritt der Schweiz brennend interessiert ist. Antworten
Die Courage der Slowaken ist nur zu bewundern - endlich eine kleine Gruppe in der übermächtigen EU, welche diesem unbeschreiblichen Irrsinn die Stirn bietet, und ruft: "...Der Kaiser trägt gar keine Kleider...", und auch entsprechend handelt. Mein grösster Respekt für die Politiker in Bratislava ! Chapeau, kleine Slowakei, für diese Standfestigkeit ! Antworten
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Heinz Bolliger
Das ist ein Weg, den Griechenland politisch nicht durchstehen wird. Die Demokratie ist für solche "Rosskuren" die falsche Staatsform. Da wurde von Seiten Griechenlands im grossen Stil "geschummelt" und die EU will es nicht bemerkt haben. Griechenland soll, wie Argentinien, mit der eigenen Währung "baden gehen" und nicht mehr die "Milch-Flasche" des Nordens missbrauchen. Antworten