Die Banken im «Nebel des Krieges»
Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 29.07.2010 14 Kommentare
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Als die UBS ihr unerwartet gutes Quartalsergebnis bekannt gab, legte der Kurs ihrer Aktien um mehr als zehn Prozent zu. Aber nicht nur bei der UBS herrschte Champagner-Stimmung: Gleichzeitig wurden Details des sogenannten Basel-III-Abkommens bekannt, die die Vorschriften für Eigenkapital und Liquidität regeln: Auch hier ein grosses Aufatmen bei den Investoren. Die neuen Bestimmungen werden milder ausfallen als erwartet.
Die Freude könnte verfrüht sein. Der Chef der englischen Notenbank, Mervyn King, erklärte nämlich kurz darauf, auf strengere Vorschriften sei verzichtet worden, «weil sich die Banken immer noch von der Krise erholen müssen». Gleichzeitig machte er klar, dass die Probleme alles andere als gelöst sind. «Das Grundproblem der Krise – das Ungleichgewicht der Weltwirtschaft – ist noch nicht angegangen worden. Dieses Ungleichgewicht wird sich im Laufe des Jahres wahrscheinlich noch verschlimmern.»
Die Weltwirtschaft noch immer im Pulverdampf verhüllt
Die Militärs sprechen vom «Nebel des Krieges», wenn sie nach einer Schlacht gar nicht so recht wissen, wer überhaupt gewonnen hat, weil alles von Pulverdampf verhüllt ist. Die Ökonomen befinden sich heute in einer vergleichbaren Situation, was die Bewertung des Gesundheitszustandes der Wirtschaft betrifft. Typisch dafür ist die jüngste Konjunkturprognose für Grossbritannien. Die Wirtschaft könne bis ins Jahr 2011 4,7 Prozent wachsen, aber auch 0,4 Prozent schrumpfen, heisst es im Bericht des Office for Budget Responsibility. Mit anderen Worten: Von einer neuen Rezession bis zu einem Boom ist alles möglich.
Der «Nebel des Krieges» über der Weltwirtschaft ist derzeit so dicht, dass man die eigene Hand vor den Augen nicht sieht. Die Meldungen könnten widersprüchlicher nicht sein. So erfährt man in der Wirtschaftspresse, dass die deutsche Autoindustrie Sonderschichten fahren muss, um die Nachfrage zu befriedigen. Daneben orakelt der Starökonom Nouriel Roubini, dass Europa einen Double-Dip nicht vermeiden und wohl demnächst wieder in eine Rezession stürzen werde.
Volatile Märkte und wieder auflebende Ängste
Der Internationale Währungsfond hat seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft seit April 2009 in fünf Schritten von 1,9 Prozent auf 4,6 Prozent erhöht. Doch gleichzeitig warnt US-Notenbank-Chef Ben Bernanke vor einem neuen Schwächeanfall und davor, dass das Fed mit der Geldpolitik alleine die Sache nicht richten kann.
Der «Nebel des Krieges» wird sich nicht so schnell verziehen. Das bedeutet, dass wir mit volatilen Märkten und der Angst vor einer neuen Krise à la Lehman Brothers oder Griechenland leben müssen und gleichzeitig hoffen, dass wir uns irgendwie durchwursteln. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.07.2010, 17:59 Uhr
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14 Kommentare
Gesunde & ungesunde Banken erkennt man mit einem Bewertungssystem das von 100% = sehrt gut bis 0% = wertlos die Bonität qualifiziert. Es wurde 1.mals nach der Pleite der Bank SLT 1991 getestet und bis 2010 weiter entwickelt. Mit 23% war SLT schon 1990 „todkrank“. Auch SVB & Leu waren mit 57% & 38% “Notfälle“bis sie “Dr. CS“ 1990 übernahm. Citigroup 64% stabil, UBS -60% unstabil & Bär 92% topfit. Antworten
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